Zum Inhalt springen

Session Nationalrat will Sexting unter Strafe stellen

Der Nationalrat will die Weiterverbreitung intimer Fotos und Videos via mobile Messaging – das so genannte Sexting – unter Strafe stellen. Bundesrätin Sommarugas Einwand, es gebe bereits effektive Gesetze, verhallte mehrheitlich ungehört.

Frau mit Handy in Pool
Legende: So oder so: Gebt acht, wem ihr intime Bilder schickt. Und: wer sie weiterleitet, macht sich strafbar. Reuters
  • Darum geht es

Sexting nimmt nicht drastisch, aber doch grundsätzlich zu. Deswegen hat Viola Amherd (CVP/VS) eine Motion eingereicht, dass Sexting ins Strafgesetzbuch aufgenommen werde. Amherd reichen Sensibilisierung und Medienkompetenz zur Prävention nicht aus. Es brauche klare Regelungen, die das Weiterverbreiten intimer Fotos und Videos verbieten würden.

Die Nationalrätin kritisiert, dass im geltenden Strafrecht bei Sexting insbesondere die Regelungen zur Pornografie zur Anwendung kommt. Diese setzten aber voraus, dass die Aufnahme pornografisch sei. Beim Sexting gehe es aber um Bilder, die nicht direkt pornografisch seien.

  • Das sagt der Bundesrat

Der Bundesrat, im Rat vertreten durch Simonetta Sommaruga, ist demgegenüber der Meinung, dass es keine neue Strafnorm brauche. Denn: Es gebe schon Gesetz, welche den Sachverhalt regeln.

Neben den Bestimmungen im Strafrecht zu Pornografie sowie Drohung und Nötigung sei dies auch der Schutz der Persönlichkeit im Zivilgesetzbuch: Personen, von denen ein intimes Bild ohne oder gegen ihren Willen verbreitet wird, werden in der Regel in ihrer Persönlichkeit widerrechtlich verletzt, auch wenn sie die Aufnahme selbst erstellt haben.

  • Die Debatte

Nationalrätin Amherd (CVP/VS) kritisiert, dass im geltenden Strafrecht bei Sexting insbesondere die Regelungen zur Pornografie zur Anwendung kommt. Diese setzten aber voraus, dass die Aufnahme pornografisch sei. Beim Sexting gehe es aber um Bilder, die nicht direkt pornografisch seien.

Während Amherd im Kampf gegen Sexting ein neues Gesetz verankern will, setzt Bundesrätin Simonetta Sommaruga auf Prophylaxe: Es gehe vor allem darum, zu sensibilisieren, Kinder und Jugendliche «kompetent zu machen im Umgang mit diesem tollen Medium», aber auch auf die Gefahren aufmerksam zu machen. Es gehe darum zu verhindern, dass solche Bilder überhaupt erstellt und anderen geschickt würden. Das Strafrecht sollte nur als letztes Mittel eingesetzt werden.

  • Das Resultat

Der Nationalrat gibt sich nicht mit den bestehenden Regularien zufrieden und will den Straftatbestand Sexting ins Stafgesetzbuch aufnehmen. Er nimmt die Motion von Viola Amherd (CVP/VS) mit 124 zu 43 Stimmen bei 18 Enthaltungen an.

Tweet Viola Amherd

Sendebezug: Regionaljournal Zürich, 15.06.16

Sexting

Sexting steht für die private Kommunikation über sexuelle Themen per mobile Messaging. Seit es Multimedia Messaging Services (MMS) und Whatsapp gibt, steht der Begriff auch für den Versand von (erotischem) Bildmaterial des eigenen Körpers. Der Terminus Sexting setzt sich aus den Begiffen Sex und texting (engl. SMS scheiben) zusammen.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

6 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Oliver Schaub (Oliver Schaub)
    ich bin ja zum Glück (oder leider?) nicht betroffen. Aber ist es nicht privatsache, wenn jemand seine nackten Tatsachen an jemanden verschicken will? Wo ist der Schaden für dritte?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Franz NANNI (Aetti)
      Das wird auch nicht verboten... verboten wird,mE zu Recht, das WEITERVERBREITEN solcher erstmals an Freunde zB verschickten Bildli.. Beispiel, Deine Schoene schickt Dir ein Foetteli mit ihrem prallen nackten Busen.. Du hast Freude, ist nicht verboten, aber wenn DU ungefragt diese Foeteli an Deine Kollegen weiterleitest zum Plagieren oder aus Haemme.. dann wirst DU in Zukunft auf Antrag gebuesst!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Olivier Wetli (OW)
    Man sollte vielleicht nicht bloss das Weiterverbreiten sondern generell auch das eigene Aufnehmen solcher langweiligen Bilder verbieten. Wo keine billigschmuddligen Bildchen in einem Gerät und meist noch in einer Cloud liegen, wird auch nie etwas verbreitet, was keiner braucht und niemanden was angeht.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Franz NANNI (Aetti)
      Mein Nacktbild will ICH storen wo ich will, geht niemand was an, und billigschmudlig, langweilig oder nicht.. das ist doch auch Privatsache.. na ja... in meinem Fall hast Du vielleicht recht.. mein alter 75jaehriger Koerper ist wirklich hm... ;-D (Mensch, nimms leichter ... wenn jemand glaubt, SEIN Bild sei wichtig und interessant.. lass ihn..)
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Ich habe das Gefühl die Herren wollen sich selbst schützen :-) Es grüsst die Selfigeschichte aus B. und ähnliche Fälle. Im Übrigen ist das ähnlich, wie wenn man einen Sack Flöhe hüten möchte . Bitte CVP und Anhänger es gibt echt wichtigere Themen wie ins Kirchenrecht zurück zu fallen , wo gemalte Nacktbilder noch als Pornographie galten .
    Ablehnen den Kommentar ablehnen