Tochter Vera übernimmt Franz Webers Stiftung

Nach über 50 Jahren Kampf für Tiere und die Umwelt übergibt Franz Weber die Leitung seiner Umweltstiftung an seine Tochter Vera. Sie reüssierte bei der Volksabstimmung über die Zweitwohnungsinitiative.

Tochter Vera Weber spricht mit Franz Weber. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Nach mehr als 50 Jahren Kampf für Umwelt und Tiere gibt Franz Weber das Stiftungspräsidium an seine Tochter Vera ab. Keystone

Der Schweizer Umweltschützer Franz Weber gibt die Führung seiner Stiftung an seine Tochter ab. Der Stiftungsrat der Fondation Franz Weber (FFW) hat Vera Weber zur neuen Präsidentin gewählt. Sie leitete die FFW faktisch bereits zuvor und gewann die Volksabstimmung über die Zweitwohnungsinitiative.

«Nicht jedem Unternehmer ist es vergönnt, in der eigenen Familie die ideale Nachfolge zu finden. Ich könnte mir keine fähigeren Hände wünschen, in die ich mein Werk vertrauensvoll legen dürfte», wird Franz Weber in einer Medienmitteilung der FFW zitiert.

Über 50 Jahre Umweltschutz

Der heute 87-jährige Franz Weber kämpfte während mehr als 50 Jahren für den Schutz der Tiere, der Natur und der Landschaft. Weltweit bekannt wurde er mit seiner Kampagne für den Schutz von Robbenbabys in Kanada, bei der auch Brigitte Bardot mithalf.

In der Schweiz steht sein Name für den Kampf gegen Zweitwohnungen, den Schutz der Engadiner Seelandschaft, seinen Einsatz für das Simmental sowie für das Grand Hotel Giessbach am Brienzersee.

In mehreren Initiativen setzte er zudem Schutz des Waadtländer Weinbaugebietes Lavaux am Genferseeufer durch. Seinen letzten Abstimmungskampf als Präsident verlor Franz Weber allerdings. Am 18. Mai lehnten die Waadtländer Stimmberechtigten Webers dritte Lavaux-Initiative für einen absoluten Schutz des Weinbaugebiets deutlich ab.

Tier- und Umweltschutz weltweit

Ausser seinen Schweizer Engagements setzte er sich auch für Elefanten sowie Wildpferde in Australien ein, für die Rettung des griechischen Delphi und des Hügeldorfes Les Baux-de-Provence im Süden Frankreichs und der Auenwälder von Hainburg bei Wien ein.

Die FFW kämpft unter der Führung von Vera Weber von Montreux aus auch für die Abschaffung der Stierkämpfe. Sie will zudem der Elefantenwilderei in Afrika sowie der Robbenjagd Einhalt gebieten.

In der Schweiz sorgte die Fondation Franz Weber zuletzt mit einem Einsatz gegen ein Aquarium in Basel für Aufsehen. So lancierte die Stiftung einen Gegenvorschlag zum geplanten «Ozeanium» des Basler Zoos.

An Stelle von echten Tieren soll den Besuchern eine virtuelle Unterwasserwelt präsentiert werden. Zudem kämpfte die FFW gegen ein Jet-Boot auf dem Brienzersee. Allerdings erhielt dieses grünes Licht.