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Schweiz Tierquälerei an Viehschauen: Jetzt handeln die Züchter

Jahrelang kritisierte der Tierschutz die grossen Viehschauen: Die Hochleistungskühe würden dort zum Teil mit schmerzhaften «Verschönerungstricks» gequält, so der Vorwurf. Beispielsweise würden Zitzen mit Sekundenleim verklebt. Nun wollen die Viehzüchter strenger gegen solche Praktiken vorgehen.

Legende: Audio «Tierwohl bei Viehschauen» abspielen. Laufzeit 1:38 Minuten.
1:38 min, aus HeuteMorgen vom 07.10.2016.

Bürste und Striegel reichen schon lange nicht mehr fürs Podest bei einer Viehschau. Die Hochleistungskühe werden schon mal stundenlang nicht gemolken, damit die Euter praller und somit «besser» aussehen. Die Zitzen werden sogar mit Sekundenkleber verklebt, oder die Tiere mit Beruhigungs- und Schmerzmittel gefügig gemacht. «Kassensturz» berichtete im April darüber.

Legende: Video «Quälerei an Viehschauen: Kühe leiden für absurde Schönheitsideale» abspielen. Laufzeit 16:00 Minuten.
Aus Kassensturz vom 26.04.2016.

Die Schweizer Rinderzüchter wollen nun mit solchen Methoden aufräumen. «Wir wollen, dass es unseren Tieren gut geht. Es gibt immer wieder Leute, die sehen die Grenzen nicht. Dem möchten wir mit zusätzlichen Instrumenten Einhalt gebieten», sagt SVP, Nationalrat Andreas Aebi, der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Schweizerischer Rinderzüchter (ASR).

Eigentlich sind tierquälerische Methoden bereits heute gesetzlich verboten. Ein Ehrenkodex, Link öffnet in einem neuen Fenster gibt zudem genau vor, welche Verschönerungstricks für Viehschauen erlaubt sind und welche nicht. Der Ehrenkodex solle nun verschärft werden, bestätigt Aebi einen Bericht im «Schweizer Bauer». Zusätzliche Kontrollen und härtere Sanktionen sollen für mehr Tierwohl an Viehschauen sorgen.

Kritik der Tierschützer hat gewirkt

Hans-Ulrich Huber vom Schweizer Tierschutz begrüsst die Initiative der Rinderzüchter. Auch den Züchtern seien die erwähnten Auswüchse ein Dorn im Auge, denn sie seien schlecht für das Image, sagt er. Zweck der Viehschauen sei, dass man die guten Zuchttiere vergleichen könne. Eine Viehschau solle ein gesellschaftlicher Anlass sein, nicht eine Tierquälerei.

Auch das zuständige Bundesamt fordert Massnahmen, damit bei Viehschauen nicht nur die Schönheit zählt, sondern auch das Tierwohl. Mit den Subventionen für die Tierzucht hat der Bund ein geeignetes Druckmittel.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Pia Müller (PiMu)
    80% der CH-Kühe kommen nie aus dem Stall. Rinderzucht, kein Rind sieht je eine Wiese, Schweinezucht nur in Mastboxen, Kälberzucht nur in Plastikboxen! Kein Auslauf, nur Platz zum Liegen und Aufstehen, keine Einstreu.Das gibt dann das Fleisch "aus der Region" !! Auch in CH ist die Haltung der Nutztiere z.T. miserabel. Gesetzlich gut-geheissen. Es gibt in CH sehr wenige Bauern, die anders ihre Tiere halten. Wo ist da der Tierschutz. Fleischesser bitte handelt ! Auch ich bin nicht Vegetarier.
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    1. Antwort von D. Thrum (Thrum)
      Wer sich ein bisschen mit dem Thema auseinandersetzt, wird schnell realisieren, dass es schlichtweg nicht möglich ist, 'artgerechte' Tierprodukte zu produzieren und gleichzeitig unsere hohe Nachfrage zu befriedigen. Wir haben gar nicht den Platz dafür (62 Millionen Tiere schlachten wir alleine in der CH). Ich bin deshalb schon lange Vegan (nicht Vegetarier - Eier und Milch sind mMn viel tierquälerischer als Fleisch), weil sich dieses System nicht wirklich ändern /kann/.
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  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    Kühe leiden für absurde Schönheitsideale und die Bauern, die angeblich ihr Vieh lieben machen solche Schweinereien mit. Leider wir die Kuh als eine Sache angesehen, die übermässig Milch produzieren muss, die Kälbchen werden ihr nach der Geburt weggenommen - soll das Tierwohl sein. Sicher nicht. Ich schaue mir diese Tiere am liebsten auf den Weiden an, wo sie den Auslauf geniessen und Kuh sein dürfen. Ich verachte jegliche Tierquälerei, dass gilt auch für diese Wettbewerbe "Schönheitsideal"!
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  • Kommentar von Ueli von Känel (uvk)
    Ich sehe gerne Vieh weiden und freue mich, wenn ich den Eindruck haben kann, dass es den Tieren gut gehe. Es ist an der Zeit, dass hier etwas gegen diesen Perfektionstrieb auf Kosten des Wohlergehens der Tiere unternommen wird. Aber dabei hüten wir uns, jetzt auf gewisse Bauern mit den Fingern zu zeigen! Allgemein krankt unsere Gesellschaft daran, dass Menschen und "Leistungstiere" immer besser, schneller, und eben perfekt sein "sollen". Weniger wäre mehr - für eine gesündere Gesellschaft.
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