«Thema, das immer aktueller wird»

Auch in der Schweiz ist Cybermobbing weit verbreitet. Eine neue Umfrage zeigt, dass fast ein Viertel der Jugendlichen vom Cybermobbing betroffen ist. Dagegen helfen Präventionsmassnahmen in den Schulen und auch Versicherungen.

Cybermobbing hat viele Gesichter: Dabei wird jemand mit SMS, Chat-Nachrichten oder Facebook-Einträgen beleidigt und schikaniert. Auch in der Schweiz ist das Cybermobbing weit verbreitet. Das zeigt eine neue Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften darüber, wie Jugendliche Medien nutzen.

«Ist es schon vorgekommen, dass dich jemand im Internet fertig machen wollte?» Ja, sagen knapp ein Viertel der Jugendlichen. «Wurde Falsches oder Beleidigendes über dich im Internet verbreitet?» Hier sagen fast ein Fünftel der 18- bis 19-Jährigen Ja.

Cybermobbing hat viele Gesichter.

1:55 min, aus HeuteMorgen vom 16.02.2015

Claudia Gada kennt die Nöte von Cybermobbing-Opfern. Die Medienpädagogin und ihr Team von der Organisation «Zischtig» besuchen Schulen, sensibilisieren die Jugendlichen und fordern schon mal zum Löschen pikanter Bilder oder Chats auf. Sie sagt: «Wir setzen uns an den Schulen für digitale Selbstverteidigung ein. Das heisst, dass die Schüler lernen, dass sie auch einen gewissen Anstand im Netz pflegen müssen – das eben alles öffentlich wird. Wir zeigen ihnen auf, wie sie ihr Image pflegen und sich davor schützen können, dass solche Mobbinggeschichten passieren.»

«Es ist kein Kassenschlager»

Prävention von Cybermobbing ist nicht nur in den Schulen ein Thema – auch die Versicherer haben das Feld entdeckt. Prävention sei wichtig, heisst es etwa bei der Zurich Versicherung. Aber wenn verfängliche Aufnahmen bereits gegen einen verwendet werden und das Mobbing läuft, bietet die Versicherung rechtliche Unterstützung und Fachleute, die im Netz aufräumen.

Seit rund einem Jahr bietet der Konzern die Cybermobbing-Versicherung an. Doch die hohe Zahl der Betroffenen schlägt sich noch nicht in den Büchern nieder. «Die Zahlen sind aktuell noch nicht berauschend. Es ist kein Kassenschlager. Wir denken aber, dass es künftig sicher eine grössere Nachfrage geben wird, denn Cybermobbing ist ein Thema, das immer aktueller wird», sagt Produktmanager Christoph Waltert.

Weitere Konzerne bieten Rechtsschutz im Internet. Axa Winterthur etwa versichert seit einem halben Jahr gegen den Missbrauch von Identitäten und Namen. Auf Anfrage schreibt der Konzern, das Interesse an diesem Angebot sei sehr gross.