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Session Zweitwohnungsgesetz soll noch in dieser Session fertig werden

Nachdem sich der Nationalrat vergangene Woche für den Kompromiss zur Umsetzung der Zweitwohnungsinitiative ausgesprochen hatte, kommt das Geschäft in den Ständerat. Dort hat es gute Chancen. Es könnte bald zum Abschluss gelangen.

Ferienwohnungen in Nendaz
Legende: Der Kompromiss hat gute Chancen im Ständerat. Im Bild: Ferienwohnungen in Nendaz (VS). Keystone

Der Kompromiss zur Umsetzung der Zweitwohnungsinitiative hat im Ständerat gute Chancen. Seine vorberatende Kommission beantragte dem Rat, sich den Entscheiden des Nationalrats von letzter Woche in den wichtigsten Punkten anzuschliessen.

Der Nationalrat hatte einer Lösung zugestimmt, die SVP und FDP mit einer der Initianten, Vera Weber, ausgehandelt hatten. Besonders die sogenannten Plattformwohnungen – also Wohnungen, die auf Internetplattformen ausgeschrieben werden – waren Stein des Anstosses.

Die Initianten wollten nicht akzeptieren, dass ein Inserat für eine Vermietung ausreichen sollte, um auch in einer Gemeinde mit mehr als 20 Prozent Zweitwohnungen eine Baubewilligung für eine Ferienwohnung oder ein Chalet zu bekommen.

Der Nationalrat hat diese Ausnahme für touristisch bewirtschaftete Wohnungen aus der Vorlage gekippt – um ein Referendum zu verhindern. Dem will sich die Mehrheit der ständerätlichen Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie (UREK) anschliessen, so Präsident Ivo Bischofberger (CVP/AI).

Einschränkung bei Umnutzung

Die Initianten knüpften den Verzicht auf ein Referendum an weitere Bedingungen. Dazu gehört, dass nicht alle erhaltenswerten, sondern nur schützenswerte und ortsbildprägende Gebäude zu Zweitwohnungen umgenutzt werden dürfen.

Auch dem will sich die Kommission des Ständerats anschliessen. Nach Ansicht von Bischofberger handelt es sich um eine Verbesserung, da sich die Begriffe in der Version des Nationalrats besser definieren lassen.

Die UREK unterstützt ebenfalls die eingeschränkte Umnutzung nicht mehr rentabler Hotels. Diese sollen gemäss dem Kompromiss nur zur Hälfte zu Zweitwohnungen umgebaut werden dürfen.

Minderheit verlangt vollständige Umnutzung von Hotels

Man müsse den strukturschwachen Gebieten die Möglichkeit geben, Finanzen zu generieren und zu reinvestieren, sagte Bischofberger. Die Einschränkung sei daher ein Entgegenkommen. Eine Minderheit der UREK beantragt, dass Hotels in bestimmten Zonen vollständig umgenutzt werden dürfen.

Weiter sollen nach dem Willen der Kommission bestehende Gebäude nicht nur um 30 Quadratmeter ausgebaut werden können, wie der Ständerat bei der ersten Beratung beschlossen hat. Der Nationalrat behielt lediglich die Beschränkung auf 30 Prozent der Fläche in der Vorlage. Dem will sich die UREK mehrheitlich anschliessen.

Wichtigste Punkte könnten morgen bereinigt werden

Damit könnte der Ständerat das Zweitwohnungsgesetz morgen Dienstag in den wichtigsten Streitpunkten bereinigen. Laut Bischofberger verbleiben noch einige Differenzen, diese stellten aber kein «Pièce de résistance» dar. Zu den strittigen Punkten gehört unter anderem die vom Nationalrat beschlossene Einordnung touristisch bewirtschafteter Wohnungen als Erstwohnungen.

Die Nationalratskommission wollte die Vorlage ursprünglich dringlich in Kraft setzen. Aufgrund der Vereinbarung verzichtete der Nationalrat aber darauf. Die ständerätliche UREK bleibt dabei. Sie wolle das Gesetz aber noch in dieser Session fertig beraten, sagte Bischofberger.

Geplant ist, dass sich die Nationalratskommission am Mittwochnachmittag der Vorlage annimmt, am Donnerstag soll diese wieder in die grosse Kammer kommen.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von M. Roe, Gwatt
    Das lange Warten hat die Initianten "mürbe" gemacht + man hat praktisch aufgegeben. Dieses Vorgehen der Regierung ist nicht in Ordnung + ich hoffe, dass wenigstens der Ständerat noch einiges für den Volkswillen durchsetzen kann. Mit unsäglichen Verunglimpfungen gegen Franz Weber und die Schweizer Bevölkerung haben viele Politiker und Gemeinderäte "Frevel" betrieben. Wer auf diese Weise Vorteile für sich erzwingen kann, sollte aus der Politik aussteigen +nicht noch als Vorbilder für Junge gelten.
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