Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio Verwandte sollen den Täter überführen abspielen. Laufzeit 01:47 Minuten.
01:47 min, aus HeuteMorgen vom 25.04.2019.
Inhalt

Tätersuche mit DNA-Spuren Verwandte sollen Straftäter überführen

Das Fedpol will DNA-Proben künftig konsequenter für die Verwandtenrecherche einsetzen. Das ist umstritten.

Für ein DNA-Profil reicht ein Haar, ein Zigarettenstummel oder menschliche Ausscheidungen. Findet die Kriminaltechnik am Tatort solche Spuren, dann lässt sich daraus ein genetischer Fingerabdruck generieren, das DNA-Profil.

Doch nicht immer führt die DNA direkt zum Täter. Wenn die DNA des Täters nie erfasst wurde, dann gibt es auch keinen Treffer in der Datenbank. In einem solchen Fall kann die Verwandtensuche zum Einsatz kommen.

Nahe Verwandte können zum Täter führen

«Man sucht in diesen Fällen in der Datenbank nach nahen Verwandten wie Eltern, Kindern oder Geschwistern», sagt Florian Näf vom Bundesamt für Polizei (Fedpol). So könne man auf indirektem Weg zum ursprünglichen Spurenleger – dem Verdächtigen – gelangen.

Das Bundesstrafgericht liess 2015 diese Methode zu, obwohl eine eindeutige gesetzliche Regelung nicht existiert. Bislang wurde die genetische Verwandtensuche bei Strafermittlungen in der Schweiz 15 Mal eingesetzt – stets ohne Erfolg.

Trotzdem will das Fedpol die Methode jetzt ins neue DNA-Profil-Gesetz aufnehmen, das in den nächsten Monaten in die Vernehmlassung geht. «Man will die Verwandtenrecherche im Rahmen der Gesetzesrevision jetzt explizit im Gesetz verankern», sagt Näf.

Kritik von Strafverteidigern und Datenschützern

Das Vorhaben wird von Strafverteidigern kritisiert. Sie argumentieren, so würden unbeteiligte Verwandte in Strafermittlungen hineingezogen.

Auch Datenschützer Adrian Lobsiger hat sich bereits skeptisch geäussert: Bei einer gewöhnlichen Ermittlung hätten Verwandte ein Zeugnisverweigerungsrecht. Doch bei einer Verwandtenrecherche könnten Eltern, Kinder oder Geschwister einen Verwandten ungefragt belasten, sagte er kürzlich gegenüber der «Ostschweiz am Sonntag».

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

32 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Stefan Huwiler (huwist)
    Unschuldige werden durch DNA-Abgleiche ausschliesslich ENTlastet. Es kann also keine Rede sein, dass Verdächtige produziert werden. Und wenn Verwandte ihre Angehörigen bei Verbrechen wie Mord oder Missbrauch mit Zeugnisverweigerung decken ist das sowieso unter aller Sau. Das mag für eine Parkbusse noch angehen, aber nicht für Kapitalverbrechen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Olaf Schulenburg (freier Schweizer)
      Und mit welcher Begründung soll das Decken bei einer Parkbusse legitim sein? Wie sieht es denn bei Steuerbetrug aus? Bei Blau machen in der Arbeit? Wenn ein Kind einen Schoggistengel mit gehen lässt? Bei Mobbing? Bei Mord mit Schusswaffe aus dem Hinterhalt und ohne Körperkontakt? Wo bitte ziehen Sie eine Grenze? Entweder oder. Gesetz ist Gesetz, sonst können wir grad ganz aufhören. Also ist die logische Konsequenz: Bei Geburt muss eine DNA Probe zu Handen des Staates abgegeben werden.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Stefan Huwiler (huwist)
      @Schulenberg: Für das Zeugnisverweigerungsrecht gibt es durchaus eine Begründung. Für einen Schoggistängelidiebstahl einen engen Verwandten zu denunzieren kann dieses Verhältnis nachhaltig zerstören. Das darf (meiner Meinung) in der Entscheidung des Angehörigen liegen ob er dies machen möchte. Deshalb gibt es das Zeugnisverweigerungsrecht ja. Bei einem Kapitalverbrechen überwiegen für mich die Rechte der Allgemeinheit klar.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Das "Digitale Zeitalter" ist real erst 25 J. alt und nach bis nach ins Bewusstsein des Einzelnen gedrungen. Die Auswirkungen werden nun immer klarer sichtbar. Wir benötigen dringendst besseren Schutz, in diesem sehr gefährlichen Medium, das nicht nur von den Verbrechern alleine missbraucht wird -nun auch vom Staat im Staat, gegen den Bürger über Generalverdacht DNA - erhoben wird -die in den Digitalen Speicherwerken zu Milliarden gelagert, jederzeit gegen Verdächtige permanent eingesetzt werden.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Vor lauter Frust und Langeweile wissen diese Damen und Herren nichts besseres wie immer neue Schikanen auf zu bauen, um dem Bürger zu zeigen , wer das Sagen im Staate besitzt. Es wird dann von Verdächtigungen nur so wimmeln , denn endlich ist der Verdacht ausreichend, ordentlich durch zu greifen, bei allen Verdachts-Verwandten und Bekannten. China lässt grüssen . Vollbeschäftigung im Staat des Staates ist garantiert und das alles vom Steuerzahler finanziert. Es wird eng auf der Insel.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen