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Schweiz Schweizer Greenpeace-Aktivist nach Freilassung «überwältigt»

Der Schweizer Greenpeace-Aktivist Marco Weber hat das Gefängnis in Russland verlassen. Er sei sprachlos und überwältigt, sagte er im Interview mit SRF. Greenpeace International hat die Kaution für den 28-jährigen Aktivisten hinterlegt. Er sass zwei Monate in Haft.

Legende: Video Erstes Interview mit Marco Weber nach seiner Haftentlassung abspielen. Laufzeit 00:34 Minuten.
Aus News-Clip vom 22.11.2013.

Greenpeace-Aktivist Marco Weber hat nach seiner Freilassung erst wenige Worte an die Öffentlichkeit gerichtet. Wie SRF-Korrespondent Christof Franzen erzählt, sei Weber dankbar und überwältigt gewesen.

Keine Ausreise trotz Pass

Franzen konnte im Hotel kurz mit dem Aktivisten reden – allerdings habe Weber nicht viel gesagt. Da der Prozess noch am Laufen sei, müsse er erst abklären, welche Informationen er preisgeben dürfe und welche nicht. Marco Weber hat sich aber für die ganze Unterstützung bedankt, die er während seiner Zeit im russischen Gefängnis erfahren habe.

Der Greenpeace-Aktivist hat inzwischen seinen Pass zurückerhalten. Rein juristisch gesehen könnte er laut Christof Franzen auch ausreisen. Er müsse aber jederzeit den Untersuchungsbehörden zur Verfügung stehen. Der Pass ist derzeit jedoch nicht viel wert: Er hat kein Einreisevisum. Bis Weber dieses erhält, könnten noch Tage oder Wochen vergehen.

Greenpeace International hat die Kaution für den 28-jährigen Schweizer bezahlt, bestätigt Mediensprecher Yves Zenger auf Anfrage von SRF News Online. Wie es allerdings mit dem Aktivisten weitergeht, weiss Zenger nicht. Ein Greenpeace-Team sei vor Ort und helfe ihm, die zwei Monate Untersuchungs- und Isolationshaft zu verarbeiten. Weber solle soweit als möglich von der Öffentlichkeit abgeschirmt werden.

Neben dem Schweizer sind am Freitag noch 13 weitere inhaftierte Aktivisten auf freien Fuss gesetzt worden. Damit sind inzwischen 24 von 30 im September festgenommenen Greenpeace-Aktivisten und Journalisten auf freiem Fuss. Ein Gericht kündigte derweil die Freilassung von drei weiteren Aktivisten an.

Mehrere Jahre Gefängnis möglich

Insgesamt waren 28 Aktivisten und zwei Journalisten aus 18 Ländern festgenommen worden. Ihnen soll wegen «Rowdytums» der Prozess gemacht werden, offiziell wurde aber auch der Tatvorwurf der gemeinschaftlichen Piraterie noch nicht fallen gelassen. «Rowdytum» kann in Russland mit bis zu sieben Jahren, Piraterie mit bis zu 15 Jahren Haft geahndet werden.

Die Aktivisten hatten Mitte September versucht, eine Bohrplattform des russischen Energiekonzerns Gazprom zu besteigen. Mit der Protestaktion wollten sie auf die Gefahren der Ölförderung für die Umwelt in der Arktis aufmerksam machen.

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49 Kommentare

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  • Kommentar von Joyceline Green, bern
    Lieber Herr Iomonosowich warum leben Sie eigentlich nicht in Russland, wenn Sie den wilkürlichen Justizapparat und die politischen Verhältnisse dort so toll finden? Gehen Sie doch selber nach Sybirien.
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  • Kommentar von Sergeji lomosonowitch, Meilen
    Als hier lebender Russe finde ich immer noch, Russland hätte diesen Mann, der doch verbrecherisch gehandelt hat, länger im Gefängnis lassen sollen. Am besten nach Sibirien. Es war sicher ein politischer Entscheid. Leider läuft das heute in Russland nicht korrekt, und hier finden sich noch ein paar "Fans" inklusive die Television, die ihn unterstützen! Jeder der für Grenpeace spendet weiss jetzt was mit dem Geld passiert. Die Arktis gehört nun mal Russland und damit auch die Bodenschätze.
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    1. Antwort von R.käser, Zürich
      Als in der Schweiz lebender Russe, sollten Sie mal nach Russland gehen und dort aufräumen wo die Russen Uran abbauen. Nach der Aufräumaktion werden Sie strahlend erleuchtet sein und verstehen warum es Greenpeace braucht. Sie werden auch verstehen was in Russland und anderswo falsch läuft und warum es Menschen gibt die weiter denken und solche Organisationen unterstützen. Und es werde Licht... MfG
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    2. Antwort von R.Käser, Zürich
      ..... Im Weiteren gehört die Umwelt der Menschheit von heute und von Morgen! Der grösste Teil der Menschheit hat keine Stimme weil diese noch garnicht leben! Was würden Sie sagen wenn Sie in 500 Jahren auf die Welt kommen und sich in unserer Kloake zurecht finden müssten? Würden Sie es gut finden was wir hinterlassen haben? Fangen Sie an zu denken bei jedem Atemzug - die Luft schmeckt noch ohne Aktivkohlefilter gut weil wir diese noch nicht voll zerstört haben!
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    3. Antwort von Fadri Pitsch, 8004 Zürich
      @Sergei an der Goldküste.Ihr Verständis für Demokratie scheint Ihnen immer noch nicht begegnet zu sein. Ihre Meinung ist erbärmlich und dümmlich. Und das von jemanden der aus dem Land woTolstoi und Chagall gelebt haben. Es ist ein Jammer.
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  • Kommentar von Joyceline Green, Bern
    Danke Herr Planta für den Hinweis. Sorry Herr Pitsch.
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