«Steuerparadies» Schweiz im Kreise der 34 OECD-Staaten

In der Schweiz wird Arbeit deutlich weniger stark mit Steuern und Abgaben belastet, als in den meisten anderen Industriestaaten. Auch die Steuererhöhung fiel in der Schweiz unterdurchschnittlich aus.

Ein Taschenrechner und eine Hand mit einem Kugelschreiber über einer Steuererklärung. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Moderate Steuerbelastung in der Schweiz im OECD-Vergleich. Keystone

Bei der Steuerbelastung des Arbeitseinkommens kennen nur gerade fünf der insgesamt 34 Länder der OECD tiefere Einkommenssteuern und Abgaben als die Schweiz. Es handelt sich dabei um Südkorea, Israel, Mexico, Neuseeland und Chile. 2015 betrug die Belastung eines alleinstehenden Durchschnittsverdieners in der Schweiz 22,2 Prozent.

Diese Daten in der Studie «Taxing Wages 2016» hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) präsentiert.

In der OECD liegt die durchschnittliche Steuerbelastung bei 35,9 Prozent. In den Nachbarländern der Schweiz liegt die Belastung bei knapp 49 Prozent und darüber. Die höchsten Steuern und Sozialabgaben müssen Arbeitnehmer in Belgien bezahlen, nämlich 55,3 Prozent.

Moderate Zunahme der Steuerbelastung

Wie die Studie weiter zeigt, hat seit 2009 die Steuerbelastung in der Schweiz nur um 0,2 Prozentpunkte zugenommen und damit weniger als im Durchschnitt der OECD-Länder mit +0,9 Prozentpunkten. Seit 2000 hat die Belastung aber in der Schweiz wie auch im Durchschnitt um jeweils 0,7 Prozentpunkte abgenommen.

Ein weiterer Befund der Studie ist, dass Mütter und Väter in der Schweiz finanziell stärker entlastet werden als in den anderen Industriestaaten. Steuererleichterungen und Zuschüsse im Zusammenhang mit Kindern lassen die gesamte Steuerlast um 12,4 Prozentpunkte sinken. Im OECD-Schnitt sind es nur 9,2 Prozent.