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Bewegter Unterricht – Kindergerecht und gut fürs Lernen?
Aus Puls vom 07.09.2020.
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Schule ohne Langeweile Bewegtes Lernen: Was Spass macht, bleibt auch besser hängen?

Engagiert Lehrkräfte setzen auf Bewegung im Unterricht. Der Nutzen leuchtet ein, lässt sich aber nicht belegen.

Wenn die Kinder morgens um halb acht auf dem Schulhof herumhüpfen, ist das in der Münchwilen nicht etwa die erste Pause, sondern Englischunterricht bei Primarlehrerin Eliane Hirschi.

Sie ist vom Nutzen des «bewegten Lernens» fest überzeugt: «Die Kinder sind motiviert und lachen, sie haben Spass. Und wenn man motiviert lernt, Freude hat an dem was man macht, bleibt es einem besser und länger.»

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«Die Kinder sind motivierter. Und wenn man motiviert lernt, bleibt einem das auch besser und länger.»
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Was die Kinder lernen sollen, wird durch Bewegung unterstützt. Beim Aufwärtszählen auf Englisch beispielsweise durch ein Hüpfen nach vorne, beim Runterzähen durch ein Hüpfen nach hinten.

Und auch im Klassenzimmer heisst Lernen nicht unbedingt still am Tisch sitzen. Jedes Kind wählt selbst, wie es liest oder lernt. Einzige Vorgabe: Die Bewegung soll automatisiert sein. Nur so kann das Hirn die Aufmerksamkeit aufs Buch lenken – auch wenn sich der Körper dabei bewegt.

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«Weil's Spass macht! Weil Bewegung zum Leben gehört! Weil ich mich besser konzentrieren kann!» Die Primarklasse ist von der Bewegung beim Lernen begeistert.
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Wie sich Bewegung in den Unterricht einbauen lässt, hat Eliane Hirschi von Patrick Fust gelernt. Selbst Lehrer, engagiert er sich schon seit über zehn Jahren für die «Bewegte Schule», entwickelt Bewegungseinheiten und bildet andere Lehrer aus.

«Ich meine ganz klar, dass die Kinder und Jugendlichen besser lernen, wenn sie sich bewegen. Auch weil sie sich dabei besser fühlen», hält Patrick Fust fest. Denn es werde ja immer auch ein Gefühl mitgelernt. «Wenn ich Freude empfinde, weil ich gleichzeitig auf einem Balanciergegenstand stehe, dann ist das ein anderes Gefühl, als wenn ich Angst habe vor einer schlechten Note.»

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«Kinder und Jugendliche lernen besser, wenn sie sich dabei bewegen und besser fühlen.»
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So einleuchtend das erscheint: Wissenschaftlich lässt sich der Effekt kaum belegen, denn aussagekräftige Vergleichsstudien sind schwierig.

«Wir wissen noch nicht so genau, wie und welche Bewegungen sich wirklich auf das Lernen auswirken», meint Claudia Roebers, Professorin für Entwicklungspsychologie, auf Anfrage des Gesundheitsmagazins «Puls». Es sei auch unklar, welche Lernfunktionen sich durch Bewegung ansprechen und fördern lassen. «Und schliesslich ist auch ungewiss, wie lange die Effekte anhalten.»

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«Aus wissenschaftlicher Sich bestehen noch viele Unklarheiten.»
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In der Praxis, so glauben die Lehrer, lasse sich durchaus ein Effekt auf die Kinder feststellen. «Wenn man immer wieder Bewegung, Spielerisches reinbringt, dann kommen die Schülerinnen und Schüler lieber in die Schule. Das ist schon mal Grund genug, um so etwas zu machen», meint Patrick Fust.

Der sinkenden Motivation entgegenwirken

Dass Motivation ein wichtiger Erfolgsfaktor ist, unterstreicht auch die Psychologin. Denn eine Studie stellte fest, dass die Lernfreude von der 1. bis Ende 5. Klasse stetig sinkt.

«Meine Vermutung wäre schon, dass solche Initiativen ‹Bewegte Schule› den Bedürfnissen der Kinder näher kommt. Und dazu führen könnte, dass die Kurve der Lernfreude nicht so stark abfällt», räumt Claudia Roebers ein. «Die Lernfreude ist eben auch wichtig für Motivation und Aufmerksamkeit und damit auch für die schulische Leistung.»

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Bewegung in der Schule könnte dazu beitragen, dass die Lernfreude in der 1. bis 5. Klasse nicht so stark absinkt, wie es im normalen Unterricht der Fall ist.
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Puls, 07.09.2020, 21:05 Uhr;

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35 Kommentare

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  • Kommentar von Brigitte Pemberger  (Gesund gross werden)
    An Hr. Baron: In der Tat ist es so, dass der Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule auch Gesundheits- und Bewegungsförderung beinhaltet. Dies ist hoch bedeutsam im digitalen Zeitalter, da Schule auch ein Gegenwicht zu Trends im Elternhaus setzen muss, damit unter dem Strich ein gesundes Heranwachsen gelingen kann. Das „Vermitteln von Kompetenzen“, wie Sie es nennen, umfasst auch Gesundheitskompetenz, ebenso nachhaltige Entwicklung u.v.m. Im Hinblick auf die KK-Prämien profitieren Sie davon!
    1. Antwort von René Baron  (René Baron)
      @Pemberger
      Da bin ich zu 100% bei Ihnen. Die Schule soll in Bezug auf das ganzheitliche leben präventive und regenerative Kompetenzen vermitteln. Ja.
      Das beinhaltet aber weder Permanentbespassung noch unkontrolliertes JeKaMi-Rumgezappel und -geschrei welche allen Kids schadet, die sich bereits konzentrieren können, wollen und wissen worauf es bei Bildung und dem späteren Berufsleben ankommt. Ponyhof ist erst NACH der Schule ;-)
  • Kommentar von René Baron  (René Baron)
    Es ist unbestritten dass Kids viel Bewegung brauchen. Sie brauchen aber auch viel Ruhe.
    Die Frage die sich hier stellt ist, ob die Schule auch für die Bewegung zuständig ist oder "nur" für die Vermittlung von Kompetenzen.
    Ich finde nein.
    Kids und Eltern haben genügend Freizeit um gemeinsam genügend Bewegung zu haben. Mal 1 Monate ohne Fernseher, PC und Mobiles und diese Zeit mit Sport nutzen: Das Kind lernt dann nicht nur mehr, sondern wird auch nicht mehr als Letztes ins Team gewählt ;-)
  • Kommentar von Pia Rothacher  (rot)
    Über den positiven Effekt von Bewegung braucht man kaum zu diskutieren. Ich frage mich allerdings schon, ob (noch) mehr Bewegung in der Schulstunde tatsächlich den gewünschten Erfolg bringt. Unsere Söhne (11,17,20) haben diese "mehr Bewegung ist super" Entwicklung alle mitgemacht. ( Wanderdiktate ...) Der Spass- und Bewegungsfaktor wird immer mehr gewichtet, aber nicht auch automatisch konzentriertes und va. NACHHALTIGES Lernen. Es wird gelernt, geprüft, vergessen. Meine Beobachtung.