Schweizer spenden deutlich mehr

Eine erste Übersicht zeigt: Die Hilfswerke haben in diesem Jahr deutlich mehr an Spenden eingenommen, als ursprünglich budgetiert. Damit liegt das ausklingende Jahr im Trend, der etwa 2003 begonnen hat.

Eine Frau füllt vor einem zerstörten Gebäude Wasser ab. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Schweizerinnen und Schweizer zeigten bei Naturkatastrophen wie dem Erdbeben in Nepal grosse Hilfsbereitschaft. Keystone

Die Schweizer Bürger haben sich auch 2015 von ihrer spendenfreudigen Seite gezeigt.

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«Jeder Rappen zählt»

Auch die diesjährige Spendenaktion «Jeder Rappen zählt» von SRF 3, SRF zwei und Glückskette konnte innert sieben Tagen und Nächten 4'109'635 Franken an Spendengeldern verbuchen. Das Geld kommt Jugendlichen in Not zugute.

Organisationen wie WWF, Caritas oder Glückskette bilanzieren alle gleich: «Das Jahr war überaus erfreulich. Wir haben viel mehr Spenden entgegennehmen können, als wir budgetiert hatten», sagt etwa Beat Wagner vom Schweizerischen Roten Kreuz. Seine Organisation weist für 2015 einen Spendenzufluss von rund 45 Millionen Franken aus.

Naturkatastrophen und Flüchtlingsnotstand

Auch andere Hilfswerke sind sehr zufrieden, wie Stichproben ergeben. Mit ein Grund für die grosse Hilfsbereitschaft dürfte gewesen sein, dass es 2015 zu Naturkatastrophen wie dem Erdbeben in Nepal kam.

Die Bevölkerung der Schweiz sei stets bereit, bei Naturkatastrophen grosszügig zu helfen, meint auch Dieter Wüthrich vom evangelischen Hilfswerk HEKS. Dazu komme die Flüchtlingskrise, die die Schlagzeilen dominiert habe: «Da denke ich schon, dass die Leute sehr sensibilisiert reagiert haben und dementsprechend bereitwillig gespendet haben.»

Hilfswerke sind mit 2015 zufrieden

2:01 min, aus HeuteMorgen vom 28.12.2015

Positive Entwicklung

Die Bevölkerung hierzulande ist dabei über die Jahre spendenfreudiger geworden. Das zeigen Schätzungen der Zertifizierungsstelle ZEWO: Im Jahr 2003 beliefen sich die Spenden in der Schweiz demzufolge auf eine Milliarde Franken. 2014 waren es bereits 1,7 Milliarden, also 70 Prozent mehr.