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Schweiz Unternehmenssteuer: Grosse Probleme für manche Kantone

Wenn die international tätigen Grossunternehmen in der Schweiz ihre Steuerprivilegien verlieren, sind die Kantone unterschiedlich betroffen. Die einen profitieren von den neuen Lizenzboxen, andere müssen ihre Steuern massiv senken. Entsprechend unterschiedlich fallen die Reaktionen aus.

Symbolbild: Aufnahme von Genf mit dem Srpringbrunnen im Seebecken.
Legende: Genf (Bild) dürfte eher unter dem angedachten Steuerregime leiden als etwa Basel. Reuters

Für die Finanzdirektorin von Basel Stadt war gestern ein guter Tag. Der Bundesrat schlägt vor, dass Firmen künftig mit sogenannten Lizenzboxen Steuern sparen können. Davon profitieren Firmen, die intensiv forschen. Und davon gibt es am Pharmastandort Basel einige. Finanzdirektorin Eva Herzog ist überzeugt, dass auch die Schweiz Lizenzboxen brauche – «solange andere Länder Lizenzboxen haben».

Herzog hofft, dass Basel so für die Pharmaindustrie weiter steuerlich attraktiv ist. In Basel würde also praktisch alles beim Alten bleiben.

Probleme für manche Kantone

Anders sieht es aus in Kantonen wie Genf, die stark von Handelsfirmen geprägt sind. Genf wird um eine Senkung der Unternehmenssteuern nicht herumkommen, wenn es für international tätige Unternehmen attraktiv bleiben will. Bei diesem Steuerwettbewerb können aber nicht alle Kantone mithalten. Sogar finanzstarke Kantone haben Angst, dass sie im Wettbewerb zwischen den Kantonen die Unternehmenssteuer zu stark senken müssen.

So sagt etwa Zürichs Finanzdirektorin Ursula Gut, «eine ganz tiefe Ansetzung der Unternehmenssteuern» sei nicht im Interesse ihres Kantons. Dies, weil sich das viele Kantone schlicht nicht leisten könnten. Zudem wäre es möglich, dass die Schweiz so auch wieder ins Schussfeld der internationalen Kritik gerate, sagt Gut.

Wie tief sollen die Unternehmenssteuern sein?

Die Frage, wie weit man im Steuerwettbewerb gehen kann, wird die Kantone also noch beschäftigen, ebenso die Frage, wer von den Kompensationszahlungen des Bundes wie stark profitieren wird. Peter Hegglin, der Präsident der kantonalen Finanzdirektoren, geht von schwierigen Diskussion aus, die nun anstehen. Doch man könne diesen nicht aus dem Weg gehen: «Wir haben keine Alternative zur Unternehmenssteuer-Reform III.»

Denn ohne diese Reform, so die Befürchtung, könnten international tätige Unternehmen wegziehen und somit ein empfindliches Loch bei den Steuereinnahmen hinterlassen.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Beatrix Junod, Clarens
    die Kantone Genf und Waadt haben noch tausende Konzerne und ausländische Firmen welche keine oder nur ganz wenig Unternehmenssteuer bezahlen. da ist das Jammern am falschen Ort, denn die geschenkten Millionen Steuern könnten da ein ganz anderes Bild geben. Welche Bevölkerung bezahlt die meisten Steuern und welche Kantone haben die grössten Schulden. Leider ist bei den Berichterstattungen immer dasselbe Chaos, man nimmt Zürich, Zug und noch Basel und behauptet dass die ganze Schweiz so tickt.
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  • Kommentar von A.Käser, Zürich
    MIT BOXEN(cooler Begriff,sagt unglaublich viel,vor allem wenn die Visualisierung des Menschen damit in Verbindung gebracht wird;Schachtel,Pferdeboxen,Autoboxen-Boxen,Boxen-Halt,Lautsprecherboxen)WIRD JETZT GEBOXT.Immer wenn für die Allgemeinheit schwer nachvollziehbare Konstrukte(welche sie in der Regel benachteiligen wollen)installiert werden sollten,wird mit dubiosen Begriffen um sich geballert.Vernebelungspedarden?Alle ziehen den Kopf ein,von wegen;diese Mathematik ist mir zu hoch.Bahn frei!
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  • Kommentar von Alaphia Zoyab, Aarau
    Lizenzboxen? Erinnert mich irgendwie an Microsoft. Ob das auch Newcomer verkraften?
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