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Schweiz Schummeln beim Numerus Clausus

Beim Eignungstest fürs Medizin-Studium an den Deutschschweizer Universitäten ist es zu Schummeleien gekommen: Ein Teil der Fragen waren bereits vor dem Test im letzten Monat im Umlauf. Der Test wurde daraufhin angepasst.

Die Schweizerische Universitätskonferenz hat einen anonymen Brief erhalten, der auf den Datendiebstahl aufmerksam machte. Schnell wurde klar, dass vierzehn der knapp zweihundert Testfragen bereits vor dem Testtermin bekannt waren.

Diese vierzehn Fragen wurden deshalb nicht bewertet. Alles andere wäre nicht fair gewesen, erklärt Valerie Clerc von der Universitätskonferenz: «Ein Teil der Teilnehmer hat die Antworten schon vor dem Test gekannt. Aber sie sollen aufgrund ihrer Eignung aufgenommen werden und nicht aufgrund ihres Vorwissens.»

Den Test gesamthaft zu wiederholen, war aus logistischen Gründen nicht möglich. Die Universitäten gehen davon aus, dass die Fragen gestohlen wurden. Entsprechende Ermittlungen sind am Laufen.

Im Herbst können knapp 1200 junge Frauen und Männer ihr Medizin-Studium an den Universitäten Basel, Bern, Freiburg oder Zürich beginnen. Über 3000 waren zum Numerus-Clausus-Eignungstest angetreten.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von kari huber, surin
    14 von 200? Da müsste man das Leck schnell finden. Diese 14 Fragen stammen wohl alle aus der selben Feder.
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  • Kommentar von Lena Meier, Aarau
    Der eigentliche Skandal ist, dass offensichtlich von 3000 Leuten, alle mit Matur, 1800 abgewiesen werden und dies in einem Land mit angeblichem Ärztemangel. Dafür importieren wir dann wieder tausende ausländische Mediziner aus Ländern in denen jeder Depp die Matur macht. Wer bitte verantwortet eigentlich diesen Unsinn mit dem Numerus Clausus für Mediziner? Absetzten!
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    1. Antwort von Daniel Früh, Guggisberg
      Sie haben schon recht, das Problem ist nur, dass es an den Unis und den Universitätsspitälern nicht genügend Platz hat für all die Leute. Zuerst müsste man also die ganze Infrastruktur aufrüsten und das kostet eine Menge Geld. Deshalb ist ein frühes Selektionieren sicher im Moment die beste Lösung, langfristig gesehen sicher eine schlechtere.
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    2. Antwort von kari huber, surin
      Die Gesundheitskosten steigen +/- mit der Anzahl niedergelassener Ärzte. Jede Praxiseröffnung, die nicht mit einer -schliessung kompensiert wird, erhöht die Gesundheitskosten. Haben wir nun einen Ärztemangel oder -überschuss? Wer will immer mehr Krankenkassenprämien bezahlen?
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    3. Antwort von Thomas, Meyer
      "Im Ausland jeder Depp die Matur macht" = das ist leider in der Schweiz auch nicht mehr anders. Davon abgesehen haben Sie natürlich völlig recht. Wir verbauen jungen motivierten Menschen die Ausbildung in einem Mangelberuf und importieren gleichzeitig mehr als die Hälfte der Ärzte aus dem Ausland. Kommt halt billiger. Eigentlich ein echter Skandal.
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    4. Antwort von p.keller, kirchberg
      Sie vergessen, dass in der Schweiz das Niveau der Matura schon längst dermassen tief gesunken ist, dass eine nochmalige Auswahl für das Medizin-Studium schon längst fällig war.
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    5. Antwort von Nemo Tenetur, Bern
      P.Keller: ich wär mir da nicht so sicher, dass das Niveau wirklich tiefer geworden ist oder zumindest nicht für alle. Es kommt halt eben auf die Fächerwahl an (Schwerpunkt- und Ergänzungsfach). Nach wie vor werden in der CH rund 20% der Schüler ans Gymi zugelassen. Das war - Irrtum vorbehalten - früher auch schon so. Der Grund eines numerus clausus liegt am Plätzemangel an der Uni (und später in den Praktika: es können nicht 20 Leute um ein Bett stehen) und nicht am tiefen Niveau der Maturanden.
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    6. Antwort von Rolf Bolliger, Orpund
      Auch wenn es die "Gutmenschen", "Einheitsmenschbefürworter" und "Grenzenabschaffer" nicht hören mögen, Fakt ist aber: Die Universitäten in unserem Land sind mit viel zu viel ausländischen StudentenInnen vollgepfercht! 2. Zu viele "schlechte" Maturanten(innen) wollen den äusserst anspruchsvollen Beruf (Arzt, Mediziner) erlernen! Es braucht auch Handwerker und einfache Berufsleute, sonst passiert das gleiche Elend, wie in Griechenland: Alles nur noch gut bezahlte Staatsbeamte und Leute in "weiss"!
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  • Kommentar von Luder Samuel, Langenthal
    Da ist vielleicht noch mehr geschummelt worden als bekannt ist. Dieser Test ist eine sinnlose Geldverbrennungsmaschine ohne Wertschöpfung. Alles was diese Tests und Vorbereitungskurse kosten, würde besser in das Medizinstudium investiert. Mehr zugelassene Studenten/innen und eine strengere erste Medizinprüfung wäre nicht die schlechtere Lösung.
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    1. Antwort von Nemo Tenetur, Bern
      Ihre Lösung geht leider gerade im Medizinstudium nicht: Der Grund eines numerus clausus liegt am Plätzemangel an der Uni. Ich spreche nicht (nur) von der Aula, sondern vom Labor, Sezierraum, Anzahl Leichen usw. Und später in den Praktikas: es können nunmal nicht 20 Leute um ein Bett stehen. Wie fühlt sich da der Patient? Der numerus clausus garantiert zumindest, dass ein Maximum an Studierenden, die im (für den Steuerzahler bereits teuren) 1. Jahr sind, das Studium auch zu Ende führen.
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