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Session «Ohne Zivis müssen wir Schulassistenzen ausbilden»

Lehrer-Präsident Beat Zemp bedauert die Absage des Nationalrats an Zivildiensteinsätze für Schulen. Falls das Parlament hart bleibt, gibt es nach seinen Worten nur eine Lösung: Die Ausbildung von professionellen Schul- und Unterrichtsassistenten wie in vielen anderen Ländern.

Lehrerpräsident Beat Zemp.
Legende: Lehrer-Präsident Beat Zemp: «Wir brauchen einfach zusätzliches Personal.» Keystone/Archiv

«Zivildienstleistende hätten an Schulen eine grosse Palette von willkommenen Entlastungsarbeiten übernehmen können», bedauert der Zentralpräsident des Lehrerdachverbandes (LCH) Beat Zemp den gestrigen Entscheid der grossen Kammer.

Als Beispiele nennt er die Empfangsbetreuung von Kindern am Morgen, die Pausenaufsicht, die Mittagstischbetreuung und die Mitarbeit im Hausdienst. Ebenso denkbar seien weitere Hilfsarbeiten wie der Assistentendienst im Unterricht und in der Hausaufgabenhilfe.

Das Argument der Gegner, Zivildienstler dürften nicht Lehreraufgaben übernehmen, lässt der oberste Lehrer der Schweiz so nicht gelten: Immer mehr Aufgaben würden an die Schule und an die Lehrpersonen übertragen, ohne die personellen und finanziellen Ressourcen bereitzustellen. So etwa mit der Integration der Sonderpädagogik, der Einführung von Mittagstischen und Hausaufgabenhilfen.

Ein neuer Schulberuf als Lösung?

Falls sich nach dem National- auch der der Ständerat gegen den Vorschlag des Bundesrats stellt, werden Zivildienstleistende laut Zemp definitiv nur noch für Betreuungsarbeiten via Sozialwesen einsetzbar sein.

In diesem Fall müsste laut Zemp ein neuer Schulberuf mit dem Bund diskutiert werden – samt einer Berufslehre für diese Schul- und Unterrichtsassistenzen. «Das wäre dann die Zukunft in der Schweiz. In vielen anderen Ländern ist es bereits Realität.»

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42 Kommentare

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  • Kommentar von Anna Gubser, Aarau
    Es gibt zuwenig Lehrpersonal - das ist vermutlich vorallem der Grund warum mehr Zivildienstler eingesetzt werden sollen.
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  • Kommentar von Beat Gurzeler, Winterthur
    Der Zivildienstleistende hat andere Aufgaben als in der Schule zum Rechten zu schauen. Das Problem ist von Flüchtlingen die Sprache, wenn die Kinder nicht von Anfang im Schulsystem eingegliedert sind und das ist für normaldenkende ein klarer Fall, das zieht sich dann ins Erwerbleben weiter.
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  • Kommentar von D. Schmidel, St. Gallen
    Ich würde gerne am Bahnhof vom Bahnpersonal empfangen und betreut werden. Bitte diese Stellen schaffen! Auf der Autobahn hätte ich noch gerne eine Staubetreuung! Am Bahnhof in Genf erwarte ich einen Sprachübersetzer. Ich weiss, einen solchen Service erhalte ich nur bei einem Gefängniseintritt.
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