Die Schweiz steckt mitten in einer Hitzewelle. Es ist mittlerweile der achte Tag in Folge, an dem die Temperatur über 30 Grad Celsius steigt. Damit erinnert der aktuelle Sommer bislang an die Hitzesommer 2003 und 2018. Ein vorläufiger Blick auf die Gemeinsamkeiten, Unterschiede und die Folgen.
Die Temperaturen im Juni
Der diesjährige Juni startete speziell, wie Roman Brogli von SRF Meteo sagt. «Der Juni hat kühl begonnen und wird sehr heiss zu Ende gehen.» Ab Monatsmitte stiegen die Temperaturen an und knackten am 16. und 17. Juni vielerorts die 30-Grad-Marke.
«Es dürfte einer der heissesten Junis in der Schweiz werden», sagt Brogli. «Den Wert von 2003 werden wir kaum übertreffen.»
Die Hitzetage
In Genf, Bern, Zürich und Lugano gab es bis Mittwoch bereits acht Hitzetage. Das heisst, das Thermometer stieg auf mindestens 30 Grad Celsius. Das sind bereits mehr Hitzetage als 2018.
Die aktuelle Zahl der Hitzetage für Zürich und Bern nähert sich bereits den Werten von 2003 an. «In Bern wird die Anzahl Hitzetage aus 2003 bereits am Donnerstag egalisiert und danach ziemlich sicher übertroffen», sagt Meteorologe Brogli. Auch in Zürich dürfte es gemäss aktueller Prognose mit 12 Hitzetagen einen mehr geben als 2003.
Wie es 2003 und 2018 weiterging
2003 hielt die Hitze ab Juni fast den ganzen Sommer durch an. «Besonders der Juni und der August waren extrem und weit über dem, was man sich in der Schweiz gewohnt war», sagt Brogli. Dementsprechend ging die Zeit als Jahrhundertsommer in die Geschichtsbücher ein.
«2018 war der Juni eher moderat, aber es wurde im Juli und August extrem heiss», sagt der Meteorologe. Jedoch habe sich die Sommerwärme bis in den September gehalten. So war der September 2018 im Schnitt wärmer als jener 2003.
Die Folgen der Hitze
Der Hitzesommer 2003 hatte schwerwiegende Folgen für die Umwelt und die Landwirtschaft. So erhitzten sich Gewässer übermässig, wodurch die Sauerstoffkonzentration sank. Ausserdem wurden Schad- und Nährstoffe durch Niedrigwasser weniger verdünnt, was die Wasserqualität minderte.
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Für Fische sind das tödliche Bedingungen, besonders für Forellen, Äschen und Aale. Gemäss Schätzungen verendeten im Hitzesommer 2003 Dutzende Tonnen Fische.
Für Bauernbetriebe fielen wegen der Hitze Ernten aus. Wegen des ausbleibenden Regens wuchs das Gras schlecht, weshalb die Betriebe dem Vieh Heu verfüttern mussten, das eigentlich als Winterreserve gedacht war. Einzelne Kantone mussten deswegen Landwirten bei finanziellen Engpässen aushelfen.
Zwar war der Sommer 2018 nicht so heiss wie 2003, dafür aber deutlich trockener. Im Rhein kam es zu einem grösseren Fischsterben. Um die verbliebenen Tiere zu schützen, erliessen die Behörden für das Folgejahr ein beschränktes Fischereiverbot.
Auch die Landwirtschaft litt unter dem Hitzesommer 2018. Manche Wasserquellen in den Bergen versiegten, weshalb es Alpenbetrieben an Wasser für ihre Kühe mangelte.
Das Wasser musste an manchen Orten aufwendig herangeschafft werden. So flog die Schweizer Armee mehrmals mit Helikoptern Wasser aus Seen auf Alpweiden. Der Bund unterstützte ausserdem Bauernbetriebe mit zinslosen Darlehen.