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Fabienne Despot hebt den rechten Arm
Legende: Die Parteiversammlung stärkte ihr trotz Abhöraffäre den Rücken: Fabienne Despot. Keystone
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Schweiz Trotz Abhöraktion: Partei stützt SVP-Waadt-Präsidentin

Ihre politische Zukunft stand auf Messers Schneide. Wegen der heimlichen Aufzeichnung einer internen Sitzung war die Waadtländer SVP-Präsidentin Fabienne Despot in die Kritik geraten. Doch die Parteiversammlung hat jetzt entschieden, dass sie sowohl für Stände- wie auch Nationalrat kandidieren darf.

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Fabienne Despot kann weiterhin für den National- und Ständerat kandidieren
01:31 min, aus HeuteMorgen vom 14.08.2015.
abspielen. Laufzeit 01:31 Minuten.

Die SVP in der Waadt ist eine schwierige Partei: Sie ist enorm gewachsen, wird aber fast jährlich von Machtkämpfen und Skandalen durchgeschüttelt.

In einem dieser Kämpfe hat die Parteipräsidentin Fabienne Despot letztes Jahr eine Sitzung der Parteispitze heimlich aufgenommen. Das war ein Vertrauensbruch und es ist illegal. Die Aufnahme gelangte in die Hände jenes Mannes, der Ziel von Despots Lauschangriff war. Prompt wurde die Affäre publik.

Wie noch zusammenarbeiten, wenn man abgehört wird?

Diverse Strafanzeigen und mediale Anschuldigungen später trafen sich gestern die Delegierten der SVP in Villeneuve, um zu entscheiden, ob Fabienne Despot noch tragbar sei: als Kandidatin für National- und Ständerat und als Parteipräsidentin. Es wurde kein gemütlicher Abend.

Wie bitte schön könnte man in einer Firma, einem Verein, einer Partei noch zusammenarbeiten, wenn man heimlich abgehört werde? Das sei die einzige Frage, über die heute zu entscheiden sei, grollte ein Grossrat.

Eine Kollegin hielt dagegen: Die Präsidentin habe doch niemandem schaden wollen. Sie habe sich lediglich schützen wollen.

Wer Fehler macht, muss Konsequenzen tragen

Nationalrat André Bugnon sezierte das Problem feiner und kam zu dem Schluss: Über die Kandidatin Despot sollten die Wähler urteilen. Aber als Parteipräsidentin müsse sie zurücktreten. Wer einen Fehler mache, müsse die Konsequenzen tragen.

Die Delegierten entschieden anders. Nach zwei Stunden bestätigten sie Despot. Und so erklärte die Siegerin zum Schluss kalkuliert kämpferisch: Heute könne der Wahlkampf endlich beginnen.

Allerdings errang die Präsidentin den Sieg mit nur einer Stimme über dem Mehr. Von Einigkeit ist die SVP Waadt noch weit enfernt.

Die Abstimmungsergebnisse

Die Parteiversammlung entschied letztlich mit 85 zu 57 Stimmen bei drei Enthaltungen, dass Despot Nationalratskandidatin bleibt. Ihre Ständeratskandidatur wurde mit 81 zu 60 Stimmen bei drei Enthaltungen bestätigt.

Auch als Präsidentin der Waadtländer SVP wurde Fabienne Despot bestätigt. Dieser Entscheid fiel aber mit 72 zu 66 Stimmen knapper aus.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Escher , Leuk - Stadt
    P.Flückiger, Kt.Zürich / .. OK - dann die Frage : WER ist Verantwortlich für Änderungen, vom " demokratischen CH - Volk " per Abstimmung verlangt ..? - und WO fängt der Fisch zum Stinken an ...
    1. Antwort von P.Flückiger , Kt. Zürich
      Bürger der Schweiz nicht motzen ab nach Bern und die Situation ändern aber schnell!!!! Dann wisse wir wer der sogenante Fisch ist!
  • Kommentar von Andrea Müller , Zürich
    Wie gesagt, sie wollte doch nur einen Vorgeschmack auf BÜPF liefern.
  • Kommentar von Peter Escher , Leuk - Stadt
    P. Flückiger, Kt. Zürich / .. ein gefundenes Fressen für die " Anti - SVP " eingestellten ;-)
    1. Antwort von P.Flückiger , Kt.Zürich
      Da hat nichts mit Anti- SVP ist mir völlig egal von welcher Seite oder Parteien etc. gemacht wird. Es ist schon eine traurige Geschichte in der Schweiz das nur noch für oder gegen SVP sich die Diskussion dreht. Es währe dreimal gescheiter das alle Meckerer den Finger rausnehmen würden und mal positive Vorschläge machen würden welche umsetzbar sind und nicht nur um die eigenen Taschen zu füllen! Wer ist der Staat? Bis jetzt wahren es die Bürger dann nehmt mal konstruktiv eure Plichten wahr.