Sharing-Auto überall parken: «Catch a Car» neu in Genf

Seit zwei Jahren gibt es in Basel mit «Catch a Car» eine neue Form von Auto teilen: Wer via App ein Auto in der Nähe findet, kann es zeitlich frei nutzen und auf einem beliebigen öffentlichen Parkplatz wieder abstellen. Demnächst gibt es das Angebot auch in Genf. «Espresso» hat es getestet.

«Das erste stationsungebundene Carsharing der Schweiz», so lautete die Werbung, als «Catch a Car» vor zwei Jahren in Basel lanciert wurde. Rund 120 blauweisse «Catch a Car»-Autos sind aktuell in der Stadt und Agglomeration Basel verfügbar.

25 Franken Mitgliederbeitrag

Einzige Voraussetzung für die Nutzung: Ein Smartphone, eine Kreditkarte sowie ein einmaliger Mitgliederbeitrag von 25 Franken. Gebucht werden die Autos via App. Auf einer Karte sieht der Nutzer, wo das nächste verfügbare Auto steht, reserviert es und fährt los.

Keine fixen Standplätze

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Bildlegende: Beim Flughafen Basel-Mulhouse ist einer wenigen fixen Standorte von «Catch a Car». pd

«Catch a Car» ist eine Tochterfirma des grössten Schweizer Carsharing Anbieters Mobility. Im Gegensatz zu Mobility stehen die Autos jedoch nicht an einem fixen Standplatz. Der Nutzer muss sie auch nicht für eine feste Zeitdauer reservieren. Er kann ein freies Auto so lange fahren, wie er will, und auch wohin er will.

Danach kann er es dank Anwohner-Parkkarte auf einen beliebigen öffentlichen Parkplatz in der Stadt Basel wieder abstellen.

«Ich brauche kein eigenes Auto mehr»

Michel Gysin ist seit zwei Jahren Nutzer von «Catch a Car» und hat als Folge sein Auto verkauft: «Als ich ein eigenes Auto hatte, fuhr ich auch Strecken, für die ich es eigentlich gar nicht gebraucht hätte. Als «Catch a Car» eingeführt wurde, beschloss ich deshalb, es zu verkaufen.» Bereut habe er es bislang nicht.

Freie Parkplätze sind ein Problem

Der zweifache Familienvater hat das Angebot bereits über 100 Mal genutzt – vor allem für spontane Einkäufe und Fahrten ins Büro. Probleme, ein freies Auto zu finden, hatte er bisher noch nie. Einen freien Parkplatz zu finden, sei hingegen zuweilen nicht ganz so einfach.

ETH Studie zeigt: 45‘000 Liter Treibstoff gespart

Bei «Catch a Car» kostet die Fahrminute 41 Rappen, das Parkieren 24 Rappen pro Minute. Rund 100 Franken gibt «Catch a Car»-Kunde Gysin insgesamt pro Monat aus. «Das ist ganz sicher billiger als ein eigenes Auto», ist er überzeugt.

Und auch ökologischer, sagen Wissenschaftler der ETH Zürich. In einer Studie haben sie aufgezeigt, dass ein geteiltes «Catch a Car»-Auto vier Privatfahrzeuge ersetzt. So habe das Projekt in den letzten zwei Jahren rund 45‘000 Liter Treibstoff eingespart.

Nächste Stadt ist Genf

Bereits haben mehrere Schweizer Städte Interesse an «Catch a Car» angemeldet, sagt die Verantwortliche gegenüber dem SRF-Konsumentenmagazin «Espresso». Als nächstes wird das stationsungebundene Autoteilen in Genf lanciert.

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    32%
  • Ja. Ich habe kein Auto, bin Mobility-Mitglied und freue mich über «Catch a Car» als erweitertes Angebot.

    37%
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