Stiefkind-Adoption: Referendum gescheitert

Das Referendum gegen die Stiefkindadoption durch Homosexelle kommt wohl nicht zustande. Das bestätigt das EDU-nahe Referendumskomitee auf Anfrage von Schweizer Radio SRF. Das heisst, dass Homosexuelle die Kinder ihrer Partnerin oder ihres Partners in Zukunft adoptieren dürfen.

Eine Frau hat ein Kind im Arm. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Auch homosexuelle Paare dürften künftig ihre Stiefkinder adoptieren. Keystone

Am Donnerstag läuft die Referendumsfrist für das revidierte Adoptionsrecht ab. Doch von den notwendigen 50'000 Unterschriften sei man weit entfernt, erklärt Lisa Leisi vom Referendumskomitee: «Ehrlicherweise muss ich sagen, dass praktisch keine Hoffnung mehr besteht, dass das Referendum zustande kommt.»

Wie viele Unterschriften insgesamt zusammenkamen, behält das Komitee für sich. Aber – das Referendum sei gescheitert: «Ja, nach dem sieht es jetzt wirklich aus.» Und das heisst: Künftig dürfen alle das Kind der Partnerin/des Partners adoptieren, auch wenn es sich um homosexuelle Paare handelt.

Von Konservativen bekämpft

Konservative Politiker hatten das neue Adoptionsrecht bereits im Parlament bekämpft, allerdings unterstützte keine der grossen Parteien das Referendum. Das sei mit ein Grund für das Scheitern, ist Leisi vom überparteilichen Komitee rund um die EDU überzeugt.

Dazu komme die gesellschaftliche Entwicklung, so Leisi: «Die allgemeine Toleranz, die man hat. Man sieht zu sehr die Rechte von Menschen und vielleicht zu wenig den Schutz der Kinder.» Auf wann das neue Adoptionsrecht in Kraft tritt, wird der Bundesrat nach Ablauf der Referendumsfrist entscheiden.