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Schweiz Viele Lehrstellen – aber nicht überall

Lehrstellen waren früher Mangelware. Heute gibt es in der Schweiz mehr Ausbildungsplätze. Aber in einigen Berufen sind die Lehrstellen nach wie vor knapp.

Eine Jugendliche frisiert die Haare eines Puppenkopfes in einem Coiffeur-Salon.
Legende: Viele Coiffeur-Lehrstellen sind noch offen – allein im Kanton Zürich 170. Keystone

Zehntausende Jugendliche treten im August ins Berufsleben ein und beginnen ihre Lehre. Anders als früher sind die Lehrstellen heute nicht mehr knapp. Die Lehrstellenkrise sei vorbei, sagt Carla Mom, Leiterin eines der Berufsberatungszentren des Kantons Zürich. «In den letzten Jahren nahm die Zahl der Ausbildungsplätze ständig zu.» Der Markt in diesem Bereich funktioniere sehr gut. So gibt es im Kanton Zürich derzeit 1400 offene Lehrstellen, im Kanton Bern 400.

Kein Prestigeproblem

Besonders viele Ausbildungsplätze offen sind auf dem Bau, im Gastgewerbe, im Detailhandel und bei den Coiffeuren. Sind diese Berufe weniger attraktiv geworden, weil ihr Prestige und ihre Löhne eher tief sind? «Nein», sagt Susanna Burger, Präsidentin des Stadtzürcher Coiffeur-Verbandes. Sie stelle keine sinkende Nachfrage von Jugendlichen fest. Dass im Kanton Zürich noch 170 Coiffeur-Lehrstellen offen sind, sei nicht schlimm: «Wir haben lieber wenige Lernende, die gut sind, als viele, die den Anforderungen nicht genügen.»

Ungleichgewicht zwischen Berufen

Es gibt jedoch nach wie vor Berufe, in denen die Lehrstellen knapp sind – insbesondere im kaufmännischen Bereich, in der Informatik und in der Pflege. Das erstaunt, zumal die Spitäler oft klagen, es gebe zu wenig Pflegepersonal. Berufsberaterin Carla Mom sieht die Spitäler in der Pflicht: «Es gibt sicher Betriebe, die mehr Lehrstellen anbieten könnten.» Trotz der Ungleichgewichte – zu viele Coiffeur- und Metzger-Lehrstellen, zu wenige in den Bereichen KV und Pflege – ist das Fazit von Susanna Burger vom Stadtzürcher Coiffeur-Verband positiv: «Die Jugendlichen finden leichter eine Lehrstelle als früher, vielleicht aber nicht in ihrem Wunschberuf.» Es lohne sich, über den Tellerrand zu schauen und sich für andere Berufe zu interessieren.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Nico Basler, Basel
    Wenn das zuständige Bundesamt unter dem leichtüberforderten Herrn Johann Schneider läppische 100 - 200 Mio Franken zur Förderung der Berufsbildung ausgeben will müssen wir uns nicht wundern. Die stopfen lieber Mia in die Hochschulförderung und lassen den noch gesunden Mittelbau abserbeln. Einfach bildungspolitische Eunuchen - wissen wie es geht und können nicht.
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  • Kommentar von Andrea Müller, Zürich
    Wenn jemand zu wenige Lehrstellen anbietet und gleichzeitig über zu wenige Fachkräfte klagt, bedeutet das eins: Derjenige will kein Geld ausgeben (für eine Lehre), und derjenige will kein Geld ausgeben, um Leute anständig zu bezahlen - sprich am liebsten kommen "fertig"-ausgebildete Uni-Abgänger, auf Kosten vom Steuerzahler ausgebildet, denen man dann auch noch nicht viel Geld anbietet.
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  • Kommentar von Hans Knecht, Torny
    Beklagen dass es zu wenig Pflegepersonal gibt und dann selber zu wenig Lehrstellen anbieten wirkt einfach paradox. Könnte es sein, dass diejnigen in den Spitältern usw. welche letztendlich über Lehrlingsstellen (negativ) entscheiden oftmals selbst keine Lehre gemacht haben?
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