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Schweiz Schweizer verschwenden jährlich 2 Millionen Tonnen Lebensmittel

Eine Studie des Bundesamts für Umwelt zeigt: Ein Drittel aller in der Schweiz produzierten Lebensmittel landet auf dem Müll. Dabei wären sie noch geniessbar.

Ein Tisch mit Lebensmitteln, dahinter ein Müllabfuhrwagen.
Legende: In der Schweiz landen geniessbare Lebensmittel tonnenweise im Abfall. Keystone

In der Schweiz landen jedes Jahr Unmengen von essbaren Nahrungsmitteln im Abfall. Dies zeigt eine nun veröffentlichte Erhebung des Bundesamts für Umwelt (Bafu), welche 2012 zum vierten Mal durchgeführt wurde.

Die Stichproben ergaben, dass auf das ganze Jahr gerechnet rund 250'000 Tonnen Nahrungsmittel in den Kehrrichtsäcken der Privathaushalte landen. Das sind über 31 Kilogramm pro Kopf. Ein Sechstel ist dabei noch grösstenteils geniessbar.

Kampf gegen Verschwendung

Berücksichtigt man die Abfälle der Industrie, der Landwirtschaft und der Gastronomie, werden in der Schweiz jährlich über zwei Millionen Tonnen Nahrungsmittel verschwendet.

Einige grosse Player aus der Lebensmittelbranche haben sich zum Ziel gesetzt, diese Menge zu halbieren. Dafür wurde im vergangenen Jahr die Organisation «United Against Waste» gegründet.

Auch der Bund engagiert sich gegen die Verschwendung von Nahrungsmitteln. Der Erfolg ist aber noch nicht sichtbar.

Abfallvolumen hat zugenommen

Die Erhebung des Bafu zeigt: Der Anteil biogener Abfällen zu der neben Nahrungsmitteln auch Rüst- oder Gartenabfälle zählen, hat innerhalb von 20 Jahren von 23 auf 33 Prozent zugenommen.

Der restliche Abfall setzte sich 2012 zu 13,5 Prozent aus Papier, zu 12,8 Prozent aus übrigen Verbundwaren und zu 11 Prozent aus Kunststoffen zusammen. Ein grosser Teil bestand auch aus mineralischen Abfällen, Verpackungen, Karton, Glas und Textilien. Signifikant gesunken ist zwischen den ersten Studien in den Jahren 1992, 1993 und heute nur der Anteil an Papier.

Die Gesamtmenge des Abfalls sank von 260 auf 206 Kilogramm pro Kopf auf insgesamt 1,64 Millionen Tonnen. Ein grosser Teil davon könnte dabei wiederverwertet werden.

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65 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Knecht, Torny
    Es wäre noch aufschlussreich zu erfahren wieviele Nachrungsmittel von den Grossisten wie Coop und Migros fort geworfen werden. Sah es erst letzt Woche wieder wie im Coop 10 Minuten vor Ladenschluss viele gute Nahrungsmittel im grossen Abfallsack landeten. Liebe Coop-Mitarbeiterinnen, wie wäre es Nahrungsmittel 24 oder 48 Stunden vor Ablauf den Preis auf 50% zu setzen? Oder schlicht weniger zu produzieren? Bin daher für eine Strafe wie z.B. alles was Abläuft darf man 1h vor Schluss gratis haben.
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    1. Antwort von Beppie Hermann, Bundey
      Habe im vergangenen Frühherbst auf gewissen Plattformen wegen Teilliquidation meines Haushalts einiges ausgeschrieben, manches dummerweise auch gratis. Ganze Völkerstämme pilgerten darauf nur wegen ein paar kostenlosen Dingen unangemeldet an meinen abgelegenen Wohnort. Stellen Sie sich den Massenansturm eine Stunde vor Ladenschluss einmal vor, wohl etwa wie in Mekka. Ich denke, es würde Tote geben.
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  • Kommentar von Eddy Dreier, Burgdorf
    Wenn ich Coca-Cola, Mc-Donalds und Hollywoodfilme hätte, dann würde ich dies auch wegschmeissen... Es ist ja auch nicht mehr als... ...Abfall!
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  • Kommentar von Hans-Ueli Köhli, Zürich
    Lebensmittel-Verschwendung:31kg pro Pers.&Jahr = eine Schande!Wir haben es ja!:arrogant-ignorant-respektlos!Vor allem wird tonnenweise noch Geniessbares fortgeworfen.Für mich alles nicht nachvollziehbar.In den meisten Fällen riecht&schmeckt man es ja.Sind Sinne&Bewusstsein völlig abhanden gekommen?Ùnd "weniger ist mehr"gilt in der Regel auch beim Einkaufen. Und selbst in der Schweiz gibt es überall Menschen,die die verschwendeten Lebensmittel brauchen könnten.Aufklärung/Verstand/Lösungen=nötig.
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