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Session Liebe Nationalräte, wie weit kommt die Schweizer Nati?

Wenn die Schweiz in Frankreich um Ruhm und Ehre kämpft, blickt auch Bundesbern ganz genau hin – allen voran die fussballbegeisterten Mitglieder des FC Nationalrat. SRF News hat einige von ihnen befragt, was sie der Nati zutrauen und wer am Schluss wohl triumphieren wird.

Die Mannschaft des FC Nationalrat.
Legende: Der – nicht ganz komplette – FC Nationalrat vor einem Spiel gegen die YB Old Stars (März 2016). Sport-Toto-Gesellschaft

Unternehmenssteuerreform, Tabakgesetz, Mietrecht – das Parlament hat in der aktuellen Sommersession einige zähe Brocken zu bewältigen. Ein Thema steht zwar nicht auf der reich befrachteten Traktandenliste, wird aber dennoch zu hitzigen Gesprächen in der Wandelhalle führen: Der Auftritt der Schweizer Nati in Frankreich.

Freunde des runden Leders gibt es unter der Bundeshauskuppel zur Genüge, insbesondere natürlich die Mitglieder des FC Nationalrat. Sie haben SRF News verraten, für wen ihr Fussballherz schlägt und welche Erwartungen sie haben.

Wie weit schafft es die Schweiz an der EM?

Nationalrat Eric Nussbaumer im Sportdress am Fussball spielen.
Legende: Der Captain des FC Nationalrat: Eric Nussbaumer. Keystone

Eric Nussbaumer (SP/BL): Das erste Spiel gegen Albanien gibt den Takt vor. Grundsätzlich räume ich unserer Nati eine Chance von 60 Prozent ein, dass sie die Gruppenphase übersteht. Zu mehr wird es wohl nicht reichen – zumindest hat es bei den laschen Vorbereitungsspielen nicht danach ausgesehen, als liege mehr drin.

Marco Romano (CVP/TI): Das wird sich von Match zu Match entscheiden. Es müsste jedoch möglich sein, die Achtelfinale zu erreichen. Die Spieler haben ja eben noch eine Woche im wunderschönen Tessin verbracht: Ich vertraue darauf, dass sie dort viel positive Energie getankt haben.

Christian Wasserfallen (FDP/BE): Die Schweizer Nati ist für mich eine grosse Blackbox. Ich will jedoch optimistisch sein und daran glauben, dass sie die Gruppenspiele übersteht. Denn das Potential der Mannschaft ist riesig.

Cédric Wermuth (SP/AG): Nach drei Spielen ist Schluss – leider. Doch als Doppelbürger bin ich zum Glück im Vorteil: Wenn die Schweiz nicht mehr dabei ist, kann ich immer noch mit Italien mitfiebern.

Christian Imark (SVP/SO): Realistisches Ziel wären wohl die Achtelfinale. Ich traue dieser Mannschaft allerdings einiges zu. Gelingt ihr ein erfolgreicher Auftakt gegen Albanien, kann das den Spielern gehörig Schub verleihen – dann ist vieles möglich.

Wer ist Ihr Lieblingsspieler?

Duri Campell (BDP/GR): Yann Sommer beeindruckt mich sehr. Trotz seines immensen Erfolges hat er nie die Bodenhaftung verloren. Vermutlich wirkt zudem etwas «Goalie-Solidarität» mit: Als Bub stand ich auch immer im Tor. Meine Fussball-Leidenschaft entfacht hat aber die FCB-Legende Karl Odermatt. Den Baslern bin ich seither treu geblieben, was für einen Engadiner wohl etwas aussergewöhnlich ist.

Christian Wasserfallen (FDP/BE): Den neuen Captain Stephan Lichtsteiner finde ich cool. Er ist ein absoluter Routinier und Leistungsträger, ein bissiger Kämpfer.

Marco Romano (CVP/TI): Valon Behrami, der ebenfalls im Tessin aufgewachsen ist. Die Tessiner Bevölkerung hat sich sehr dafür eingesetzt, dass seine Familie in der Schweiz bleiben konnte und schliesslich eingebürgert wurde. Behrami wohnte im Nachbardorf. Als Kinder haben wir deshalb wahrscheinlich sogar gegeneinander Fussball gespielt. Er war dann aber wohl etwas talentierter.

Cédric Wermuth (SP/AG): Früher war Marco Pascolo mein Held. Heute gefällt mir die Spielweise von Admir Mehmedi sehr. Jedoch musste ich etwas zerknirscht feststellen, dass die Nati-Spieler nun allesamt jünger sind als ich (lacht).

Wie und wo verfolgen Sie die Spiele?

Eric Nussbaumer (SP/BL): Ich werde mir die Matches entweder bei einem Public Viewing ansehen oder mit den Nachbarn daheim auf dem Balkon. Auf das dritte Spiel der Schweizer Nati gegen Frankreich freue ich mich besonders: Da bin ich mit ein paar Kollegen live vor Ort.

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Legende: Nationalrat Christian Wasserfallen in Aktion. Keystone

Christian Wasserfallen (FDP/BE): Ganz klar: Wenn immer möglich werde ich die Spiele bei einem Public Viewing mit Freunden verfolgen – und zwar nicht bloss die Auftritte der Schweizer Nati. Grundsätzlich finde ich die Gruppenphase das Interessanteste an der EM, vor allem da dieses Jahr mehrere Mannschaften zum allerersten Mal mit dabei sind.

Cédric Wermuth (SP/AG): Das zweite Spiel der Nati findet ja während des laufenden Sessionsbetriebs statt. Wir werden uns dann abwechselnd in der Wandelhalle um den Fernsehbildschirm scharen, gerne auch mit einem Bier in der Hand. Aber keine Sorge: Die Abstimmungen werden nicht verpasst.

Christian Imark (SVP/SO): Für den dritten Nati-Match reise ich mit ein paar Nationalratskollegen nach Frankreich, das wird ein tolles Erlebnis. Es ist ein überparteilicher Ausflug: Schliesslich geht es um den Fussball, nicht um Politik.

Zum Schluss: Welche Mannschaft holt sich den Titel?

Christian Imark (SVP/SO): Selbst wenn theoretisch alles möglich ist: Die Schweiz als Europasieger? Das bleibt wohl Wunschdenken. Ich tippe auf Deutschland.

Duri Campell (BDP/GR): Gemeinhin wird natürlich Deutschland als Favorit gehandelt. Für Überraschungen könnte allerdings Portugal sorgen.

Christian Wasserfallen (FDP/BE): Deutschland oder Spanien, die üblichen Verdächtigen halt. Generell ist es schade, dass die EM-Titel nur unter ein paar wenigen Teams «verteilt» werden.

Cédric Wermuth (SP/AG): Am meisten gespannt bin ich auf die Spiele von Österreich und Albanien. Meine Hoffnung ruht aber auf Italien. Belgien könnte indes ein Geheimtipp sein.

Die Fussball-EM

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Fabio Krauss (FabioK)
    Cédric Wermuth's Hoffnungen ruhen also auf Italien. War ja klar, dass er emotional nicht zur Schweiz steht ("Hoffnung" kann nur emotional interpretiert und nicht als objektive Tippabgabe ausgelegt werden). Und solche Leute vertreten unser Land - oje oje!
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