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Waffen gegen den Terrorismus Schweizer Streifenpolizisten werden mit Sturmgewehren ausgerüstet

Wegen Terrorgefahr rüsten Kantonspolizeien auf und beschaffen Sturmgewehre, berichtet «10vor10».

Legende: Video Sturmgewehre für Polizisten abspielen. Laufzeit 4:31 Minuten.
Aus 10vor10 vom 29.11.2016.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Neu erhalten Streifenpolizisten schusstarke Sturmgewehre. Bisher waren sie nur mit Pistolen oder Maschinenpistolen ausgerüstet.
  • Welche Polizeikorps aufgerüstet werden, ist nicht vollumfänglich bekannt. Sicher aber gehören die Kantonspolizeien Bern, St. Gallen und Aargau dazu.
  • Hintergrund ist eine neue Doktrin für Amok- und Terrorlagen, welche die kantonalen Polizeikommandanten erarbeitet haben.

Die Anschläge im vergangenen Jahr in Frankreich haben viele Schweizer Polizeikorps zum Überdenken ihrer Strategie angeregt. Dies hat konkrete Auswirkungen auf den Polizeieinsatz. Polizeipatrouillen sollen möglichst rasch auf Attentäter mit schweren Waffen reagieren können – dafür benötigen sie selber neue Waffen: Sturmgewehre, wie sie in der Armee eingesetzt werden.

Sturmgewehre bei mehreren Kantonspolizeien

Ausgerüstet waren die sogenannten Generalisten der Polizei – gemeinhin als Streifenpolizisten bezeichnet – bisher lediglich mit Pistole oder Maschinenpistole. Die schussstärkeren Sturmgewehre wurden in den vergangene Monaten in mehreren Kantonen angeschafft, bestätigt Stefan Blättler, Präsident der Konferenz der kantonalen Polizeikommandanten Schweiz (KKPKS) gegenüber «10vor10».

Zu den Korps, die Sturmgewehre angeschafft haben, zählt auch die Kantonspolizei Bern, die von Blättler kommandiert wird. Welche weiteren Polizeikorps ebenfalls aufgerüstet haben, wollte Blättler nicht sagen. Es handle sich aber um «mehrere».

Gemäss Recherchen von «10vor10» hat auch die Kantonspolizei St. Gallen Sturmgewehre angeschafft. Die Kantonspolizei Aargau hatte bereits im Frühjahr eine entsprechende Beschaffung kommuniziert.

Die Kantonspolizei Zürich hingegen hat bei den Generalisten darauf verzichtet. Ihre Sondereinheiten verfügen seit längerem über stärkere Bewaffnung als die Streifenpolizisten. Denn aus topografischen Gründen seine die besser bewaffneten Sondereinheiten zur Unterstützung von Streifenpolizisten im Kanton Zürich rascher vor Ort als andernorts, begründet ein Sprecher die Entscheidung.

Erstmals nationale Doktrin

Hintergrund der Beschaffung von Sturmgewehren bei mehreren Kantonspolizeien ist eine neue Doktrin, die von der KKPKS für Amok- und Terrorlagen erarbeitet wurde. Laut KKPKS-Präsident Stefan Blättler soll mit der erstmals vorliegenden Doktrin die Zusammenarbeit der verschiedenen Korps verbessert werden.

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25 Kommentare

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  • Kommentar von tom rosen (tom rosen)
    Respekt muss man sich verdienen. Vor Jahren habe ich eine Kampagne der Polizeien in D entwickelt, die deren Wahrnehmung in der Öffentlichkeit optimieren sollte. Gegen Widerstände in Politik und Korps haben wir eine Änderung der Verhaltensnormen herbeiführen können. Ein (vielfach prämierter) Quantensprung im Selbstverständnis der Polizei und ihrer Positionierung. Bewaffnete, freundliche, höfliche Dienstleister, grundsätzlich pro Bürger unterwegs, statt nach dem Credo "Jeder ist verdächtig."
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  • Kommentar von Eva Schwan (Eva)
    Seit 20 Jahren haben wir immer weniger Anschläge. Der Bürger wird entwaffnet, der Staat rüstet auf. Was soll man davon halten?
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  • Kommentar von Thomas Heimberg (tomfly)
    Ach liebe ich diese super-tolerante MultiKulti-Gesellschaft. Zuerst heissen wir gewisse Typen welcome, dann dürfen wir auch noch doppelt bezahlen, einmal für deren Unterhalt und dann für die Aufrüstung der Polizei, der Geheimdienste. Da fühle ich mich doch gerade viel sicherer, wenn im Hintergrund Mails und Telefonate ausspioniert werden und im Vordergrund martialische Kampftruppen durch die Strassen flanieren. Nein danke zu allem!
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