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Schweiz Strafanzeige gegen AKW-Betreiber

Greenpeace und der Atomschutzverband Tras haben Strafanzeige gegen die Betreiber der Atomkraftwerke Gösgen (SO) und Leibstadt (AG) gestellt. Diese sollen ihre Bilanzen geschönt haben, lautet der Vorwurf.

Legende: Video Strafanzeige gegen AKW-Betreiber abspielen. Laufzeit 00:33 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 04.01.2013.

Zwei Umweltorganisationen erheben schwere Anschuldigungen: Die Betreiber der Atomkraftwerke Gösgen und Leibstadt sollen Urkundenfälschung begangen haben. Der Trinationale Atomschutzverband (Tras) und Greenpeace haben deshalb Strafanzeige erstattet.

In den Bilanzen per Ende 2011 seien die Angaben zur Summe im Stilllegungs- und Entsorgungsfonds über dem Marktwert ausgewiesen, schreiben der Trinationale Atomschutzverband (Tras) und Greenpeace. Dies ist gemäss Obligationenrecht nicht erlaubt. Um 599 Millionen Franken seien die Angaben zu hoch beziffert.

Das AKW Gösgen in der Dämmerung.
Legende: Die Betreiber der AKW in Gösgen und Leibstadt sollen ihre Bilanzen geschönt haben. Keystone

Zudem hätten die Betreiber Gelder in der Höhe von über 1,2 Milliarden aus dem Fonds für Nachbetrieb, Stilllegung und Entsorgung aktiviert. Das Obligationenrecht schliesst eine solche Aktivierung aus.

Somit seien in den Bilanzen über 1,8 Milliarden Franken auf der Haben-Seite aufgetaucht, die nicht dahin gehört hätten, «weil sie keine verkehrsfähigen oder übertragbaren Werte verkörpern».

«Ohne diese Aktiven wäre kein Eigenkapital mehr vorhanden», konstatieren die Greenpeace und Tras. In diesem Fall müssten die Aktionäre das Eigenkapital aufstocken. Bis dahin dürften die AKW nicht weiterwirtschaften.

«Die AKW schieben eine Schuld von 11,5 Milliarden Franken vor sich her», sagte alt Nationalrat Rudolf Rechsteiner (SP/BS).
 
Nach den Erfahrungen mit der Swissair und der UBS, die die Steuerzahlenden viel Geld gekostet hätten, sei bei den AKW der Zeitpunkt noch nicht verpasst: «Heute können die Verursacher die Rechnung noch begleichen», erklärte Finanzmarktexperte Kaspar Müller.

Betreiber warten Anzeige ab

Beteiligt an den Kraftwerken sind Axpo und Alpiq. Axpo ist mit 25 Prozent an Gösgen und mit 22,8 Prozent an Leibstadt beteiligt. Alpiq ist mit einer Beteiligung von 40 Prozent der grösste Aktionär des AKW Gösgen und mit 32,4 Prozent am AKW Leibstadt beteiligt.

Beide Unternehmen warten auf die Zustellung der Strafanzeige. Danach wollen sie Stellung beziehen «Wir legen schon Wert darauf, dass wir die gesetzlichen Anforderungen und die Rechnungsregeln nach Schweizer Rechnungslegungs-Standards beim AKW Gösgen jederzeit einhalten», betonte aber Alpiq-Sprecher Martin Stutz. Dies würden auch externe Revisionsstellen jeweils bestätigen. Die Geschäftsberichte des AKW Gösgen seien öffentlich zugänglich.

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Rudolf R. Blaser, Aeschi
    Dass sich unsere Regierung für die Sicherheit unserer Kernanlagen VERBÜRGT und sich sogar noch an diesen beteiligt ist für Leute mit gesundem Menschenverstand einfach nicht nachvollziehbar. SCHON IN DER GEWERBESCHULE HABEN WIR GELERNT, DASS BÜRGSCHAFTEN SCHULDEN SIND, WELCHE MAN NUR IM BESTEN FALLE NICHT ZU BEZAHLEN HAT. Diese Leute sind mit dem Swissair Verwaltungsrat vor dem Grounding zu vergleichen und dass es sie beim GAU auch treffen wird, ist nur kleiner Trost.
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  • Kommentar von Rudolf R. Blaser, Aeschi
    Am Freitag, den 21.12.2012 @ 14:21 schrieb eine Frau Steffi Simon aus Bern in diesem Forum unter der Rubrik: AKW Mühleberg muss bis 2017 nachrüsten, Zitat: Was nachrüsten für mehrere Millionen??? Abschalten! Fresst eure Jod-Tabletten selber… Zitat Ende. Diesem Kommentar ist NICHTS hinzuzufügen. Ich hätte es nicht besser formulieren können. Nach gesundem Menschenverstand ist Sicherheit der CH unantastbar ABER DIESE LEUTE GEFÄHRDEN NICHT NUR UNSER HAB UND GUT SONDERN AUCH UNSER LEIB + LE...
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  • Kommentar von M Deiss, Würenlingen
    Haben die Beteiber von fossilen Kraftwerken Rückstellungen gebildet um den Super GAU der Klimaerwärmung zu finanzieren? Wieso muss CO2 eigentlich nicht entsorgt werden? Wieso nimmt die Menschheit das unvorstellbare Risiko der Klimaerwärmung, mit dem möglichen Folgen wie Krieg, Hunger und totaler Zerstörung in kauf?
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    1. Antwort von Armin Bühler, Chur
      Tatsächlich ist den Schweizer AKW Besitzern auch der CO2-Ausstoss egal: Denn sie betreiben auch noch vorwiegend fossile Kraftwerke im Ausland, welche fast doppelt so viel Strom produzieren, wie die Schweiz gesamthaft verbraucht: http://www.energiestiftung.ch/aktuell/archive/2010/09/08/auslandwerke-produzieren-dreimal-mehr-strom-als-die-schweiz-benoetigt.html
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    2. Antwort von Rudolf R. Blaser, Aeschi
      Klimaerwärmung, Supergau? Fachleute s s einig, dass in der Erdgeschichte die Polkappen MEHRHEITLICH NICHT mit Eis bedeckt waren, zu 1er Zeit, als es Menschheit noch gar nicht gab. Dies wird dadurch erklärt, dass sich - wegen der Kontinentalverschiebung - noch kein Kontinent auf einem Pol aufbauen konnte + die warmen Meeresströmungen dadurch nicht behindert wurden. Atomindustrie dagegen mutiert ALLES LEBENDIGE dieser vollkommenen Schöpfung+HAT IHREN URSPRUNG SOMIT DIREKT IN DER HÖLLE.
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