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Übervolle Postautos: Die Meinungen liegen weit auseinander
Aus Espresso vom 28.05.2020.
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SRF-User zu vollen Postautos «Jeder ist selber in der Pflicht, sich zu schützen»

Schönes Wetter, Wanderlust – und volle Verkehrsmittel. So etwa von einem SRF-Journalisten über Auffahrt in Schüpfheim (LU) beobachtet. Distanz halten? Unmöglich. Und eine Maske tragen auch nur wenige Passagiere.

Viele SRF-User, die den entsprechenden Artikel kommentiert haben, fordern angesichts dieser Situation eine generelle Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr. «Ich bin für mehr Lockerungen – aber eine Verschärfung braucht es: Maskenpflicht im ÖV», schreibt etwa Simon Mathys. Roland Bernold schliesst sich dem an: «Ein Infizierter, der keine Maske trägt, kann einen gesunden Menschen, der eine Maske trägt, aber keine Brille, trotzdem anstecken, denn die Tröpfchen könnten auch in die Augen gelangen. Auch aus Solidarität dem Mitmenschen gegenüber: Bitte Maske tragen», schreibt er.

Anderen hingegen ginge das zu weit. Kurdo Rotzinger schreibt: «Es gibt momentan absolut keine Notwendigkeit für eine Maskenpflicht. Sollten die Zahlen stark steigen, könnte man darüber nachdenken.» Er befürchtet, dass die Masken auch nach der Coronavirus-Pandemie nicht mehr aus der Gesellschaft verschwinden würden.

Uneinig sind sich die User auch bei der Frage, ob die Postauto AG eine solche Ansammlung von Menschen in ihren Fahrzeugen hätte unterbinden müssen. Die Postauto AG halte sich an die Weisungen des Bundes, betonte ein Sprecher gegenüber SRF. Das reicht einigen Usern nicht. «Gastronomen oder Läden müssen sich an alle möglichen Abstandsregeln halten. Die Postauto AG sollte sich das auch mal überlegen und dementsprechend handeln», findet Susanne Preisig. Jürg Kunz fragt sich, warum gerade bei schönem Wetter keine Entlastungsbusse eingesetzt werden.

Für René Schönhauer wäre das keine Option. Er befürchtet, dass die Allgemeinheit die höheren Kosten tragen müsste. Auch Beat Schaefer findet, dass die Betreiber kaum eine Möglichkeit hätten, die Auslastung ihrer Fahrzeuge zu kontrollieren. Und: «Jeder ist selber in der Pflicht, sich zu schützen.»

Warum so wenige Leute Masken tragen, wird ebenfalls diskutiert. Jörg Hiltbrunner vermutet: «Das hat meines Erachtens mit einer gewissen Unsicherheit und Hemmungen zu tun.» Patrick Muralt hingegen vermutet den Grund in der Kommunikation des Bundes. Seit Beginn der Krise sei betont worden, dass die Masken nicht ausreichend schützten. «Ich kann gut verstehen, wenn dies viele Leute verunsichert oder sie gerade deshalb bewusst auf die Maske verzichten.»

Ein grundsätzlicheres Problem ortet Giuseppe Fiodelisi. «Wir sind nicht mehr in der Lage, uns als Mitmenschen anzusehen. Stattdessen lassen wir uns oft nur von unserem Egoismus und Narzissmus treiben.» Die Frage, ob und in welchen Situationen man eine Maske trägt, muss sich jeder und jede wohl vermehrt selber stellen. Denn mit der weiteren Entspannung der Corona-Situation und dem schönen Sommerwetter dürften bald noch mehr Leute unterwegs sein.

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«Espresso», 26.5.20, 08:13 Uhr;

