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Schweiz Viel weniger Tote auf Fussgängerstreifen

Im Jahr 2011 sind insgesamt 28 Menschen auf Schweizer Fussgängerstreifen gestorben. Eine Zahl, die im Jahr 2012 deutlich verringert werden konnte: Nur noch halb so viele Personen mussten ihr Leben lassen.

Legende: Video Weniger Menschen sterben auf Fussgängerstreifen abspielen. Laufzeit 03:01 Minuten.
Aus 10vor10 vom 24.01.2013.

Noch in den 80er-Jahren verunfallten durchschnittlich 66 Menschen tödlich auf Schweizer Fussgängerstreifen. In den vergangenen fünf Jahren pendelte sich die Zahl zwischen 20 und 25 Todesopfer ein.

Jetzt hat Matthias Aebischer vom Verein Fussverkehr Schweiz gute Nachrichten: «2012 hat sich die Zahl der tödlichen Unfälle auf Fussgängerstreifen auf 14 halbiert», so der Berner SP-Nationalrat.

Schatten eines Menschen auf einem Fussgängerstreifen.
Legende: Die Massnahmen gegen Todesfälle auf Fussgängerstreifen fruchten: 2012 konnte die Zahl der Opfer auf 14 halbiert werden. keystone

Viele der Todesfälle aus dem Jahr 2011 sorgten für Schlagzeilen. Und die Unfälle rüttelten die Politik auf. In der Diskussion um die Ergänzungen im Strassenverkehrsgesetz «Via Sicura» nahm das Parlament die Anliegen der Fussgänger ernst. Verbesserungen gab es bereits im ersten Massnahmenpaket von «Via Sicura»: Neben der Verschärfung der Strafen für Raser müssen die Kantone die Sicherheit der Fussgängerstreifen analysieren und verbessern.

Eine Vorreiterrolle nimmt dabei der Kanton Bern ein. Fachleute analysierten letztes Jahr alle Fussgängerstreifen im Kanton Bern – insgesamt 3075 Stück. Sie prüften, ob die Streifen gut sichtbar sind, ob es eine Mittelinsel gibt und ob die Signalisation ausreichend ist.

Unfallverhütung Nummer 1: Blickkontakt

Die Experten kommen zum Schluss: Es gibt Handlungsbedarf, aber auch Umsetzungsprobleme. «Wenn wir grosse bauliche Massnahmen vornehmen müssen, sind wir finanziell eingeschränkt», sagt Barbara Egger-Jenzer, Verkehrsdirektorin des Kantons Bern (SP). «Aber ich gehe heute davon aus, dass nur kleine Massnahmen nötig sind, damit vor allem die Sicht besser wird auf die Fussgängerstreifen.» 

Schweizweit gibt es noch viel zu tun. Immer noch sei die Hälfte der 45'000 Fussgängerstreifen in der Schweiz  nicht sicher, schätzt der Verein Fussverkehr Schweiz.

Die Beratungsstelle für Unfallverhütung freut sich über die positive Entwicklung der Unfallzahlen. Brigitte Buhmann vermutet, dass die Schlagzeilen über die tödlichen Unfälle die Autofahrer und die Fussgänger sensibilisiert haben. «Wichtig ist und bleibt, dass Autofahrer und Fussgänger den Blickkontakt suchen», betont Buhmann. «Bei Kindern sollte man aber unbedingt sein Auto anhalten.»

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Andrea Mordasini, Bern
    Kinder lernen übrigens, dass sie den Fussgängerstreifen erst dann betreten dürfen, wenn das Auto ganz stillsteht und nicht mehr fährt. Also, liebe Autofahrer, denkt bitte daran und bremst immer vollständig ab und seit bei Kindern, die Gefahren noch nicht rechtzeitig und korrekt ein- und abschätzen können, besonders vorsichtig und geduldig – danke!
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  • Kommentar von Andrea Mordasini, Bern
    Ich bin aber klar gegen die Aufhebung des Vortrittsrechts für Fussgänger. Denn so blieben die Fussgänger einmal mehr wortwörtlich auf der Strecke und die Autofahrer im Glauben, erst recht ohne schauen und anhalten zu müssen, über die Streifen fahren zu können. Doch trotz Vortrittsrechts: dieses nie erzwingen, immer volle Konzentration, stets Blickkontakt zum Fahrer, Handzeichen geben und bei Dunkelheit Tragen von Warnwesten/Leuchtstreifen.
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  • Kommentar von Andrea Mordasini, Bern
    Jeder Tote ist einer zu viel! JEDER Verkehrsteilnehmer (Auto-, Velofahrer, Fussgänger) ist gefordert, muss rück-, vor- und nachsichtig sein und bei Missachtung der Verkehrsregeln gebüsst werden. Nur so und mit mehr Eigenverantwortung, mehr Rücksicht, Respekt, Toleranz, Geduld, Aufmerksamkeit und gesundem Menschenverstand auf ALLEN Seiten kommt jeder Verkehrsteilnehmer sicher vorwärts und heil ans Ziel, auch der Gestresseste!
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