Zum Inhalt springen

Header

Kirchenraum von innen
Legende: Zur Rettung vieler Kirchen empfiehlt sich eine Umnutzung. Diese stösst jedoch an theologische und ethische Grenzen. Keystone
Inhalt

Schweiz Tabubruch: Darf eine Kirche umgenutzt werden?

Kirchen sind teuer im Betrieb. Gleichzeitig kämpfen die Kirchen mit schwindenden Besuchern. Deshalb beschäftigen sich nicht nur Kirchgemeinden, sondern auch Städte und die Denkmalpflege mit dem Thema Umnutzung. In Bern findet heute eine Tagung zu diesem Thema statt.

Ein Hotel, Büroräume oder Wohnungen: Das Spektrum um eine Kirche neu zu nutzen ist breit. In Deutschland gebe es sogar eine Kletterkirche, sagt Albert Gerhards, Professor für Liturgiewissenschaften an der Universität Bonn. Für Gerhards machen jene Umnutzungen am meisten Sinn, welche die Identität des Raumes bewahren und möglichst reversibel sind.

Grenzen der Umnutzung

Ein Tabu ist nach Meinung von Gerhards, wenn ein Gebäude zwar aus Denkmalschutz-Gründen nach aussen hin so bestehen bleibt, innen jedoch nichts mehr an die ursprüngliche Kirche erinnert. Auch bestimmte kommerzielle Nutzungen erachtet Gerhards als schwierig.

Nicht im grossen Stil denkbar sei es derzeit auch eine Kirche als Moschee umzunutzen. Dies seit den Anschlägen vom 11. September und den aktuellen Entwicklungen im Islam, namentlich jene rund um den IS. Denkbar sei eine Umnutzung dieser Art höchstens für interreligiöse Dialoge.

Auf jeden Fall müsse ein möglicher Verkauf durchdacht sein. Die Motive müssten klar sein. Ausserdem müsse zuerst geklärt werden, ob es Alternativen gebe. So sei es in einigen Fällen sinnvoll, die Immobilie zu behalten und einen Teil der Räume für andere Nutzungen zur Verfügung zu stellen.

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

28 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Hans Knecht , Torny
    Kirchen sollten Andachtsstädten sein und sowas lässt sich in der Regel nicht umnutzen. Oder man frage mal einen Buddist was er davon halte einen Schrein umzunutzen. Hingegen sind mache Kirchen die ab Anfang der 60er gebaut wurden eher Betonklötze in denen wohl eher zufälliger Weise Messen gehalten wurden.
  • Kommentar von Max Blatter , 5620 Bremgarten
    Eigenartige Frage! So lange ich zurückdenken kann (und ich bin 1954 geboren) ist die Basler Barfüsserkirche ein Museum - und noch nie habe ich gehört, dass sich irgendwann irgendwer daran gestört hätte.
  • Kommentar von W. Pip , Züri
    Man sollte auch Umnutzungen zu Party-Locations ins Auge fassen, an denen auch GBLF-Veranstaltungen stattfinden. ;-)