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Staatsratswahlen in Genf CVP verliert Sitz an die SP

CVP-Staatsrat Luc Barthassat ist abgewählt. Die SP erbt den Sitz in der Genfer Regierung.

Legende: Video Regierungswahlen in Genf: CVP verliert weiter abspielen. Laufzeit 3:03 Minuten.
Aus Tagesschau vom 06.05.2018.

Beim zweiten Wahlgang für die Genfer Regierung ist Luc Barthassat (CVP) abgewählt worden. Seinen Sitz konnte die SP erobern. Das bürgerliche Bündnis «L'Entente» verliert damit die Mehrheit in der Genfer Regierung.

Gemäss Schlussresultat liegt Barthassat mit über 10'000 Stimmen hinter Thierry Apothéloz (SP).

Schlussresultat: 2. Wahlgang in den Genfer Staatsrat

Kandidierende

Stimmen
Mauro Poggia, MCG (bisher)
gewählt
51'015
Serge Dal Busco, CVP (bisher)
gewählt50'141
Antonio Hodgers, Grüne (bisher)gewählt49'684
Nathalie Fontanet, FDPgewählt45'522
Anne Emery-Torracinta, SP (bisher)gewählt44'905
Thierry Apothéloz, SP
gewählt44'884
Luc Barthassat, CVP (bisher)
34'357
Joceline Haller, EAG SP
27'121
Yves Nidegger, SVP
23'940
Willy Cretegny, parteilos
20'600
Paul Aymon, parteilos
9428

Zum zweiten Mal in Folge wurde mit Barthassat ein Vorsteher des Genfer Verkehrsdepartements abgewählt. Vor über vier Jahren traf es Michèle Künzler von den Grünen, dieses Jahr nun den CVP-Staatsrat.

Luc Barthassat von der CVP.
Legende: Man habe im Wahlkampf auch auf seine Person gespielt, ist der abgewählte Luc Barthassat überzeugt. Keystone

Barthassat führt seine Abwahl aber nicht nur auf das schwierige Dossier Verkehr zurück. «Ich bin enttäuscht», sagte der frühere Landwirt und Winzer beim Wahlzentrum in der Genfer Altstadt. Er verteidigte seine Legislaturbilanz immer noch. Man habe im Wahlkampf auch auf seine Person gespielt.

Dass seine Persönlichkeit das Problem war, bestätigte auch der Präsident der CVP Genf, Bertrand Buchs: «Er fand sich nicht mit der Rolle eines Staatsrates zurecht», sagte Buchs über Barthassat. Der CVP, die mit einem Wähleranteil im Parlament von 10,71 Prozent mit zwei Mitgliedern in der Regierung übervertreten war, bleibt ein Staatsrat.

Bürgerliche verlieren Mehrheit

Mit der Abwahl von Barthassat verliert das bürgerliche Bündnis «L'Entente» von FDP und CVP die Mehrheit in der Genfer Regierung und stellt noch drei Staatsratsmitglieder. Bereits vor drei Wochen war im ersten Wahlgang Pierre Maudet (FDP) wiedergewählt worden.

Der Staatsrat setzt sich neu zusammen aus: 2 FDP, 2 SP, 1 CVP, 1 Grüne und 1 MCG.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli Lang (Wochenaufenthalter)
    Eine Partei in der Krise, die CVP! Wahlniederlage reiht sich an Wahlniederlage. man verliert in den Parlamenten oder kann auf niedrigestem Niveau stabilisieren, Flügelkämpfe brechen aus, die Parteileitung wird hinterfragt und Exekutivmandatsträger werden abgewählt. Die Situation für die Partei ist schwierig. Für die nächsten eidgenössischen Wahlen droht ein einstelliges Ergebnis, was dann automatisch zur Hinterfragung der Bundesratsbefähigung führen würde. Darum jetzt eine Nachfolge für Doris!
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  • Kommentar von Peter Beutler (Plinius)
    Das Ergebnis widerspiegelt doch das der Parlamentswahlen vor einem Monat. Rotgrün hat dabei kräftig zugelegt. Das wäre übrigens auch das Ergebnis, das sich bei einer Proporzwahl ergeben hätte. Nun: Der MCG ist sozialpolitisch links und gesellschaftspolitisch rechts. Mit der neuen Zusammensetzung werden sozialpolitisch - die sind gewichtiger - linke Regierungsentscheide fallen.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Das ist gewolltes System: Der heute im 2. Wahlgang am meisten Stimmen erhaltene Staatsrat der MCG (Mauro Poggia) wird gar nicht erwähnt! Wir hören und lesen nur von einer 3 zu 3 Patsituation (dass die Bürgerlichen ihre Mehrheit verloren hätten, weil einer der CVP abgewählt wurde!) Was die SRF-Redaktion nicht mag und schätzt, ist einfach tabu! Punkt! Nun, ich hoffe, dass Mauro Poggia versuchen wird, dass der Kanton Genf nicht zu einem "Département Français" oder kulturlosen Teil der Schweiz wird!
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