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Schweiz Swiss Olympic-Chef: «Wieder mal was Mutiges machen»

Wollen die Bündner in ihrem Kanton 2022 Olympische Winterspiele – oder nicht? Im Abstimmungskampf geht es wenig um Sport und viel um Geld. Swiss Olympic-Präsident Jörg Schild sagt gegenüber Radio SRF: «Wenn sich die Diskussion auf Beton und Geld beschränkt, begreife ich die Skepsis.»

Jörg Schild, Swiss Olympic-Präsident: «Wir wollen Schweizer Spiele.»
Legende: Jörg Schild, Swiss Olympic-Präsident: «Wir wollen Schweizer Spiele.» Keystone

Für den Bundesrat ist klar: Ein Defizit bei den Spielen würde der Bund übernehmen. Sportminister Ueli Maurer geht nach eigenen Worten allerdings davon aus, dass es gar kein Defizit geben wird.

In den letzten 20 Jahren aber waren die Zahlen bei Olympischen Spielen am Schluss immer rot. Wieso sollte der Schweiz gelingen, was anderen Austragungsorten nicht gelungen ist?

Jörg Schild, Präsident von Swiss Olympic sagt, man müsse verschiedene Budget-Arten unterscheiden. «Bei Investitions-Budgets ist das Risiko am höchsten. Das betrifft Projekte, die für die Olympischen Winterspiele vorgezogen werden.» Seit den Winterspielen in Nagano 1998 habe hingegen das Durchführungs-Budget keine roten Zahlen mehr vorgewiesen.

Sowieso geplante Projekte

Aber Infrastrukturen kosten. «Das sind Posten, die ohnehin projektiert sind für die Region – zum Beispiel Tunnels oder Strassen», wehrt Schild ab. Ob das in zehn Jahren oder jetzt gebaut werde, spiele keine Rolle. «Die Kosten gehen zulasten des Kantons-Budgets.»

Das Engadin muss für die Olympischen Winterspiele 2022 verkehrstechnisch aufrüsten. Wäre das ohne olympische Spiele nötig? Doch, entgegnet Schild. «Die Bündner profitieren.» Es gebe bis heute keine direkte Verbindung zwischen dem Flughafen in Kloten und dem Kanton Graubünden. Diese sei sowieso in Planung. Und die Kontrolle habe nicht das Internationale Olympische Komitee IOC, sondern die Parlamente hätten sie.

Nur Teil der Sicherheitskosten

Die Olympischen Winterspiele sind mit 2,4 Milliarden Franken budgetiert. Aber die Sicherheitskosten sind lediglich mit 120 Millionen eingerechnet. Diese Summe steht für die Sicherheit in den Stadien. Reicht das? «Kantone, Bund und allenfalls Armee müssen die anderen Sicherheitskosten unter sich aufteilen», sagt der Swiss Olympic-Präsident. Sie seien immer noch in der Phase der Machbarkeitsprüfung.

Am 3. März gehe es um die Kosten, die die Bündner betreffen. «Und sie müssen wissen: Es kommt kein zusätzliches Risiko auf sie zu», sagt Schild.

Tourismus ankurbeln

Die Olympischen Spiele im Bündner Land sollen den Tourismus in der Schweiz beleben. Links und rechts haben Länder die Schweiz im Tourismus überholt. Schild: «Wir wollen nicht Bündner Spiele. Wir wollen Schweizer Spiele – und das würde der ganzen Schweiz wirtschaftlich was bringen.»

Etwas für die nächste Generation machen.

Die Freude hält sich im Bündner Volk laut einer Umfrage aber in Grenzen. Laut dieser haben die Gegner der Olympischen Winterspiele die Nase vorne. «Wenn sich die Diskussion auf Beton und Geld beschränkt, begreife ich die Skepsis.» Aber Jörg Schild sagt auch: «Wir sollten wieder mal etwas Mutiges machen. Etwas für die nächste Generation. Denn die Jungen stehen zum grossen Teil hinter diesem Plan.»

12 Kommentare

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  • Kommentar von Nils W. Bräm, Siegburg / Cazis
    Geld ist ein Faktor. Geld muss verdient werden. Hier überschätzen jedoch viele Bündner die Unabhängigkeit ihrer Wirtschaft vom Tourismus. Spätestens seit Einführung des volkswirtschaftlichen "Satelliten-Kontos Tourismus" ist Fachleuten und Politikern bewusst, wie weit der Tourismus für die Gesamtwirtschaft gerade der Schweizer Bergkantone von Bedeutung ist. Leider ist dies der breiten Bevölkerung noch nicht kommuniziert worden, was jetzt abgestraft wird. GR 2022 JA ist wichtig!
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  • Kommentar von Johnny Feierabend, Bern
    Ich bin sicher, dass unser Defizitgarant (Parlament und Volk haben dann auch noch etwas dazu zu sagen!) Ueli Maurer wohl mit einem Fallschirm aus einem neuen Grip(p)en springen und wie letzten Sommer Elisabeth II. ins Olympia-Stadion segeln wird. Es geht nicht nur um Geld, sondern vielen um die Befriedigung ihre elenden Geltungsdranges.
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  • Kommentar von Beppie Hermann, Bern
    "Swiss Olympic-Chef: «Wieder mal was Mutiges machen» " Übersetzt heisst das, wir bezahlen für seinen Mut. Wobei der Ausdruck Mut doch wohl durch leichtsinnig egoistische Waghalsigkeit ersetzt werden müsste. Auch naive Malerei findet ihre Anhänger.
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