Studie: Das E-Auto wird umweltfreundlicher

Weniger CO2 ausstossen – wie schaffen wir das? Eine Studie sagt: Elektrofahrzeuge leisten dazu künftig einen bedeutenden Beitrag. Denn E-Autos werden effizienter.

Ein Elektroauto beim Strom tanken. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Reichweite von E-Autos dürfte bis 2040 auf 400 bis 600 Kilometer steigen. Heute liegt sie bei rund 150 Kilometern. Reuters

Elektroautos sind klimafreundlich. Dies, auch wenn in den nächsten 40 Jahren vorübergehend mehr Strom mit Gaskraftwerken erzeugt werden muss. Zu diesem Schluss kommt eine Studie vom Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung, TA-Swiss.

Bis 2035 soll jedes zweite neue Auto in der Schweiz mit Strom betrieben sein, so die Studie. Noch sind wir allerdings in der Schweiz weit davon entfernt. Letztes Jahr wurden gerade mal 525 rein elektrisch betriebene Fahrzeuge neu zugelassen.

2012 wurden total 328'139 Autos in Verkehr gesetzt. Die reinen E-Autos machten also 0,6 Prozent am Gesamtmarkt aus. Rechnet man die hybridangetriebenen Fahrzeuge dazu, sind es 2,3 Prozent des Gesamtmarktes.

Neu zugelassene Autos mit Alternativantrieb in der Schweiz

Neu zugelassene Autos mit Alternativantrieb in der Schweiz
20082009201020112012
Benzin / Elektro (Hybrid)31053902423553425610
Diesel / Elektro (Hybrid)01214975
Elektro2153198452525
Erdgas11511065708632492
Bioethanol (E95)1171527297473402
Flüssiggas0314918

Und: Die Vorteile gegenüber normalen Fahrzeugen mit Benzin- und Diesel-Verbrennungsmotoren sind laut der Studie weniger gross als bisher angenommen. Denn bei  Elektromobilen wie bei konventionellen Autos werde die Effizienz bis im Jahr 2035 um 35 Prozent gesteigert. Studienmitautor Rainer Zah dazu: «Der gesamthafte Schadstoffausstoss dürfte damit trotz zunehmender Gesamtmobilität zurückgehen.»

Chancen und Risiken abwägen

Beide Varianten bieten Chancen und Risiken. Einer grösseren Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern steht laut Zah eine gesteigerte Abhängigkeit von seltenen Metallen gegenüber. Mit letzteren werden Batterien hergestellt.

Doch reicht unsere Energie für viele Elektroautos? «Die im Schweizer Netz vorhandene Energie reicht bis 2040 gut dafür aus, um den zusätzlichen Bedarf zu decken», sagte Zah. Seiner Ansicht nach brauchen die Elektromobile bis 2040 rund 10 Prozent des gesamten Stroms.

Von Mineralölsteuer zu Kilometerabgabe

Ein negativer Effekt von zunehmender Elektromobilität liegt bei den Steuern. Denn der Staat wird weniger Mineralölsteuern einnehmen. Mit diesem Geld finanziert der Bund unter anderem die Schweizer Strasseninfrastruktur.

Diese Lücke schliessen könnte laut Studienmitautor Peter de Haan ein Mobility-Pricing: Nicht die Art des Fahrzeugs soll für die Erhebung der Steuern entscheidend sein, sondern die Zahl der zurückgelegten Kilometer. Wichtig sei, dass Elektromobile und gewöhnliche Personenwagen gleich besteuert würden.

«Schaden wird dies der Entwicklung von Elektromobilen nicht, diese werden sich ohnehin durchsetzen», sagte de Haan.

Keine Subventionen nötig

«Technologiespezifische Anreize» sind deshalb nicht nötig, um die Elektromobilität zu fördern. Zu empfehlen sei hingegen eine «effizienzorientiertere» Zulassungspolitik bei Neuwagen.

So sollen Autos jedweder Art bei ihrer Neuzulassung daraufhin beurteilt werden, wie sie die Energieeffizienz steigern. Der Energieverbrauch könne dadurch limitiert werden.

Zudem seien Materialteile der Elektromobile besser wiederzuverwerten. Ihre Fahrzeugkomponenten sollen deshalb künftig vor und nicht nach dem Schreddern entfernt werden.