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Reinhard Grunder  (Reinhard Grunder)
    Wo ist eigentlich das Problem, die BAG Regeln sagen doch, " wenn der Mindestabstand von zwei Metern nicht eingehalten werden kann solle man eine Maske tragen". Und da ich zu jenen gehöre die darauf achten nicht zu Stosszeiten die ÖV zu benutzen und so immer in einem leeren Zug sitze werde ich sicher keine Maske benutzen. Denn wer möchte mich anzeigen? Etwa der Lokführer, der trägt ja auch keine Maske.
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  • Kommentar von Halbeisen Charles  (chh)
    Wieso tragen alle, die hier für eine Pflicht sind, selber keine Maske? Wasser predigen und Wein trinken?
    Wenn es nicht so wäre, sähen die Bilder vom Postauto anders aus.
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    1. Antwort von Ringo Noki  (Rinok)
      Sie meinen sicher nicht mich, Herr Halbeisen. Ich trage nämlich Maske im ÖV. Ich war aber nicht im Postauto und bin gut genug zu Fuss, dass ich ein übervolles Postauto auch nicht genommen hätte. Aber nicht alle haben diese Möglichkeit - und die sollten durch eine Maskenpflicht geschützt werden. Die Einhaltung der Regeln zu überwachen kann ja nicht Aufgabe der Busfahrer sein. Es ist schlicht und einfach Aufgabe des Staates, seine Bürger zu schützen, insbesondere die Benachteiligten.
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    2. Antwort von Mike Steiner  (M. Steiner)
      Vielleicht, weil im Posti eher die Fraktion der Unbeeindruckten unterwegs ist? Ich habe immer eine dabei, benutze sie im Einkaufszentrum oder dem Bus. Für die gruusigen Einkaufswagengriffe ist eine Tüte Raschelhandschuhe und Handdesinfektion im Auto griffbereit. Und, liebe Leute, es ist wirklich KEIN echter Aufwand. Und es ist mir auch Wurst, was andere darüber denken. ICH nehme diese Verantwortung.
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    3. Antwort von Jörg Rüegg  (Jörg Rüegg)
      Weil diejenigen, welche eine Make tragen WÜRDEN, den ÖV eben immer noch meiden, weil so wenige Masken tragen Zudem ist es ganz einfach eine Frage des Anstandes, dass man im ÖV Maske trägt.
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    4. Antwort von Olaf Schulenburg  (freier Schweizer)
      @Steiner: Vielen Dank dass Sie Verantwortung für die Gesellschaft übernehmen.
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  • Kommentar von Ringo Noki  (Rinok)
    Das kann es doch nicht sein, dass das Gesetz des Urwalds herrscht und jeder für sich schaut. Auf der Strecke bleibt, wer zu einer Risikogruppe gehört und keine Alternative hat,zB Einheimische mit Gehbehinderung. Es ist doch selbstverständlich, dass ich als Tourist (Wanderer), der ich freie Wahl habe, diesen Leuten gegenüber so begegne, dass sie sich zB auf dem unerlässlichen Weg zum Einkauf oder zum Arzt sicher fühlen können. Da trage ich selbstverständlich Maske, auch wenn es nicht angenehm ist
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    1. Antwort von Ringo Noki  (Rinok)
      ... und wenn sich zeigt, dass diese Leute in Eigenverantwortung nicht ausreichend geschützt sind, dann erwarte ich, dass der Staat mich schützt - mit einer Maskenpflicht. Die Eigenverantwortung, also ob eine Gesellschaft Vorschriften benötigt oder nicht, misst sich daran, wie die Menschen - ohne Vorschriften - mit einander und insbesondere mit Benachteiligten umgehen.
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    2. Antwort von Halbeisen Charles  (chh)
      Risikogruppen können Masken mt Ventil tragen, wenn sie wollen. Und Gummihandschuhe. Dann sind sie perfekt geschützt.
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    3. Antwort von Roger Wolf  (RoWo)
      @Halbeisen Charles, verstehe ich Sie richtig: Risikogruppen sollen selbst schauen, da Sie, Herr Halbeisen, nicht eingeschränkt werden wollen und deshalb auch aus Solidarität z.B. keine Maske tragen würden?
      Vielleicht habe ich aber Ihren Beitrag falsch verstanden, dann entschuldigen Sie meine Antwort.
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    4. Antwort von Olaf Schulenburg  (freier Schweizer)
      @Halbeisen: Die ganze Gesellschaft trägt Verantwortung. Wenn eine zweite Welle kommt, sind alle betroffen, ob Risiko oder nicht. Zudem wird immer deutlicher sichtbar, dass in grossen Hotspots immer mehr Kinder die nicht - Risiko sind, an einem Kawasaki ähnlichen Syndrom erkranken. Und das hätte schlimme Folgen für die Kinder und vorallem riesige Kostenfolgen für die Gesellschaft.
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