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Legende: Audio Viele Überstunden im Lehrberuf abspielen. Laufzeit 03:44 Minuten.
03:44 min, aus Rendez-vous vom 08.05.2019.
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Überlastete Lehrer Lehrpersonen wehren sich gegen Gratisarbeit

  • Lehrpersonen in der Deutschschweiz leisten fast 13 Prozent an Gratisarbeit.
  • Das zeigt die dritte Arbeitszeiterhebung des Dachverbands Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH).
  • Besonders Teilzeitlehrpersonen bekämen die hohe zeitliche Belastung besonders stark zu spüren.

«Schweizer Lehrpersonen haben die höchste Sollarbeitszeiten aller OECD-Länder und leisten zudem unbezahlte Überstunden im Wert von Hunderten von Millionen Franken», stellte Beat W. Zemp vor den Medien in Bern fest. Der Zentralpräsident des Dachverbands Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) präsentierte die dritte Arbeitszeiterhebung des Dachverbands. Erfreulich ist laut Zemp allerdings der Rückgang der unbezahlten Überzeit um 40 Prozent in den vergangenen zehn Jahren.

Legende:
Wo die Lehrer am meisten arbeiten Im europäischen Vergleich sind die Schweizer Lehrer Spitzenreiter punkto Arbeitszeit. OECD;Gesetzlich/vertragliche Arbeitszeiten im Jahr von Lehrern in europäischen Ländern (2017)

Die Jahresarbeitszeit für eine Vollzeit arbeitende Lehrkraft liegt nach Verbandsangaben je nach Stufe zwischen 2086 und 2222 Stunden. Laut der Arbeitszeiterhebung 2019 leisten Lehrpersonen je nach Stufe zusätzlich regelmässig zwischen 8.6 und 16 Prozent Überzeit ohne Kompensationsmöglichkeit.

Trend zu Teilzeit hält an

Ein 100-Prozent-Pensum sei unter den heutigen Rahmenbedingungen kaum mehr zu leisten. Immer mehr Lehrpersonen seien im Beruf überlastet und leisteten heute Teilzeit, erklärte LCH-Zentralsekretärin Franziska Peterhans. Dies vor allem angesichts steigender Zusatzaufgaben – etwa durch die zunehmende Heterogenität der Klassen, die Einführung des Lehrplans 21 oder neuer Fächer.

Legende:
Jahresarbeitszeit von Lehrern* nach Schulstufen Gemäss den Zahlen liegen alle Schulstufen über der Referenzarbeitszeit von 1916 Stunden. *mit Vollzeitpensum, Quelle LCH

Doch gerade Teilzeitlehrpersonen bekommen die hohe zeitliche Belastung besonders stark zu spüren. Laut den Ergebnissen der aktuellen Arbeitszeiterhebung bei über 10'000 Lehrerinnen und Lehrern leisten Lehrer umso mehr Überstunden, je kleiner ihr Pensum ist. Lehrpersonen mit einem Pensum von weniger als 50 Prozent arbeiten laut Peterhans durchschnittlich 22 Prozent unbezahlte Überzeit.

Die Forderungen des Lehrerverbands: Eine Senkung der Pflichtlektionen-Zahl, mehr Ressourcen für die Klassenleitung, mehr Elternarbeit und generell keine unbezahlte Überzeit.

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48 Kommentare

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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    Ein Lehrer hat sicher 40 Tage Ferien im Jahr. Davon sind ihm 20 vom OR her garantiert. 5 gibt es je nach Kanton zusätzlich. Sind also noch 15 Arbeitstage à 7,4 Std = 111Std (siehe Statistik), die der Lehrer auf die Unterrichtstage verteilen muss, sprich 2.5 Std pro Woche, die er zusätzlich
    arbeiten muss, damit das im Lot bleibt. Bei einem Unterrichtspensum von 25Std/Woche bleiben dann 14.5 Std/Woche für Vorbereitung, Korrekturen etc. Das sollte ohne viel Überzeit zu schaffen sein. Echt jetzt.
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  • Kommentar von Ueli von Känel (uvk)
    Jene, die meinen, der Lehrerberuf sei so ein „gäbiger“ Job - mit (zu) viel Ferien-, sollen doch eine entsprechende Berufsausbildung machen und dann Schule geben. Dann können diese dann wieder einen Kommentar zum Lehrerberuf schreiben. Wetten, dass die Hochachtung vor Lehrpersonen steigt und einige der untenstehenden Kommentare gescheiter und nicht neidhammelsrtig, dümmlich ausfallen und vielleicht etwas mehr mehr Menschenfreundlichkeit aufweisen.
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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    Vielleicht sollte man noch anmerken, dass niemand zu Lehrersein gezwungen wird, alle Lehrer freiwillig ihren Beruf ausüben und insofern wissen sollten, was auf sie zukommt.
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    1. Antwort von Max Blatter (maxblatter)
      Gezwungen wird niemand, aber vielleicht sanft dazu gedrängt? Vor über fünf Jahrzehnten hatte ich einen Primarlehrer, der von Anfang an Musiker werden wollte, den seine Eltern aber in den Verlegenheits-Brotberuf "Lehrer" drängten – m.E. nicht unüblich! So litt ich drei Jahre lang unter seinen eher schwachen pädagogischen Fähigkeiten. Später mutierte er übrigens tatsächlich zu einem guten Musiker in leitender Position.
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