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Schweiz Spitalkosten explodieren – Prämienzahler müssen es ausbaden

Gesundheitsminister Alain Berset gibt am Vormittag die Krankenkassen-Prämien für das nächste Jahr bekannt. Sie dürften wieder steigen. Ein Grund: die hohen Spitalkosten. Mehr Konkurrenz unter den Spitälern – das fordert nun die Santésuisse-Direktorin.

Dass die Kosten in den Spitälern überdurchschnittlich stark gestiegen seien, hänge mit den neuen Fallpauschalen in den Spitälern zusammen, sagt Verena Nold, Direktorin des Krankenkassenverbandes Santésuisse.

Santésuisse-Direktorin Verena Nold.
Legende: Santésuisse-Direktorin Verena Nold wünscht sich mehr Wettbewerb unter den Spitälern. Keystone

«Einerseits sind diese sehr hoch festgesetzt oder aushandelt worden, wo man Lösungen gefunden hat. Andererseits ist es auch so, dass die Kantone nur das Minimum an diese Fallpauschalen bezahlen – und das hat schliesslich Auswirkungen auf die Prämienzahler», sagt sie.

Ab 2017 müssen die Kantone 55 Prozent der Kosten von Spitalbehandlungen übernehmen. Doch noch läuft eine Übergangfrist und viele Kantone beteiligen sich weniger stark daran, so dass höhere Kosten bei den Krankenkassen entstehen. Dies führt zu höheren Krankenkassen-Prämien.

Wettbewerb? Kantone sträuben sich

Damit die Gesundheitskosten eingedämmt werden könnten, fordert Nold mehr Konkurrenz unter den Spitälern: «Wenn man hier wählen könnte, mit welchem Spital man einen Vertrag abschliessen möchte, dann würde der Wettbewerb besser spielen und die Qualität würde auch verbessert werden.»

Aber: Gegen zu viel Wettbewerb sträuben sich gewisse Kantone, weil der zu Spitalschliessungen führen könnte. Die Kantone fürchten um die medizinische Grundversorgung in ihrer Regionen. Die politische Linke ihrerseits will bei den Krankenkassen ansetzen und macht sich deshalb für eine Einheitskrankenkasse stark.

Ob mehr Wettbewerb oder Einheitskasse – im Kampf gegen die steigenden Gesundheitskosten hat noch niemand das Ei des Kolumbus gefunden. Das wird auch die heutige Prämienrunde wieder zeigen.

33 Kommentare

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  • Kommentar von Andreas Kunz, 85725 Berg
    Im Kommentar vom 27.9.2013 erwähnte ich, eine der Lösungen kann nur in den Schliessungen von Spitäler sein, die nicht die nötige Bettenbelegung haben. Aber da müssen die Kantone endlich Ihren eigenen "Garten" verlassen und mit anderen Kantonen zusammen Arbeiten. Nehme ich zum Beispiel den Kanton Thurgau. In Münsterlingen ein Spital (im Umbau), dann 20 Kilometer Richtung Zürich Spital Frauenfeld (im Umbau), nochmals 20 Kilometer weiter Spital Winterthur. Und jedes Spital kämpft um Patienten.
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  • Kommentar von M. Steiner, ZH
    Lieber Herr Bundesrat Berset! Bitte eröffnen Sie uns Steuerzahlern inmal, wieviele Kosten eines Spitals anteilig auf Administration, Qualitätssicherungsauswände, Patientenbetreuung, Eingriffe, Unterhalt und Gerätebeschaffung fallen. Nur diese Kategorien, bitte. Und danach: denken!
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  • Kommentar von M.Hufschmid, Kt. Zürich
    Wie kann man aus der Krankenkassenplicht ausstiegen? Wenn ich bereit bin mein Leben selber in die Hand zu nehmen und selber zu entscheiden wieviel es dann noch kosten darf oder wie viel ich bereit bin als äussersten Betrag zu bezahlen? Oder ist es wie bei der Miete, irgendwann zahlen wir 1/3 des Einkommens für die Gesundheit. Unglaublich!
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