TV-Rechte Fussball: Anpfiff zum millionenschweren Run

Die Swiss Football League schreibt am Sonntag ihre Fernseh- und andere Medienrechte für die Super League und Challenge League ab der nächsten Saison (2017 und 2018) aus. Zum ersten Mal tut sie das öffentlich. Wie die Deutsche Fussball Liga, hofft auch der Schweizer Fussball auf höhere Einnahmen.

Kameramann im Fussballstadion in Wohlen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Welcher Sender wird künftig federführend aus Schweizer Stadien berichten? Das Bieterverfahren startet. Keystone

Was die Swiss Football League derzeit mit den Medienrechten einnimmt, ist ein Klacks. In einer anderen Liga spielen da Deutschland und England. Die deutsche Bundesliga etwa erhält pro Saison rund 600 Millionen Euro für Übertragungsrechte. Und will den Betrag auf eine Millarde Euro steigern.

Auch die Swiss Football League und mit ihr die Schweizer Fussballvereine hoffen jetzt auf mehr Geld. Dazu sagt Patrick Cotting, Unternehmensberater und Dozent für Sponsoring an der Universität Lugano: «Also diese Chancen stehen sehr gut.»

Wird UPC Cablecom mitbieten?

Denn heute interessieren sich deutlich mehr Fernsehstationen für die Medienrechte an Fussballspielen als noch vor ein paar Jahren. Das wirke sich auch auf die Preise aus.

«Je nachdem wer im Bieterverfahren wie lange und welchen Atem hat und wie die Swiss Football League auch verhandelt, werden sie gegenseitig die Preise in die Höhe treiben», fügt Cotting hinzu.

Zur Zeit bieten die SRG und Swisscom mit Teleclub Schweizer Fussballspiele an. Patrick Cotting geht davon aus, dass dieses Mal auch UPC Cablecom mitbieten wird.

Äpfel sind keine Birnen

Marco Casanova, Dozent für Sportmarketing an der Universität Bern, warnt allerdings vor zu viel Euphorie.

Denn die Schweiz lasse sich nicht mit Fussball-Ländern wie England oder Deutschland vergleichen: «Prinzipiell, bin ich der Meinung, dürften wir den Schweizer Fussballmarkt und andere europäische Märkte nicht eins zu eins miteinander vergleichen. Das wäre, wie wenn man Äpfel mit Birnen vergleichen würde.»

Bezahlfernsehen hierzulande unterbelichtet

In Deutschland und England sei auch die Medienlandschaft eine andere, fügt Casanova hinzu. Dort spiele das Bezahlfernsehen eine viel wichtigere Rolle. Das habe die Preise für Fernsehrechte nach oben getrieben, sagt der Experte für Sportmarketing: «In der Schweiz sieht das völlig anders aus. Da hat sich das Bezahlfernsehen in keiner Art und Weise so durchgesetzt. Und ich zweifle auch daran, dass sich das in den nächsten drei bis fünf Jahren wirklich verändern wird.»

Die Swiss Football League sollte sich also nicht zu früh auf grosse Mehreinnahmen mit Fernsehrechten und anderen Medienrechten freuen.