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Klatschen allein reicht nicht: Es werden Taten gefordert
Aus Rendez-vous vom 08.06.2020.
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SRF-User zum Lohn Pflegender «Ist die Konsequenz eine Erhöhung der Krankenkassen-Prämien?»

Pfleger, Verkäuferinnen, ÖV-Personal mutierten in der Coronakrise zu Helden für die Bevölkerung. Während in den letzten Monaten für diverse Wirtschaftszweige Milliarden Franken an Bundeshilfen gesprochen wurden, passierte aber zum Beispiel im häufig überlasteten Gesundheitsbereich nichts.

Ist das fair? Die Meinung der SRF-User ist klar. In einer nicht-repräsentativen Umfrage sind 90 Prozent der rund 3300 User, die abgestimmt haben, der Ansicht, dass etwas passieren muss.

Die Pflegeberufe seien wichtig und anspruchsvoll. Darum sollen diese Tätigkeiten mit generell höheren Löhnen vergütet werden. Sieben Prozent betrachten die derzeitigen Löhne als angemessen, vier Prozent befürworten einen einmaligen Coronabonus von 5000 Franken bei gleichbleibendem Lohn.

Ich finde es ein Armutszeugnis, dem Pflegepersonal nicht endlich den Obolus zu entrichten, das es auch verdient. Dafür sollten wir uns alle schämen und speziell die Leute, welche diese Politik verantworten müssen.
Autor: Frédéric WeilSRF-User

In den Kommentarspalten gehen die Meinungen stärker auseinander. Zum Thema Lohn schreibt Richard Sommerhalder: «Wenn das Pflegepersonal so schlecht bezahlt wäre, wie immer wieder behauptet wird, kämen nicht so viele Grenzgänger gerne in die Schweiz, um in Spitälern zu arbeiten.» Die Antwort folgt prompt von User Olaf Schulenburg: «Es kommen in allen Berufen viele Grenzgänger.»

Tim Luethi weist auf die Mechanismen der Wirtschaft und auf die Wirkung der Grenzgängerinnen und Grenzgänger. Niemand werde gezwungen die Arbeiten auszuführen, so Luethi. Sobald das Angebot kleiner werde, stiegen automatisch die Löhne. Und: solange man Grenzgänger einsetzen könne, werde dies aber kaum der Fall sein.

Niemand wird gezwungen, diese Arbeiten auszuführen.
Autor: Tim LuethiSRF-User

Neben den Löhnen wird auch die hohe Belastung in den Pflegeberufen debattiert. Eine offenbar Direktbetroffene gibt dabei Einblick in ihre Arbeitswelt. «Was nützt es, wenn man 80'000 Franken jährlich verdienen könnte bei 100 Prozent Beschäftigung, de facto aber nur 80 Prozent arbeiten kann und auch nur zu diesem Prozentsatz angestellt wird, wegen Schicht und geforderter Flexibilität», sagt Christine Angst Azevedo.

Sie zählt weitere Probleme auf: Kein Biorhytmus, kein Vereinsleben, Wochenenddienste, Schwere Lasten heben (jenseits der SUVA-Empfehlungen), Pikettdienste für 1.60 Franken pro Stunde. Und: «Wir haben jetzt noch zuwenig Schutzmasken und sind immer noch angewiesen diese zu sparen.»

Kein Biorhytmus, kein Vereinsleben, Wochenenddienste, Schwere Lasten heben, Pikettdienste für 1.60 Franken pro Stunde.
Autor: Christine Angst AzevedoSRF-Userin und im Pflegebereich tätig

Hans-Ulrich Rechsteiner hat einen anderen Eindruck erhalten. Er sei in den letzten sechs Jahren häufig in Spitälern gewesen, inklusive Notfall-Stationen, und er habe nie den Eindruck gehabt, dass das Personal überlastet sei. Er kommt zum Verdikt: «Von Systemrelevant kann keine Rede sein. Nur weil die Tätigkeit wichtig ist, ist sie noch lange nicht systemrelevant.»

Nur weil die Tätigkeit wichtig ist, ist sie noch lange nicht systemrelevant.
Autor: Hans-Ulrich RechsteinerSRF-User

«Fragen Sie mal die Leute, welche auf Coronastationen arbeiteten, ob sie nicht am Anschlag waren?» reagiert Margrit Holzhammer auf weitere ähnliche Kommentare. Holzhammer, welche selbst in einem solchen Beruf tätig zu sein scheint, sagt weiter, sie werde dem Bundesrat nie verzeihen, dass er die Ruhezeiten des Spitalpersonals aufgehoben habe.

Bei aller Solidarität für die systemrelevanten Berufe in der Krise und ob diese auch monetär zum Ausdruck kommen sollte, fragt Markus Hunziker letztlich, was das eigentlich für ihn bedeuten würde: «Ist die Konsequenz daraus eine Erhöhung der Krankenkassen-Prämien?»

Rendez-vous, 08.06.2020/12:30 Uhr;

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