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Der Dieselaggregator wurde durch Solarzellen ersetzt
Aus Regionaljournal Ostschweiz vom 09.07.2021.
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Sonne statt Diesel Käse dank Sonnenenergie auf der Alp Malun

Es ist ein regnerischer Tag bei unserem Besuch auf der Alp Malun. Auf 1650 Metern über Meer verbringen 80 Milchkühe, 60 Mutterkühe und Kälber, 45 Rinder, 50 Geissen und 40 Schweine den Sommer.

Kühe auf der Alp Malun im Regen.
Legende: Die Milch der 80 Milchkühe wird zu Alpkäse, Joghurt und Butter verarbeitet. SRF

Melken, Butter und Käse herstellen – bis jetzt lieferten Dieselgeneratoren den Strom für die Käseproduktion. Neu sind es Sonnenkollektoren und ein Miniwasserkraftwerk. «Wir konnten das gerade mit dem Neubau des Alpgebäudes verbinden, sonst wäre das nicht möglich gewesen», sagt der Ortsgemeindepräsident Thomas Schnider.

Modernes neues Haus auf der Alp.
Legende: Strom für Melkmaschinen, Käsereimaschinen oder fürs Licht im Haus kommen neu vom Dach. SRF

55 Solarpanels wurden auf dem Dach der neuen Alphütte montiert. Die Panels leisten auf der Alp fast ein Drittel mehr als im Tal: «Es ist hier oben kühler, das ist für die Panels besser», sagt Thomas Schnider. Der Schnee sei kein Problem.

Zwei Männer bei der Käseherstellung in einem Gespräch.
Legende: Der Senn in der Alpchäsi, wo pro Saison 8 Tonnen Käse, 4 Tonnen Joghurt und 600 Kilogramm Butter hergestellt werden. SRF

Die Alp Malun wird neu komplett CO2-frei versorgt. Die Umstellung kostete über 100'000 Franken. Um den Strom für einen Alpsommer zu produzieren, benötigte die Alp Malun bisher jährlich mehrere hundert Liter Diesel auf dem Berg. Vor allem für die Käseproduktion.

«Das Schönste ist die Ruhe», sagt Thomas Schnider. Es sei ein gutes Gefühl statt Generatorenlärm auf der Alp jetzt Kuhglocken zu hören. Und: Am Morgen kann der Senn jetzt als erstes den Lichtschalter einschalten, ohne dass zuerst der Dieselgenerator angeworfen werden muss.

Batterie als Herzstück

Eine grosse Batterie speichert den Strom der Solaranlage. Die Batterie allein kostete rund 50'000 Franken. Die Älpler teilen sie mit dem Elektrizitätswerk Walenstadt. «Jetzt hat es immer genug Strom und es muss nicht mit Käsen aufgehört werden, wenn man die Melkmaschine oder die Holzfräse anstellt», sagt der Ortsgemeindepräsident.

Batterie für Solarstromspeicherung auf einem Wagen mit Rädern.
Legende: Dank einer mobilen Batterie hat die Alp rund um die Uhr Strom. SRF

Nach der Sömmerungszeit von 100 Tagen wird die Batterie ins Tal transportiert und ans Netz des Elektrizitätswerks Walenstadt gehängt. Sie besteht aus Komponenten, die auch in Wohnmobilen oder Schiffen eingesetzt werden.

Es bringt vor allem der Natur etwas, dem Geldseckel nicht.
Autor: Thomas SchniderOrtsgemeindepräsident Berschis

Für das Portemonnaie der Senntagsgesellschaft rentiere sich die Solaranlage nicht, sagt Thomas Schnider. Er ist überzeugt, dass es der Natur etwas bringt, wenn weniger Diesel verbrannt wird.

Ohne Subventionen kaum möglich

Der Fördertopf für solche Solaranlagen ist im Rahmen des CO2-Gesetzes an der Urne gescheitert. «Ohne Subventionen geht es nicht», sagt Ortsgemeindepräsident Thomas Schnider. Ausser man wolle und könne viel eigenes Geld in eine nachhaltige Energieversorgung investieren. Die Ortsgemeinde Berschis konnte von Unterstützungsgeldern profitieren.

Der Weg zur Solar-Alp

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2019 mussten die Berschiser auf der Alp eine neue Alphütte mit modernen Geräten für die Käseherstellung bauen. Das Lebensmittelinspektorat hatte die alten Anlagen nicht mehr geduldet. Kostenpunkt: 1.75 Millionen Franken. Die Ortsgemeinde profitierte von Unterstützungsgeldern. Allein die Patenschaft für Bergregionen übernahm mehr als eine halbe Million Franken.

Regionaljournal Ostschweiz, 9.7.2021, 17:30 Uhr;

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25 Kommentare

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  • Kommentar von Bernhard Aeschlimann  (Bernhard Aeschlimann)
    Da sind Sie auf dem Irrweg! Diese Batterien sind ökologische Salzbatterien und die Zukunft ist nicht ein Elektroauto mit einer u ökologischen Batterie! Die Zukunft gehört der Salzbatterie im Gebäude und dem Wasserstoff im Auto. Ich selber habe auf meiner Alp auch eine solche Salzbatterie Anlage und Solar. Alles mobil, das ich es im Winter auch im Tal benutzen kann. Leider sind Raumplanungsgesetze und Niderspannungsgetz noch nicht soweit, dass Mann solche Anlagen gesetzeskonform einsetzen darf!
    1. Antwort von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
      Habe heute viel Interessantes gelernt. Unter anderem habe ich mich auf der Website von innov.energy.ch schlau gemacht. Frage mich, warum nicht mehr über diese umweltfreundliche Batterie berichtet wird. Zumal sie ja anscheinend schon im Jahr 1980 "erfunden" wurde. Liegt es daran, dass es in Afrika geschah? Diese Technologie sollte viel mehr angewendet werden können. Ihr Stichwort gesetzeskonform. Somit wäre der Ball bei unseren Politikern*innen. Schnelle Gesetzesänderungen wären gefragt.
  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    Es wäre noch viel Nachhaltigkeit möglich, gerade bei den Bergbauern sollte es mit finanziellen Zuschüssen gefördert werden, statt immer nur die Flachlandbauern zu "übersubventionieren"!
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ jean-claude albert heusser: Die Subventionen erhalten die Bauern nur, wenn sie ökologische Auflagen erfüllen, die einen Nutzen für die Gesellschaft haben, z.B. extensive Produktion. Extensive Produktion heisst für einen Bauern weniger Einnahmen und für die Gesellschaft gesündere Böden und Biodiversität. Für diesen Einnahmenverlust des Bauern XY zu Gunsten von uns allen wird er vom Staat entschädigt, da das auch in Ihrem Sinne ist. Die Bergbauern erhalten zusätzlich Höhenzuschläge.
  • Kommentar von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
    Finde ich eine super Sache. Die Batterie kann im Tal weiter benutzt werden und die Alp entspricht wieder der Umgebung. Kein Lärm, kein Gestank mehr vom Dieselgenerator. Es muss nicht immer alles von Beginn an monetär rentieren. Für den Käser wird die Ruhe der Lohn sein.