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Schweiz Schweizer Strom lässt Europa kalt

Strombarone und kleinere Energieversorger aus der Schweiz und Nachbarländern treffen sich ab heute zum zehnten Mal am Stromkongress in Bern. Es stellt sich die Frage: Welchen Platz wird die Schweiz in der Energiezukunft des Kontinents einnehmen? Für Versorger hierzulande spitzt sich die Lage zu.

Strommast an einem Berg
Legende: Kaum ein Lichtblick für Schweizer Stromversorger in Europa. Keystone

Rund um die Schweiz haben 19 Länder ihre Strommärkte gekoppelt. Das heisst, sie haben den Strom und die dafür nötigen Übertragungsrechte auf einem einzigen Markt zusammengelegt.

Französische Kraftwerke und deutsche Kunden handeln nun unkompliziert und günstig untereinander Strom. Die Schweiz steht abseits.

David Thiel, Chef der Basler IWB, die vor allem in Wasserkraftwerken Strom produziert und in der Region private, aber grosse industrielle Kunden versorgt, bedauert dies: «Ein langfristiges Abseitsstehen der Schweiz ausserhalb der europäischen Energiewelt ist für die Schweiz nicht gut und ist gleichzeitig für Europa nicht gut.»

Stromabkommen mit der EU in der Schwebe

Schweizer Energieproduzenten wie IWB müssen, wenn sie über die Grenzen Strom verkaufen wollen, parallel ein Übertragungsrecht ersteigern. Ein riesiger Nachteil, sagt Thiel: «Wenn ich einen Energiekontrakt mit einem deutschen Kunden mache und nicht bereits garantiert habe, dass ich diese Energie auch über die Grenze bringen kann, dann wird mein deutscher Kunde einen anderen Lieferanten wählen. Und dann bin ich nicht mehr konkurrenzfähig. Und das ist für uns ein grosser Nachteil.»

Aus dem Weg schaffen könnte diesen Nachteil ein Stromabkommen mit der EU. Ein solches ist praktisch unter Dach und Fach, doch Uneinigkeit in der Frage der Personenfreizügigkeit verhindert, dass die EU unterschreibt.

«Wir sind nicht alleine in diesem Spiel»

Gewissheit über die künftige Zusammenarbeit mit Europa wünscht sich die gesamte Strombranche. Doch auch wie die Stromproduktion in der Schweiz selber künftig aussehen soll, ist völlig offen – und auch in der Branche umstritten. IWB-Chef Thiel sagt es diplomatisch: «Als IWB wollen wir die erneuerbare Vollversorgung möglichst kostengünstig und möglichst zügig umsetzen. Das wissen wir. Wir sind aber nicht alleine in diesem Spiel.»

So ist in der Branche beispielsweise nach wie vor umstritten, wie schnell die Schweizer AKWs abgeschaltet werden sollen und ob überhaupt. Je rascher Klarheit herrscht, desto besser fürs Geschäft der Stromversorger.

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20 Kommentare

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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Mit allen nur erdenklichen "Waffen" setzt uns die EU unter Druck, bis sie uns gefügig machen kann. Wir sind in den Fängen dieses maroden Kolosses. Schuld daran ist die linkslastige, EU hörige Politik.
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  • Kommentar von H. Wach (H. Wach)
    Grotesk u. absurd mit welchen Argumenten die EU unsere bewährte direkte Demokratie, die in der souv. Verf. u. dem bewährten NICHT-Beitritt zur EU verankert ist, durch Dolchstösse bzw. erpresserischen Methoden in die Knie zwingen wollen. Inwiefern unsere EU-Turbos oder/und die ECONOMIESUISSE auch dahinter stecken, sollte vom heimischen Investigations-Journalismus (z.B. Weltwoche/Köppel) unbedingt geklärt werden. Denn Kohle-/Atomstrom wird seit jeher in unsere Stauseen gepumpt. Mit o. ohne MEI.
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  • Kommentar von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
    Jammern wir nicht, wenn die EU unser Strom nicht will. So können wir unsere AKW auslaufen lassen, denn dann können wir genug Strom aus erneuerbarer Energien produzieren und sind ganz unabhängig. Es braucht in der Schweiz auch viel Strom und die Kraftwerke werden nicht bankrott gehen, nur verdienen sie einwenig weniger.
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