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Bürgerkrieg in Syrien Schweiz nimmt 2000 syrische Flüchtlinge auf

Der Bundesrat folgt Migrationsministerin Simonetta Sommaruga und will weiteren Vertriebenen aus dem Bürgerkriegsland in der Schweiz Zuflucht geben.

Legende: Video «Die Schweiz nimmt 2000 weitere Flüchtlinge auf» abspielen. Laufzeit 1:16 Minuten.
Aus Tagesschau vom 09.12.2016.
  • Die Schweiz nimmt in den nächsten zwei Jahren weitere 2000 besonders verletzliche Flüchtlinge auf. Aufgenommen werden vor allem Menschen, die in die Nachbarländer Syriens geflüchtet sind, dort aber nicht bleiben können.
  • Bei den Menschen, welche die Schweiz aufnimmt, handelt es sich vorwiegend um Familien, Frauen und Kinder, aber auch um Betagte und Kranke.
  • Für das ganze laufende Jahr werden in der Schweiz weniger als 30'000 Asylgesuche erwartet. Das sind etwa 10'000 Gesuche weniger als 2015.

Die Menschen, welche die Schweiz aufnehmen will, wurden vom UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) bereits als Flüchtlinge anerkannt. Vor der Einreise werden ihre Dossiers jedoch wie üblich dem Nachrichtendienst zur Prüfung unterbreitet.

Legende: Video «Minderjährige Flüchtlinge in der Schweiz» abspielen. Laufzeit 2:50 Minuten.
Aus Tagesschau vom 15.11.2016.

Mit seinem Beschluss setze der Bundesrat die humanitäre Tradition der Aufnahme von anerkannten Flüchtlingen in Gruppen fort, die er 2013 wieder aufgenommen habe, schreibt das EJPD.

Im Frühjahr 2015 hatte der Bundesrat die Aufnahme von 3000 Personen aus der Krisenregion bewilligt. Damit unterstützte er die Programme zur Umsiedlung (Resettlement) des UNHCR und Umverteilung (Relocation) der EU. Das Resettlement-Kontingent wird Anfang 2017 ausgeschöpft sein.

Sinkende Asylzahlen gegenüber Vorjahr

Für die Integration setzt der Bund 12'000 Franken pro Person ein, zusätzlich zur ordentlichen Integrationspauschale von 6000 Franken. Er begründet das mit der Herausforderung, welche die Integration bei besonders verletzlichen Personen darstelle.

Für das laufende Jahr erwartet der Bund weniger als 30'000 Asylgesuche, gut ein Viertel weniger als 2015. Der Anteil der Schweiz an allen in Europa gestellten Asylgesuchen liege derzeit bei rund 2 Prozent, schreibt das EJPD. Das sei der tiefste Wert seit 20 Jahren.

Fortgesetzt wird auch die Hilfe vor Ort. Zusätzlich zu den bisher dafür eingesetzten rund 250 Millionen Franken wird für 2017 im Rahmen des Budgets für internationale Zusammenarbeit 66 Millionen Franken bereitgestellt. Zudem prüft das Aussendepartement (EDA) derzeit die Eröffnung eines humanitären Büros in Damaskus.

122 Kommentare

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  • Kommentar von Hanspeter Müller (HPMüller)
    Im Verlauf der nächsten 2 Jahre sollen 2000 Kriegsvertriebene Frauen, Kinder und Behinderte in die Schweiz kommen. Und ausgerechnet jene, die immer wieder die Traditionen und christlichen Werte der Schweiz betonen sind dagegen. Nimmt mich nur Wunder, wie viele davon in 2 Wochen unter dem Weihnachtsbaum und in der Kirche fromm der Weihnachtsgeschichte lauschen über eine Familie auf der Flucht nach Aegypten. Aber das ist natürlich etwas ganz Anderes - wenns ums eigene Portemonnaie geht.
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    1. Antwort von Edi Steinlin (stoni)
      Mit einer solchen Meinung können sie sicher sein, dass ihr Leserbrief verbreitet wird.
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  • Kommentar von Karl Paul (Karl Paul)
    Find ich gut!
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  • Kommentar von W Streuli (Wernu)
    Ein ganz klarer Fall, die traumatisierten Kriegsflüchtlinge aus Syrien bedürfen unseren Schutz, keine Frage. Es wäre so nebenbei nicht mehr als moralisch, wenn die sogenannten Wirtschaftsflüchtlinge,wie unter anderem aus Eritrea sich vom"gedeckten Tisch" von selbst erheben würden und jenen den Platz anbieten, die es wirklich dringend benötigen!!
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    1. Antwort von Hans Fürer (Hans F.)
      Unser grenzenloses Wohlwollen gegenüber den Eritreern und auch immer noch gegenüber den Tamilen ist je länger je weniger verständlich und auch ungerecht, gibt es doch allein in Afrika bestimmt 500 Millionen Menschen, denen es noch weit schlechter geht, und die sich vor Ort trotzdem durchschlagen müssen.
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    2. Antwort von Peter Zurbuchen (drpesche)
      Gibt es ein verlogeneres Argument jemandem nicht zu helfen als, dass es Menschen gibt, die noch ärmer dran sind? Wer bestimmt denn, wem man helfen darf, wem es am schlechtesten geht? Sie? Oder macht man da ein Casting?
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