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Schweiz Staatsanwaltschaft fordert fast sieben Jahre Haft für Behring

Die Bundesanwaltschaft (BA) hat für den «Börsenguru» Dieter Behring eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren und neun Monaten beantragt. Dem Angeklagten wird gewerbsmässiger Betrug und qualifizierte Geldwäscherei vorgeworfen.

Dieter Behring
Legende: Gewerbsmässiger Betrug und qualifizierte Geldwäscherei: Dies sind die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft gegen Behring. Keystone

Der Basler Financier Dieter Behring soll für sechs Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Diesen Strafantrag hat die Staatsanwaltschaft vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona gestellt. Der Staatsanwalt bezeichnete Behring als uneinsichtig. Der Angeklagte sei ein selbstgefälliger «Börsenguru», der die Verantwortung immer auf andere abschiebe.

Hinsichtlich der Verjährung führte der Staatsanwalt aus, dass alle deliktischen Taten seit der Errichtung des Systems Behring als eine Tat zu betrachten seien. Damit beginne die Verjährungsfrist von 15 Jahren erst nach der Begehung der letzten Tateinheit zu laufen.

Es handle sich schliesslich nicht um mehrfache Betrüge, sondern um einen gewerbsmässigen Betrug. Allen Taten liege ein einheitlicher Wille zu Grunde.

Behring reichte 58 Beschwerden ein

Die lange Verfahrensdauer begründete der Staatsanwalt unter anderem mit der Komplexität des Falls. Weder der Kanton Basel-Stadt, noch der Kanton Zürich hätten das Verfahren übernehmen wollen.

Der Wechsel in der Verfahrensführung bei der BA in diesem Fall sei im Sinne des Beschleunigungsgebots getätigt worden. Ein Mitverschulden treffe aber auch Behring selbst. Er habe insgesamt 58 Beschwerden eingereicht. Gerade mal zehn Prozent davon seien gutgeheissen worden.

Geldflüsse nachvollzogen

Der Staatsanwalt zeigte in seinem Plädoyer anhand von Beispielen auf, wohin die Gelder der Investoren flossen und wer die Verfügungsmacht über die Konten ausübte. Unter den vom Staatsanwalt genannten Akten stand immer wieder die Unterschrift Behrings. Er habe die Herrschaft über die Konten gehabt und ausgeübt.

Der 61-jährige Behring soll zwischen September 1998 und Oktober 2004 gewerbsmässig Anleger betrogen haben. Die rund 2000 Geschädigten sollen insgesamt 800 Millionen Franken verloren haben.

3 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Acht Jahre Haft für einen "Dummen" der "Dumme" übers Ohr gehauen hat. (unser Gesetz schützt Dummheit nicht!). Auf der anderen Seite können Mörder morden +bekommen statt Gefängnis Therapien. Es wird Zeit für die Schweiz, das Strafgesetz von der Kuscheljustiz, Täterschutz usw. zu säubern. Auch das Zivilgesetz mit Anwälten und Richtern müssen weg von der ungerechten Verhältnismässigkeit. Alles muss wieder zurück zum Gerechtigkeits-Prinzip geführt werden. Die englischsprachigen Länder sind Vorbilder
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  • Kommentar von Edi Steinlin (rosi)
    Die ganze Geschichte um diesen Behring ist lachhaft, zuerst braucht unsere teure Justiz 12 volle Jahre bis es zur Verhandlung kommt. Dann beantragt die Staatsanwaltschaft 6 Jahre 9 Monate, das wären dann 4 1/2 Jahre 1/3 wird immer geschenkt selbst bei Fluchtversuchen. Behring hat 2000 Personen um insgesamt 800 Millionen geschädigt und jahrzehntelang mit diesem ergaunerten Geld ein Leben in Saus und Braus geführt. Das ist das Resultat einer 12 jahrelangen Untersuchung, wenn er verurteilt wird.
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    1. Antwort von Edi Steinlin (rosi)
      Anzufügen wäre noch, dass die Amis den Milliardenbetrüger Madoff innerhalb von 6 Monaten angeklagt und zu 150 Jahren Gefängnis verurteilt haben. In der Schweiz können wir froh sein, wenn Behring überhaupt hafterstehungsfähig ist und ein bisschen "hocken" muss.
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