Schuldenkrise lässt den Traum vom Auswandern platzen

Die Wirtschaftskrise in Europa trifft jetzt auch die Auslandschweizer. Sie kommen immer öfter zurück in die Heimat – als Sozialfall. Das zeigen die neusten Zahlen des Bundesamtes für Justiz.

Immer weniger Geld in der Staatskasse, immer weniger Arbeit für Jung und Alt, immer weniger Sozialhilfe für die Bedürftigen: Das ist die Realität in vielen Staaten Europas. Und sie betrifft immer öfter auch Schweizer, die dorthin ausgewandert sind. Sie kehren verarmt in die Heimat zurück und müssen hier Sozialhilfe beantragen.

Die Zahl der Rückkehrer steige, sagt Sandro Monti, Leiter Fachbereich Sozialhilfe für Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer im Bundesamt für Justiz, gegenüber Radio SRF. Vor allem die nach Spanien Ausgewanderten seien betroffen. Rund 80 Personen hätten Spanien im letzten Jahr aus wirtschaftlicher Not verlassen. Das sind rund 50 Prozent mehr als 2011. Aus anderen Ländern gibt es ähnliches zu vermelden. Auch aus Griechenland oder Italien kehren immer mehr Auswanderer zurück, so Monti.

Sorgen macht diese Entwicklung jetzt auch der Auslandschweizer-Organisation ASO. Sprecherin Ariane Rustichelli geht davon aus, dass 2013 dieser Trend noch anhalten werde.

Angesichts der schwierigen Lage in Spanien oder Griechenland rechnet sie sogar mit einer neuen Welle von Rückkehrern. Sie könne sich gut vorstellen, dass Menschen, die erst seit wenigen Jahren im Ausland lebten, jetzt wieder in die Schweiz kommen.

Diese Einschätzung teilt Monti vom Bundesamt für Justiz. Insbesondere, da auch der Mittelstand unter der Schuldenkrise leidet.

2013 werden also noch mehr Auslandschweizer ihren Traum aufgeben und ohne Job und Geld und die Schweiz zurückkehren.