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Schweiz Simonetta Sommaruga: «Ich möchte verletzlich bleiben»

Die Justizministerin hat am Sonntag auf der ganzen Linie gewonnen: Das Volk hat ihrem neuen Asylgesetz zugestimmt. Trotz teilweise harten Angriffen der SVP. Im «Rundschau»-Interview zeigt Simonetta Sommaruga auch ihre verletzliche Seite. «Ich will keine dicke Haut bekommen», so die Bundesrätin.

Legende: Video Siegerin Sommaruga abspielen. Laufzeit 10:00 Minuten.
Aus Rundschau vom 08.06.2016.

«Ich kenne niemanden, der gerne angegriffen wird», sagt Bundesrätin Simonetta Sommaruga in der «Rundschau». Sie kommentiert damit die teilweise harten Angriffe der SVP gegen sie und ihre Asylgesetzrevision. «Wenn man in diesem Amt ist, dann weiss man, dass eine gewisse Angriffigkeit dazugehört», so die SP-Bundesrätin. Doch leicht sei das nicht immer.

Unter Dauerbeschuss der SVP

«Ich muss ehrlich sagen, es ist schon auch anspruchsvoll», so die Bundesrätin. Man müsse sich selber schützen. Die SP-Justizministerin führt mit dem Asylwesen eines der wohl umstrittensten und emotionalsten Politdossiers des Landes. Der Umgang mit der Kritik ist für Sommaruga eine Gratwanderung.

«Wenn man sich zu fest schützt, dann bekommt man eine dicke Haut. Und das möchte ich eigentlich nicht», so die Bundesrätin. Sie wolle auch als Politikerin weiterhin empfindsam und verletzlich bleiben.

Kritik von Altlinken am Parteikurs

Sommaruga wird nicht nur von der SVP hart angegriffen. Auch aus dem linken Lager gibt es vereinzelt harsche Kritik an ihrem neuen Asylgesetz: «Dieses Gesetz führt dazu, dass mehr Menschen viel schneller aus der Schweiz geschmissen werden», sagt Franco Cavalli.

Der ehemalige SP-Fraktionschef kann nicht verstehen, dass die SP die Reform ihrer Bundesrätin so geschlossen unterstützt hat. «Das wäre früher nie möglich gewesen. Frau Sommaruga hat die Partei eindeutig nach rechts gedrückt.»

Grosse Zustimmung für die Reform

«Dieses Gesetz ist kein linkes Wunschprogramm», sagt Bundesrätin Sommaruga zur Kritik aus dem eigenen Lager. Aber eine erste Analyse der Abstimmungsergebnisse habe gezeigt, dass die Vorlage im linken Lager eine sehr hohe Zustimmung genossen habe.

«Auch linke Wählerinnen und Wähler haben bemerkt, dass das ein ausgewogenes Gesetz ist», so Simonetta Sommaruga gegenüber der «Rundschau».

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91 Kommentare

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  • Kommentar von David Brunner (dbw)
    Weiter versagt Frau Sommaruga als Justizministerin, zudem beschämend als Gesandte der Partei des Sozialen, wenn sie zuschaut, wie Kesb Behörden sich wiederkehrend hinter absurden juristischen Formalismen verschanzen, despotisch entscheiden und Notleidende noch ganz kaputt machen statt ihnen zu helfen. Auch verpasste sie es, nach der willkürlichen Verzögerung des Sorgerechts wenigstens der Instrumentalisierung und dem Missbrauch der Kinder als Waffe durch Obhutsinhaber einen Riegel zu schieben.
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  • Kommentar von David Brunner (dbw)
    Warum wird hier eine SP Bundesrätin Sommaruga derart gelobt, wenn sie ganz einfach ihren Job macht ?! Ob sie im Sinn der Humanität agierte oder primär der Asylbranche zur Sicherung des Honorars verhalf, jedenfalls in Sachen Gleichstellung versagte sie vollends: 2011 die Verhinderung des gemeinsamen Sorgerechts im Regelfall. Danach die perfide Täuschung der Väter, die weiterhin ungleichgestellt ungefragt minderberechtigt bis zum 10. Lebensjahr für Kind und berufsuntätige Mutter aufkommen müssen.
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  • Kommentar von Peter Escher (Peter)
    Frau Zelger, - Danke für die " Erinnerung " !!
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