Zum Inhalt springen

Schweiz Schule hebt Kopftuchverbot auf

Zwei somalischen Mädchen wurde wegen Kopftüchern zunächst die Teilnahme am Unterricht verweigert. Die Primarschule in Au-Heerbrugg (SG) hat nun ihre Entscheidung revidiert. Ab morgen können die Mädchen den Unterricht besuchen.

Legende: Video Mit dem Kopftuch zur Schule abspielen. Laufzeit 2:31 Minuten.
Aus 10vor10 vom 10.06.2013.

«Unsere Aufgabe ist die Integration der beiden Mädchen – ein Kopftuchverbot ist da nicht zielführend. Wir wollen hier tolerant sein.» sagte Schulratspräsident Walter Portmann gegenüber 10vor10.

Die Schule will sich künftig nicht mehr an die Empfehlung des Regierungsrates halten. Erziehungsrat und Regierungspräsident Stefan Kölliker (SVP) hatte 2010 in einem Kreisschreiben allen Schulen im Kanton ein generelles Kopfbedeckungsverbot empfohlen.

Die Primarschule Au-Heerbrugg (SG) schrieb daraufhin ein solches in der Schulordnung fest. Diese Schulordnung soll bis auf weiteres nicht mehr angewendet werden, sagt Portmann. «Diese Empfehlung des Regierungsrates nützt uns nichts, wir werden uns deshalb nicht mehr daran halten. Wir glauben, dass ein Kopfbedeckungsverbot rechtlich nicht zulässig ist – solange das Bundesgericht nicht anders entscheidet.»

Somalische Flüchtlinge

Die beiden 11- und 12jährigen Mädchen sind anerkannte Flüchtlinge aus Somalia. Sie besuchen seit letztem Herbst den Deutsch-Unterricht in Heerbrugg. Seit den Frühlingsferien hätten sie den regulären Klassenunterricht besuchen sollen. Als sie mit Kopftuch zum Unterricht erschienen, schickte sie der Klassenlehrer nach Hause. Die Schulleitung untersagte den Klassenunterricht.

Legende: Video Kopftuchverbot in der Kritik abspielen. Laufzeit 3:11 Minuten.
Aus 10vor10 vom 07.06.2013.

75 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Thomas Wanner, Aarau
    Herr Nanni von Nelspruit, stellen Sie sich folgende Situation vor: (1) Sie haben eine Glatze (2) an einem heissen Sommertag wandern Sie in den Bergen (3) Sie haben Ihren Hut zu Hause vergessen und haben nur ein Tuch dabei, dass Sie sich theoretisch über den Kopf ziehen könnten. Was machen Sie ? Das Tuch über den Kopf ziehen, um sich gegen die Sonne zu schützen ? Nein; Kopftuch ist verboten.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von h. anni, zürich
      Herr Wanner, es geht hier noch nicht um das Kopftuchtragen auf einer Wanderung bei heissem Wetter, sondern um das Tragen im Schulzimmer. Keine Kreuze im Klassenzimmer = keine Kopftücher auf den Köpfen. Wenn die Schule neutral sein soll in religiösen Fragen, dann aber für alle!!! Ansonsten müssen halt Muslime eine Privatschule gründen, wie das die Juden z.T. auch haben. Da können sie dann tragen was immer sie wollen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Beppie Hermann, Bern
      T.Wanner,abgesehen davon,dass Frauen im Jilbab-Set,sofern vom Mann erlaubt,höchstens Hintergrundjobs,kaum Lehrstellen bekommen,so bitte ich Sie,wenigstens darüber nachzudenken,was es bedeutet,so eingehüllt den Alltag zu bewältigen.Keine Disko,Zwangskneifen bei Schullagern,Probleme beim Sport,Schwimmen,Velo od.Klassenwanderung.Tauschte in jungen Jahren auf einer simplen Wanderung auf die Rigi mit einer Menzingerschwester die Kleider,ich darf Ihnen versichern,es war der reine Horror!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Franz NANNI, Nelspruit SA
      Hi Herr Wanner, ich ICH!!! trage ab und zu ein Kopftuch, wie es vor ein paar Jahren Mode war... draussen. gehe ich dann in ein Restaurant zB nehme ich dieses Kopftuch ab... wie es sich gehoert! Aus Anstand! Bei diesen Maedchen ist es klar ein Zeichen der Religion... das sei ihnen gegoennt.. ausserhalb der Schule und ausserhalb Restaurants zB.. wie es der Anstand gebuehrt. Und gehen SIE mal in ein anderes Land.. wo die Muslime das sagen haben und ueben SIE ihren zB christl Glauben aus.. oh Wunder
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von R.Anderegg, Zürich
    Recep Tayyip Erdoğan: " Es gibt keinen moderaten Islam, es gibt nur moderate Muslime."
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Stefan Lengwiler, Waldkirch
    Viele vergleichen hier Äpfel mit Birnen!!! Kruzifixe an der Schulzimmerwand hat nichts mit Kopftüchern gemeinsam! Meines Wissens ist das tragen von Kruzifixen und anderen religiösen Symbolen nirgends in der Schweiz verboten!!! Wieso also ausgerechnet das Kopftuch??? Viel plabbern hier von christlichen Werten und missachten eines der Wichtigsten christlichen Werte: Toleranz und Respekt vor Andersdenkenden. Wenn andere Fehler machen, heisst das doch nicht, dass wir die gleichen machen müssen!!!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von R.Anderegg, Zürich
      Herr Lengwiler, nach Ansicht des Bundesgerichts verstoßen Kruzifixe in Klassenzimmern aber gegen die Pflicht zur religiösen Neutralität der öffentlichen Schulen (BGE 116 Ia 252 ff.) Damit haben auch Kopftücher nichts mehr in den Schulen verloren. Ein Kopftuch steht zudem weltweit für den millionenfachen Kopftuchzwang ein. Ein Symbol der Toleranz ist das ganz sicher nicht. Im übrigen haben die Christen im Islam kaum ein Anrecht auf die Ausübung ihrer Religion!!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Rainer Fauser, Augsburg
      Doch, die in den Schulzimmern drohend hängenden Kruzifixe gehören in dieselbe Kategorie: Symbolik der Einschüchterung und Unterdrückung der Freiheit mittels Religion. Diese ist Privatsache und hat in Schulzimmern nichts verloren. Religionszwänge im Schulunterricht gleichen der Werbung für Sekten, weg damit! Und weg mit deren staatlicher Unterstützung (Kirchensteuer).
      Ablehnen den Kommentar ablehnen