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Schweiz Streiff: «Das Schicksal der Frauen stimmt mich traurig»

Die Berner Ständeratskandidatin Marianne Streiff (EVP) hat für hitzige Diskussionen gesorgt, weil sie Prostitution und Menschenhandel mit strengeren Regeln oder gar Verboten für Freier regeln wollte. Deshalb hat das «Regionaljournal» Marianne Streiff für ihr Auswärtsspiel in ein Bordell geschickt.

Der Club Cleopatra in Bargen gilt in der Branche als ein vorbildlich geführtes Bordell. Die Betreiberin hiess die EVP-Ständeratskandidatin Marianne Streiff für einen Rundgang willkommen. Streiff erhielt so tiefe Einblicke in ein ungewohntes KMU.

Das Auswärtsspiel

Im Hinblick auf die eidgenössischen Wahlen lädt das Regionaljournal die sieben Ständeratskandidatinnen und -kandidaten der relevanten Berner Parteien zu einem Auswärtsspiel ein. Analog zum Sport tauchen sie dabei in Welten ein, die ihnen fremd sind - haben also kein politisches Heimspiel.

-> zu den gesammelten Auswärtsspielen

25 bis 30 Frauen arbeiten selbständig im Club. Sie bezahlen der Betreiberin täglich eine Miete, können dann jedoch das Geld behalten, das die Männer ihnen für die sexuellen Dienstleistungen bezahlen.

Streiff bekam auch jene Räume zu sehen, die den männlichen Besuchern versperrt bleiben: die Garderobe der Prostituierten, die privaten Rückzugsräume der Frauen, die hauseigene Wäscherei oder die grosse Wasseraufbereitungsanlage für die unterschiedlichen Whirlpools.

Keine normale Arbeit

«Das Schicksal der Frauen, die hier ihren Körper verkaufen müssen, stimmt mich sehr traurig», sagte Marianne Streiff in einer der Suiten. Dies sei keine normale Arbeit, so Streiff, «wegen dieser zerbrechen viele Seelen».

Die Führung bot genügend Raum für Diskussionen zwischen Streiff und der Betreiberin. Auf der einen Seite die Bordell-Betreiberin, auf der anderen die Präsidentin der Evangelischen Volkspartei.

Smartspider
Legende: Die Smartspider von Marianne Streiff. Smartvote

Streiff sorgte in den letzten Jahren für Schlagzeilen, weil sie vom Bundesrat verlangte zu prüfen, strengere Regeln oder gar Verbote einzuführen, um den Menschenhandel im Sexgewerbe besser regeln zu können. Zum Beispiel dadurch, Männer zu bestrafen, die sexuelle Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Für diese Strafe, die einem Prostitutionsverbot gleich kommen würde, musste Streiff viel Kritik einstecken.

Den politischen Kampf ist sich Streiff jedoch gewohnt. Sie absolvierte die typische politische Ochsentour: angefangen im Könizer Ortsparlament und dem Gemeinderat, über das bernische Kantonsparlament bis in den Nationalrat (seit 2010). Jetzt kandidiert sie für den Ständerat. Streiff präsidiert zudem seit 2014 die EVP Schweiz.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)

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