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Hochseeflotte der Schweiz Schweizer Flagge bedeutet den Seeleuten viel

Die Schweizer Hochseeflotte war heute Thema im Nationalrat. Die Seeleute-Gewerkschaft hofft, dass sie erhalten bleibt.

Legende: Audio Schweizer Flagge sichert Arbeitnehmerschutz auf den Weltmeeren abspielen. Laufzeit 01:42 Minuten.
01:42 min, aus HeuteMorgen vom 31.05.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Seeleute auf Schiffen unter Schweizer Flagge unterstehen einem Gesamtarbeitsvertrag.
  • Das Schweizer Seeschifffahrtsamt setzt sich laut der Gewerkschaft der Seeleute klar für die Einhaltung von internationalen Standards ein.
  • Die Schweizer Flagge sichere den Arbeitnehmerschutz, heisst es von der Gewerkschaft. Und sie habe eine Vorbildfunktion.

Auf den rund 50 Schiffen der Schweizer Hochseeflotte sind etwa 1000 Leute angestellt. Die Schweizer unter ihnen könne man an einer Hand abzählen, sagt Holger Schatz von der Seeleute-Gewerkschaft Nautilus. Früher seien es viele gewesen, aber heute kämen die Matrosen auf den Schweizer Schiffen vorwiegend aus Asien – vor allem aus Indonesien und von den Philippinen. Unter den Offizieren seien viele Europäer aus den verschiedensten Ländern.

Doch egal, woher sie kämen: Für die Besatzungen sei die Schweizer Flagge auf den Schiffen von grosser Bedeutung, sagt Schatz. «Mit den Firmen, die unter Schweizer Flagge operieren, haben wir sehr gute Gesamtarbeitsverträge, die auch tatsächlich funktionieren.»

Gute Zusammenarbeit mit Behörden

In den Verträgen sei unter anderem ein Monatslohn von 4000 bis 5000 Franken für Offiziere vorgesehen. Das sei im internationalen Vergleich sehr gut, sagt Schatz.

Die Gesamtarbeitsverträge mit den Firmen, die unter Schweizer Flagge operieren, funktionieren.
Autor: Holger SchatzGewerkschaft Nautilus

Auch die Zusammenarbeit mit dem Schweizer Seeschifffahrtsamt sei gut. Dieses setze sich klar für die Einhaltung von internationalen Standards ein.

Viele schwarze Schafe

Solche Voraussetzungen seien für die Seeleute auf den Weltmeeren keineswegs die Regel. Schwarze Schafe seien häufig. «Bei solchen Staaten ist der Zugriff sowohl der Gewerkschaften als auch der internationalen Behörden schwieriger – entsprechend mehr kommt es zu Dumping.»

Deshalb spiele die Schweizer Flagge auf dem hart umkämpften Markt der Hochseeschifffahrt eine wichtige Rolle, sagt Schatz. In einem kleinen, aber spürbaren Teil davon sichere sie den Arbeitnehmerschutz. Und als ein Glied in der Kette der seriösen Flaggen-Staaten komme ihr auch eine Vorbildrolle zu.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Arbeitnehmerschutz? Gesamtarbeitsverträge? Hinfort mit dem Krempel! Ganz im Sinne der aktuellen Politik, in welcher wirtschaftliche Interessen höher gewichtet werden als das Wohl der Leute, wird man auch diese Bedenken marginalisieren, des blanken Geldes willen. Sklaverei 2.0, supported by Switzerland. Wetten, dass?
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  • Kommentar von Thomas Steiner (Tom Stone)
    Wohl nicht die Flagge sondern eher der GAV liegt den Seeleuten am Herzen. Die wissen doh gar nicht, wo die schweiz liegt. Aber dass man international Zeichen setzt finde ich schon sehr wichtig. Als Erstweltstaat haben wir auch eine soziale Verantwortung.
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  • Kommentar von Daniele Röthenmund (gerard.d@windowslive.com)
    Die Flagge bedeutet Ihnen viel? Ich sehe das nüchtern, sie wollen Geld? Das hört sich für mich gerade so verlogen an wie die Fussballer die stets das Vereinsemblem küssen auch wenn sie schon einen neuen Millionenvertrag mit einem andern Verein abgeschlossen hat, da hat doch vor etwa 10 Jahren mal Schweini gesagt, ich habe den Vertrag verlängert weil mein Herz Rot schlägt, Hoeness darauf ganz nüchtern, ja besonders am Herzen liegen im die 45 Millionen die er in dieser Zeit kriegt.
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    1. Antwort von Michael Räumelt (Monte Verita)
      TOR!
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    2. Antwort von Dölf Meier (Meier Dölf)
      Was hat Fussball mit der Landesversorgung zu tun? Verträge sind zudem grundsätzlich einzuhalten. Ich habe zunehmend den Eindruck, dass Kommentatoren nur faul zünden wollen und nicht umfassend denken können oder es wenigstens versuchen.
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