Hochseeflotte der Schweiz Schweizer Flagge bedeutet den Seeleuten viel

Die Schweizer Hochseeflotte war heute Thema im Nationalrat. Die Seeleute-Gewerkschaft hofft, dass sie erhalten bleibt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Seeleute auf Schiffen unter Schweizer Flagge unterstehen einem Gesamtarbeitsvertrag.
  • Das Schweizer Seeschifffahrtsamt setzt sich laut der Gewerkschaft der Seeleute klar für die Einhaltung von internationalen Standards ein.
  • Die Schweizer Flagge sichere den Arbeitnehmerschutz, heisst es von der Gewerkschaft. Und sie habe eine Vorbildfunktion.

Auf den rund 50 Schiffen der Schweizer Hochseeflotte sind etwa 1000 Leute angestellt. Die Schweizer unter ihnen könne man an einer Hand abzählen, sagt Holger Schatz von der Seeleute-Gewerkschaft Nautilus. Früher seien es viele gewesen, aber heute kämen die Matrosen auf den Schweizer Schiffen vorwiegend aus Asien – vor allem aus Indonesien und von den Philippinen. Unter den Offizieren seien viele Europäer aus den verschiedensten Ländern.

Doch egal, woher sie kämen: Für die Besatzungen sei die Schweizer Flagge auf den Schiffen von grosser Bedeutung, sagt Schatz. «Mit den Firmen, die unter Schweizer Flagge operieren, haben wir sehr gute Gesamtarbeitsverträge, die auch tatsächlich funktionieren.»

Gute Zusammenarbeit mit Behörden

In den Verträgen sei unter anderem ein Monatslohn von 4000 bis 5000 Franken für Offiziere vorgesehen. Das sei im internationalen Vergleich sehr gut, sagt Schatz.

«  Die Gesamtarbeitsverträge mit den Firmen, die unter Schweizer Flagge operieren, funktionieren. »

Holger Schatz
Gewerkschaft Nautilus

Auch die Zusammenarbeit mit dem Schweizer Seeschifffahrtsamt sei gut. Dieses setze sich klar für die Einhaltung von internationalen Standards ein.

Viele schwarze Schafe

Solche Voraussetzungen seien für die Seeleute auf den Weltmeeren keineswegs die Regel. Schwarze Schafe seien häufig. «Bei solchen Staaten ist der Zugriff sowohl der Gewerkschaften als auch der internationalen Behörden schwieriger – entsprechend mehr kommt es zu Dumping.»

Deshalb spiele die Schweizer Flagge auf dem hart umkämpften Markt der Hochseeschifffahrt eine wichtige Rolle, sagt Schatz. In einem kleinen, aber spürbaren Teil davon sichere sie den Arbeitnehmerschutz. Und als ein Glied in der Kette der seriösen Flaggen-Staaten komme ihr auch eine Vorbildrolle zu.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Bund unterstützt Schweizer Hochseeflotte

    Aus ECO vom 21.11.2016

    Nicht alle Frachter fahren unter Billigflaggen. 49 Hochseeschiffe sind heute unter Schweizer Flagge unterwegs. Eine davon ist die Schweizer Reederei Enzian mit Sitz in Zürich. Um konkurrenzfähig zu sein, hilft der Bund mit einer Bürgschaft beim Kauf neuer Schiffe. Mitte 2017 läuft dieses milliardenschwere Programm aus. Der Bund prüft zurzeit, ob es künftig eine Schweizer Hochseeflotte geben soll oder nicht.