Versuchslabor «gläserne Verwaltung»

Der Bund stellt seine Daten online. Beim neuen Portal sind seit gestern Abend die Informationen des Bundesamts für Statistik, von Swisstopo, MeteoSchweiz, der Nationalbibliothek und dem Bundesarchiv abrufbar. Vom Pilotprojekt erhofft sich der Bund mehr Transparenz und einen Wirtschaftsboom.

Zahlreiche gelbe Kabel bei einem Computerserver. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Bund öffnet seine Datensammlung. Keystone

Wikileaks beim Bund: Unter «Opendata.admin.ch» wurden rund 1617 Datensätze aus der Verwaltung online gestellt. Jeder Internet-Nutzer hat mindestens für sechs Monate gebührenfrei Zugang zum digitalen Schatz der Verwaltung. So lange dauert das Pilotprojekt «Open Government Data beim Bund».

Neu ist das allerdings nicht, erstmals sind die Daten unterschiedlicher Herkunft und Thematik aber über dasselbe Portal zu finden. Neben dem Bundesarchiv sind das Bundesamt für Statistik, Swisstopo, MeteoSchweiz und die Nationalbibliothek Projektpartner.

Verstärkte Transparenz und damit mehr Vertrauen in den Staat ist nur ein Nebenaspekt des Projekts. Nach Studien und verschiedenen Erfahrungen aus dem Ausland wird mit dem freien Zugang zur digitalen Datensammlung der Verwaltung eine Wertschöpfung von jährlich bis zu einer Milliarde Franken gerechnet.

Goldgrube Internet

Open Data soll neue Geschäftsmodelle im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologien (ITK) auf den Weg bringen. Erste Erfahrungen aus den Städten Bern und Zürich sind erfolgversprechend. So sind beispielsweise die Entsorgungspläne in diesen Städten per App abrufbar. Grosses Entwicklungspotenzial orten die Experten bei den Bereichen Verkehr, Logistik und Politik.

Den findigen Entwicklern sind kaum Grenzen gesetzt. Mit einer Ausnahme – dem Datenschutz. Es werden keine personalisierten Daten ins Netz gestellt. Eine Gebühr ist für den «Online-Schalter» vorerst nicht geplant, so Projektleiter Andreas Kellerhals. Diese sind ja schon von den öffentlichen Mitteln bezahlt. Der volkswirtschaftliche Nutzen der Rohdaten wird deutlich höher eingestuft, als der Gewinn durch Gebühren.