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Schweiz SP wehrt sich gegen das Kaputtsparen der Schule

Die SP sieht die Volksschule bedroht. Schuld daran seien die Sparprogramme in den Kantonen. Am Ende gefährde dies das gesellschaftliche und wirtschaftliche Fundament der Schweiz. Besonders am Herzen liegt der SP der Unterricht einer zweiten Landessprache.

Legende: Video Sprachenstreit: Landessprache hat Vorrang abspielen. Laufzeit 1:22 Minuten.
Aus Tagesschau vom 05.08.2014.

In mehreren Kantonen seien Bestrebungen im Gang, nur noch eine Fremdsprache zu unterrichten, sagte der Berner Nationalrat Matthias Aebischer. Aargau habe bereits heute nur noch ein «Pseudo-Obligatorium», eine zweite Landessprache zu unterrichten.

Der Walliser Nationalrat Mathias Reynard sieht darin eine Gefahr für den Zusammenhalt des Landes und einen Bruch mit der Verfassung. Dies sei umso fragwürdiger, als diese Angriffe ausgerechnet von jenen Kreisen ausgingen, die sich patriotisch gäben und als Verteidiger der Schweizer Identität aufträten.

Die SP hat deshalb eine nationale «Gruppe Volksschule» ins Leben gerufen. Diese will dafür kämpfen, dass die Schüler in jedem Kanton in einer zweiten Landessprache unterrichtet werden, wie Aebischer sagte. Wenn nötig, müsse dafür das Sprachengesetz oder gar die Verfassung geändert werden.

«Streichkonzerte» rächen sich

Auch gegen die kantonalen Sparprogramme will die Arbeitsgruppe angehen. Luzern, wo Klassen vergrössert, Stipendien reduziert und Bildung privatisiert würden, sei kein Einzelfall, sagte SP-Vizepräsident und Luzerner Kantonsrat David Roth. Das gleiche Bild sei in unterschiedlicher Ausprägung in grossen Teilen der Schweiz anzutreffen.

Gespart werde auch immer mehr bei den schwächsten Schülerinnen und Schülern. Den Preis dafür zahle die ganze Gesellschaft später via Arbeitslosenversicherung, IV oder Sozialhilfe.

Die «Streichkonzerte» der Kantone seien umso fragwürdiger, als für die Umsetzung des Lehrplans 21 eher mehr Ressourcen benötigt würden, ergänzte Aebischer.

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25 Kommentare

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  • Kommentar von A. Lüthy, Bern
    Einfach nur wieder peinlich dieses erneute Outing von eigener Überforderung!
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  • Kommentar von Marcel Christoffel, Zürich
    Weshalb verschweigen die SP-Bildungsexperten, dass sich die Bildungsausgaben zwischen 1990 und heute auf über 40 Milliarden Franken mehr als verdoppelten? Wer glaubt, bessere Bildung lasse sich nur mit viel mehr Geld und links-utopischen Ausbildungskonzepten erreichen, liegt sicher nicht richtig. Die Wissensvermittlung verkommt immer mehr zu therapeutischen Massnahmen, wo die Starken geschwächt und trotz riesigem Aufwand die Schwachen nicht gestärkt werden.
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  • Kommentar von Resi Weber, Lausanne
    Habe mit meinen Kindern Schwitzerdüütsch gesprochen.Als sie in der Schule Schriftdeutsch lernten,wurden sie ausgelacht wegen der Aussprache.Dann wollten sie nur noch Franz.sprechen.Das hat sich inzwischen i.der multikulturellen CH doch stark verändert.Meine Enkelkinder sprachen mit 6 J.mit Leichtigkeit 3 Sprachen.Politiker schaffen ein Problem, wo kein Problem ist.Wir haben wohl eher ein Identitätsproblem als ein Sprachenproblem.Lernt die Jungs respektvoll kommunizieren, egal i. w.Sprache.
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