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Schweiz Sprunghaft angestiegene Hilfsbereitschaft

Hilfswerke registrieren eine Hilfsbereitschaft, wie sie sich hierzulande nur bei grossen Katastrophen wie Erdbeben zeigt. Doch so gross die Solidarität ist – sie birgt auch Gefahren. Denn längst nicht jede gut gemeinte Aktion hilft tatsächlich.

Legende: Video Keine Sachspenden mehr abspielen. Laufzeit 01:42 Minuten.
Aus Tagesschau vom 12.09.2015.

Beim Hilfswerk Heks der evangelischen Kirchen wird man im Moment von Hilfsangeboten regelrecht überschwemmt. Es gebe ganz unterschiedliche Angebote. «Die einen möchten Flüchtlinge bei sich zu Hause aufnehmen, andere bieten Hausaufgabenhilfe für Flüchtlinge an», sagt Mediensprecher Dieter Wüthrich.

Bei Heks gibt es derzeit deshalb mehr Hilfsangebote als Hilfsprogramme. Sachspenden nimmt man schon gar keine mehr an. «Die Logistik ist zu aufwändig und es ist schwierig sicherzustellen, dass zum Beispiel Kleider oder Schuhe wirklich dort ankommen, wo sie gebraucht werden», erklärt Wüthrich.

Angst vor abflauender Euphorie

Der Wille, jetzt schnell zu helfen, wird geschätzt bei den Hilfswerken. Doch man fürchtet sich auch, dass die Euphorie so rasch abklingt, wie sie sich aufgebaut hat. Bei der Schweizerischen Flüchtlingshilfe betont Sprecher Stefan Frey: «Die Hilfe, die kommt, ist wunderbar. Aber wir müssen sicherstellen, dass die Hilfe langfristig angeboten wird, damit sich die Flüchtlinge wirklich in der Schweiz integrieren können.» Scheitere die Integration, sei das schlecht für alle Beteiligten.

Langfristige Hilfe gefragt

Wer dennoch unmittelbar jetzt helfen will, solle nicht einfach nach Gutdünken aktiv werden. Die Schweizerische Flüchtlingshilfe empfiehlt, sich in jedem Fall im Vorfeld zu erkundigen, welche Hilfe gefragt sei. Dabei kann man sich an Durchgangsheime wenden, an die eigene Gemeinde oder an Hilfswerke. «Wir führen auch Listen, wo man sich eintragen kann, wenn man eine langfristige Patenschaft für ein Projekt übernehmen will», erklärt Frey.

Geldspenden willkommen

Generell sind die Hilfswerke auch froh um Geldspenden, auch wenn diese als weniger persönlich empfunden werden. Geldspenden bieten für Hilfswerke den Vorteil, dass sie langfristig einsetzbar sind und auch Hilfe im Ausland unterstützt werden kann. Bei Caritas beispielsweise wird mit den Geldspenden auch ein Projekt in Serbien finanziert, wo ein Partnerhilfswerk Nothilfe leistet.

Die Glückskette ruft zu Spenden für die Flüchtlinge auf. Diese können auf das Konto 10-15000-6 (Vermerk «Flüchtlinge»), auf www.glueckskette.ch oder via App «Swiss Solidarity» überwiesen werden.

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59 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Haensenberger (Original Haensenberger)
    Das ist das ganze Spiel: Darauf fallen viele Leute herein: Erst wenn die Männer nach geglückter Ankunft in Europa angekommen sind, möchten die Männer dann ihre Frauen und Kinder per Familiennachzug nach Europa holen - sicher und legal. So lauft das Spiel noch lange, darum muss man vor Ort wo die Leute in einem Nachbarort Schutz finden unterstützen.
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    1. Antwort von Lucas Kunz (L'art pur l'art)
      Werter Herr Forumszupflasterer, verlassen Sie ihr schmuckes heimliges und trautes St. Gallen und begeben Sie sich nach Müchen HBh, Freilassing und Salzburg sowie nach Wien Westbahnhof ... bin heute an all den Orten gewesen und habe, so viele Flüchtlinge gesehen, wie noch nie –und das Klischee mit den "nur Männern" stimmt offensichtlich nicht. Mindestens die Hälfte waren Familien mit Kleinkindern. Was sich da abspielt, ist eine komplett andere Kategorie als das angebl. Flüchtlings-Chaos in der CH
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  • Kommentar von Peter Haensenberger (Original Haensenberger)
    Wenn es Krieg gibt, und ein Mann seine Frau und Kinder zurücklässt in einem Land, wo es eine Gefahr ist und man nie weiss wann der Tot kommt, ist für mich ein Mann wo flüchtet nicht wirklich glaubhaft. Wen Mütter und Vater die Kinder alleine auf die Flucht schicken, aber zurückbleiben, muss man sich schon fragen, haben solche kein Verantwortungsgefühl.
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  • Kommentar von Peter Haensenberger (Original Haensenberger)
    Denkt jeden Tag nur 5 Min. darüber nach: Der durchschnittliche so arme Flüchtling wo auf der Flucht ist vor dem Bürgerkrieg, ist jünger als 30 und ein Mann. Frauen oder Kinder Flüchtlinge hingegen, sind nur Seltenheit. Als gäbe es keine Not leidenden Frauen oder Kinder, als wäre der Bürgerkriege in Syrien rein männliche Angelegenheiten.
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