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Session Zivis an Schulen – der Lehrerschaft gefällts

Im Kanton Thurgau arbeiten Zivildienstleistende bereits in Schulen. Zum Beispiel in der Primarschule Egnach am Bodensee. Hier setzt man seit über zwei Jahren auf Zivildienstleistende und macht mit diesen gute Erfahrungen.

Cedric Mandelli steht an der Schultafel und hält eine Kreide in der Hand.
Legende: Cedric Mandelli, 22 Jahr alt, Zivildienstleistender an der Primarschule in Egnach. Sascha Zürcher

Cedric Mandelli leistet seinen Zivildienst seit bald zwei Monaten in der Primarschule Egnach. Der 22-jährige Gerätebauer aus dem Thurgau betreut die Schüler beispielsweise während Gruppenarbeiten. «Ich schaue, dass die Kinder auch arbeiten und nicht sonst etwas machen», sagt der junge Mann. «Auch will ich der Lehrperson Hilfe leisten und sie so entlasten.»

Bis heute beschränkt erlaubt

Zivildienstleistende wie Cedric Mandelli entlasten die Lehrer bereits in einigen Schulhäusern der Schweiz. Erlaubt ist das bisher allerdings nur dort, wo Sonderschüler in die Regelklasse integriert sind. So wie in Egnach.

Die Lehrperson schickt dich, und da gibt’s keine Reklamation. Das ist wie im Militär.
Autor: Urs OberholzerSchulleiter Primarschule Egnach

Unterrichten dürfen Zivildienstleistende denn auch nicht, sie werden nur als Hilfskräfte eingesetzt. Oder wie es der Schulleiter Urs Oberholzer gegenüber den Zivis jeweils klar macht: «Die Lehrperson schickt dich, und da gibt’s keine Reklamation. Das ist wie im Militär.»

Kein Ersatz für die Lehrperson

Schulleiter Urs Oberholzer versteht deshalb auch die in der gestrigen Nationalratsdebatte geäusserte Kritik nicht, dass man mit den Zivildienstleistenden eine billige Lösung für den Lehrermangel schaffe.

Ein Zivi soll eine Lehrerin oder einen Lehrer nicht ersetzen, heisst es auch beim Schweizer Schulleiterverband, wie dessen Präsident Bernard Gertsch erklärt: «Die Aufgaben an der Volksschule werden für die Lehrpersonen immer komplexer und anspruchsvoller. Und da ist es sehr gut, wenn zusätzliche Unterstützungen in die Klassenzimmer kommen könnten.»

Lehrerin möchte Hilfe nicht mehr missen

In Egnach beschäftigt die Primarschule seit über zwei Jahren regelmässig Zivildienstleistende. Dies zur Freude der unterstützten Lehrerinnen und Lehrer. Die 30-jährige Lehrerin Petra Schai zum Beispiel will die Hilfe von Zivis nicht mehr missen.

Vor allem wenn man jung im Beruf sei und mit einem Mehrklassensystem arbeite, dann sei das eine grosse Aufgabe, stellt sie fest. Und sie nennt ein Beispiel, wo sie um Hilfe froh ist: «Man ist ständig beschäftigt mit Kopieren. Und wenn man solche Aufgaben abgeben kann, ist das schon eine grosse Unterstützung.»

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6 Kommentare

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  • Kommentar von p.keller, kirchberg
    Und die Lehrer/Innen, die damit nicht einverstanden sind, werden als 'team-unfähig' diskreditiert, isoliert und schlussendlich entlassen.
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  • Kommentar von P. Studer, Zug
    9 Jahre Schulpflicht macht niemanden zum Schulexperten, genausowenig wie 40 Jahre Bankkunde sein niemandem zum Finanzberater oder UBS-CEO macht. Auch wer noch so lange in der Bildungspolitik war, aber niemals selber in der Volksschule unterrichtet hat, ist schlicht nicht fähig, diese zu beurteilen! Aber so gut wie jeder dahergelaufene Schnörri, bei den Eltern angefangen, bis zu den "Bildungspolitikern" möchte sich ins Schulwesen einmischen. DESHALB läuft da jetzt so einiges schief!
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  • Kommentar von P.Meier, Zürich
    Was läuft falsch bei der Lehrerausbildung, dass der Lehrer nicht mehr fähig ist, die Klasse alleine zu führen? Neben dem Lehrer und der Sozialpädagoge muss nun zusätzlich noch ein Zivildienstleistender die Schüler betreuen.
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