Streit um Finanzierung des ambulanten Bereichs

Der Krankenkassendachverband Santésuisse fordert, dass sich die Kantone an den Kosten beteiligen. Dagegen wehrt sich die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren.

Einem Mann wird das Gipsbein entfernt. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Sollen sich die Kantone an den ambulanten Kosten beteiligen? Keystone

Die Krankenkassenprämien steigen auch 2016 weiter. Für hohe Kosten sorgt unter anderem der ambulante Bereich. Bisher zahlt die Krankenkasse bzw. der Prämienzahler die Kosten für den ambulanten Bereich zu 100 Prozent selber. Bei den Spitalkosten beteiligt sich der Kanton. Deshalb möchte der Krankenkassendachverband Santésuisse die Kantone auch bei den ambulanten Kosten verpflichten.

Das hält Thomas Heiniger, Vizepräsident der Konferenz kantonaler Gesundheitsdirektoren, für keine gute Idee. Es handle sich dabei nur um ein Umlagern der Kosten. Gespart sei damit noch nichts. Ausserdem müsse man zuerst abwarten, was sich durch die Änderung der Spitalfinanzierung im Jahr 2012 geändert habe. Das könne man noch nicht abschätzen.

Effizienteres System statt Kostenverschiebung

Die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren spreche sich daher eher dafür aus, insgesamt ein effizienteres System zu finden. So gelte es etwa darauf zu achten, dass sich Behandlungen nicht wiederholen würden und dass in der Grundversorgung darauf geachtet werde, dass Patienten wenn möglich nicht sofort zum Spezialisten müssten.

Neue Ausrichtung bei Prämienverbilligung

Auch bei den Prämienverbilligungen brauche es ein effizienteres, wirtschaftlicheres System, sagt Heiniger. Bei der Prämienverbilligung wird derzeit in vielen Kantonen gespart. Das bedeute aber auch hier nur, dass die Kosten verschoben würden.

«Nur mit sparen an einem Ort und belasten am anderen Ort, gewinnen wir nichts», sagt Heiniger. Weil die Gesellschaft zunehmend altere und auch immer mehr medizinische Leistungen in Anspruch nehme, könne und wolle, sei damit zu rechnen, dass die Kosten weiter steigen.