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Schweiz Schliessung von Poststellen geht weiter

Schweizweit gingen vergangenes Jahr fast hundert klassische Poststellen zu. Sie werden zunehmend durch Postagenturen ersetzt.

Eine Frau erledigt Postgeschäfte in einem Dorfladen.
Legende: In immer mehr Dorfläden können auch Postgeschäfte erledigt werden. Keystone

Die Post hat im letzten Jahr schweizweit fast hundert Poststellen geschlossen. Im Gegenzug schuf sie 75 neue Postagenturen. Das geht aus dem Jahresbericht der Eidgenössischen Postkommission (PostCom) hervor.

Die Umwandlung des Poststellennetzes sei 2015 etwa im gleichen Tempo weitergegangen wie bisher, teilte die PostCom mit. Schweizweit betrieb die Post letztes Jahr 1464 Poststellen, 98 weniger als im Vorjahr.

Die Gemeinden machten dabei selten von ihrem Recht Gebrauch, die PostCom anzurufen – nur jeder zehnte Fall gelangte an die PostCom. Dies dürfte auch damit zusammenhängen, dass Agenturen viele Dienstleistungen bei langen Öffnungszeiten anbieten, schreibt die PostCom.

Mehr Haushalte ohne Hauszustellung

Die Zahl der Postagenturen – beispielsweise Dorfläden, die im Auftrag der Post das Postgeschäft betreiben – wuchs letztes Jahr auf 735 an. Zusätzlich erbrachte die Post in 1295 Gebieten mit Hausservice-Lösungen ihre Leistungen.

Nach Angaben der Post wurde damit bei 1005 Haushalten keine reguläre Hauszustellung erbracht, stattdessen wurden Briefe beispielsweise in Postfächern zugestellt. Im Vorjahr waren noch unter 900 Haushalte betroffen gewesen. Die Zahl sei angesichts der Gesamtzahl der versorgten Häuser aber gering, hält die PostCom fest.

In 20 Minuten bei der Post

Die Erreichbarkeit der Poststellen und -agenturen hat sich 2015 indes verbessert. 94,3 Prozent der Haushalte erreichten innerhalb von 20 Minuten zu Fuss oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln eine Poststelle oder eine Postagentur.

Der Anstieg um 0,6 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr hat die Post laut PostCom jedoch vor allem den Umständen zu verdanken: Bewohner aus ländlichen Regionen zogen in dichter besiedelte Gebiete, und der öffentliche Verkehr wurde weiter optimiert.

Probleme bei der Zustellung machten auch letztes Jahr den Grossteil der Beschwerden aus, die bei der PostCom eingingen. 21 Personen beschwerten sich deswegen mit einem sogenannten Bürgerbrief. Insgesamt erhielt die PostCom 36 Briefe von Bürgerinnen und Bürgern, die Reklamationen gegenüber der Post betrafen; das sind acht weniger als im Vorjahr.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Walter Mathys (wmathy)
    Ja, unsere Post, geht zunehmend ins "Dorflädeli". Hier werden dann auch Gerichtsurkunden, Betreibungen etc. wenn möglich an der Kasse ausgehändigt und ev. besprochen. Sieht so das heutige Postgeheimnis aus? Einzahlungen bis heite nicht möglich! Da jammert die Post, es komme immer weniger Kunden, ja bitte, dann halten sie wenigstens den gewohnten Service aufrecht, auch im "Lädeli".
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    1. Antwort von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
      Erstens werden Gerichtsurkunden, Betreibungen etc. klar nicht im Dorflädeli ausgehändigt. Zweitens ist es so, dass man sich diese "Sendungen", wie alle Einschreiben oder Pakete etc. nochmals zustellen lassen kann, wenn notwendig sogar abends um 9 Uhr. Das kann alles online oder per Telefon erledigt werden. Einzahlungen in Dörfern ohne Poststelle erledigt sogar der Briefträger und eigentlich sollte man heutzutage via Bank die Rechnungen erledigen (e-Banking oder Zahlungsaufträge).
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    2. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Es dürfen nur eingeschriebene Briefe und Pakete im Dorfladen ausgehändigt werden. Für Betreibungsurkunden und Pakete mit Taxen muss der Kunde die nächste Poststelle aufsuchen. Einzahlungen kann der Kunde nur mit einer Karte, also nicht in Bar vornehmen. Geldbezüge können nur in sehr begrenztem Mass getätigt werden.
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  • Kommentar von Peter Treichler (fernleser)
    Ja, Sie sagen es, Herr Ducrey. Das Positive soll auch gesehen werden. Zukünftig werden noch mehr Leute ihre Einzahlungen online erledigen, E-Mails schreiben. Und die Postagenturen sind - wie Sie schreiben - viel länger geöffnet als die Poststellen in kleinen/kleineren Ortschaften.
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    1. Antwort von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
      Die Welt dreht sich nun mal und wer stehen bleiben will, der kann sich ja gleich ins Altersheim absetzen und mit seinen Saufkumpanen von früher "von den guten Alten Zeiten" schwärmen, wo man noch zu Post ging um dort eine halbe Stunde am Schalter Schlange zu stehen, damit man sein sauer verdientes Geld loswerden durfte. Manche Zöpfe müssen nun mal abgeschnitten werden.
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  • Kommentar von Daniele Röthenmund (gerard.d@windowslive.com)
    Dank der Postagentur haben wir überhaupt ein Laden im Dorf. Da kaufen Leute mal was ein wo sich nie ohne Post in den Laden verirren würde. Man kann alles schlechtreden wenn man will. Ich finde das Model besser als Früher. Soviel wie die Post am Schluss offen hatte, war es besser Sie hat geschlossen.
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