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Schweiz Strafuntersuchung gegen Luzerner Polizeichef Achermann

Der Einsatz der Luzerner Polizei in Malters zieht eine Strafuntersuchung nach sich. Bei der Aktion am 9. März hatte eine Frau Suizid begangen.

Legende: Video Juristische Konsequenzen im Fall Malters abspielen. Laufzeit 01:22 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 17.06.2016.

Was genau lief schief am 9. März in Malters? Bei einem Einsatz der Luzerner Polizei beging eine Frau Suizid. Ein ausserkantonaler Staatsanwalt leitet nun gegen den Polizeikommandanten Adi Achermann und den Kripochef Daniel Bussmann eine Strafuntersuchung ein.

Fahrlässige Tötung?

Bei dem Verfahren gehe es um den Verdacht der fahrlässigen Tötung, teilte die Luzerner Staatsanwaltschaft mit. Es gelte die Unschuldsvermutung.

Der von Luzern eingesetzte ausserordentliche und ausserkantonale Staatsanwalt, der Aargauer Christoph Rüedi, hat in einer Voruntersuchung die Umstände der Selbsttötung untersucht und dazu mehrere Personen befragt. Ein Fehlverhalten der beiden Polizeikader könne nach dieser Voruntersuchung nicht zum Vornherein ausgeschlossen werden.

Legende: Video Suizid-Drama von Malters abspielen. Laufzeit 14:13 Minuten.
Aus Rundschau vom 30.03.2016.

Mit der Strafuntersuchung soll nun der Polizeieinsatz detailliert abgeklärt werden. Zu klären sei, ob ausreichend Alternativen zum gewählten Vorgehen geprüft worden seien und ob Achermann und Bussmann für den Tod der Frau strafrechtlich verantwortlich seien.

Polizeieinsatz dauerte 17 Stunden

Anfang März hatte sich eine 65-jährige Frau während 17 Stunden in einer Wohnung in Malters verschanzt und sich mit Waffengewalt gegen die Aushebung einer Hanfanlage ihres Sohnes gewehrt. Schliesslich stürmte die Polizei die Wohnung. Sie fand die Frau leblos im Badezimmer vor. Sie hatte sich selbst erschossen.

Der Sohn der Verstorbenen reichte darauf eine Anzeige wegen Amtsmissbrauchs und fahrlässiger Tötung ein. Mit dem Verfahren wurde ein ausserkantonaler Staatsanwalt betraut. Der Polizeieinsatz wird zudem vom Zuger alt Regierungsrat Hanspeter Uster in einer Administrativuntersuchung aufgearbeitet werden. Diese Verfahren ruht indes, bis die Strafuntersuchung abgeschlossen ist.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Edi Steinlin (rosi)
    Eine lächerliche Strafuntersuchung von übereifrigen Juristen, die offensichtlich nichts anderes zu tun haben.
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  • Kommentar von U.E. Romer (romeru)
    Strafuntersuchung gegen die Führung der Polizei. Der Schutz der Verursacher von Widerwertigkeiten nimmt immer mehr krassere Formen an. Das Schlimme daran ist, dass die Oeffentlichkeit teils blind den Medien glaubt und immer nur das Verhalten der Polizei verurteilt, nicht aber das Verhalten der Täter.
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Darum ist es ja gut, dass es diese Untersuchung gibt. Da urteilt nicht die Oeffentlichkeit und nicht der Blick, sondern Fachleute. Wenn alle richtig gehandelt haben wird auch das zum Vorschein kommen. So gibt es eben keine falschen Verurteilungen.
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    2. Antwort von U.E. Romer (romeru)
      Ich geben Ihnen weitgehend Recht Hanspeter Müller. Leider richten die Medien den Schaden ohne Gerichtsurteil an und bleibt bei den involvierten Polizeikräften hängen. Von einem Gerichtsurteil zu ihren Gunsten wird nicht mehr berichtet. Ist nicht mehr interessant.
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  • Kommentar von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
    Die Polizei kann tun und lassen, was sie will, irgendjemand hat immer etwas auszusetzen. Wer sich verschanzt und mit einer Waffe droht, muss sich nicht wundern, wenn sie erschossen wird. Tötet sie sich selber, kann die Polizei auch nichts dafür. Oder sollten eventuell Polizisten sterben, weil jemand durchdreht?
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