Zum Inhalt springen
Inhalt

Schweiz Viele Rentner können ihre Miete nicht bezahlen

Über 40'000 Haushalte von Rentnern in der Schweiz haben laut Pro Senectute nicht genügend finanzielle Mittel, um ihre Miete zu bezahlen. Grund dafür seien nicht die Mietpreise, sondern nach oben begrenzte Ergänzungsleistungen.

Legende: Video Zahlreiche Rentner mit zu hohen Mieten konfrontiert abspielen. Laufzeit 01:54 Minuten.
Aus Tagesschau vom 01.10.2016.

Vielen Rentnern fehlt das Geld, um die Miete zu begleichen. Grund sind die nach oben begrenzten Ergänzungsleistungen (EL). Diese seien bezüglich der Mietbeiträge seit 2001 nicht mehr angehoben worden – obwohl die Mieten seither durchschnittlich um 20 Prozent gestiegen seien, schreibt Pro Senectute.

Ein Blick auf die Wohnkosten in der Schweiz zeigt, dass die Mieten in allen Kantonen ausser Jura und Neuenburg deutlich über den Mietzinsmaxima der EL liegen. Besonders in den Kantonen Zug, Schwyz, Zürich, Nidwalden und Genf sei die Lage akut, so Pro Senectute.

Rüstig ins Altersheim

Betroffene EL-Bezüger müssten die Differenz zwischen den plafonierten Mietkosten und der effektiven Miete beispielsweise beim Essen und den Kleidern einsparen. Vielfach würden Senioren auch auf soziale Aktivitäten verzichten oder sich verschulden.

«Uns sind Beispiele bekannt, wo noch rüstige Pensionierte ins Altersheim eintreten, weil sie ihre Wohnung nicht mehr bezahlen können», äusserte sich Werner Schärer, Direktor von Pro Senectute, dazu. Da bestehe dringender Handlungsbedarf.

Das Ziel der EL sei eigentlich, Senioren, die eine zu tiefe Rente haben, ein Leben in Würde und ohne finanzielle Sorgen zu ermöglichen.

Senior im Sessel
Legende: Billigeres Essen, weniger Kleider: Um die Mieten zu begleichen, müssen viele Senioren anderenorts sparen. Keystone

Lösung in Bern blockiert

Gemäss Pro Senectute hat der Bundesrat bereits 2014 einen Vorschlag zur Anpassung der Mietzinsmaxima vorgelegt. Dieser beinhalte eine Erhöhung der Obergrenze sowie die Einführung differenzierter Beträge: solche für Grosszentren, für mittelgrosse Städte und für ländliche Gebiete.

Die Vorlage sei in Bern aber momentan blockiert, weil eine Mehrheit der zuständigen Kommission des Nationalrats die Gesetzesänderung in die anstehende Gesamtreform der EL integrieren möchte.

Rund 197'000 Pensionierte bezogen 2015 Ergänzungsleistungen zu ihrer Altersversicherung. Pro Senectute stützt ihre Angaben unter anderem auf eine 2015 vom Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) und Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) publizierte Analyse zur Wohnversorgung in der Schweiz.

Für eine alleinstehende Person mit EL beträgt die maximal anrechenbare Pauschale für die Bruttomiete 1100 und für ein Ehepaar 1250 Franken.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

132 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Dann soll man doch denen helfen, die wirklich nicht genug Geld haben.Das braucht doch nicht eine neue Verfassung oder neue Gesetze gegen solche Misstände.Bestimmt gibt es nicht viele Rentner, die ihre Miete nicht bezahlen können. Also macht doch nicht so ein Theater sondern unternehmt etwas dagegen, und zwar sofort. Es scheint manchmal, dass die Linken mit ihren endlosen "Diskussionen", wie eine Meute "Behinderter" auf der Bremse stehen. Wo bleiben die Angestellten mit gesundem Menschenverstand?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Naja, auf der Bremse stehen FDP und SVP. Die sind doch in ihren Augen diejenigen mit dem "gesunden Menschenverstand".
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Niklaus Bächler (SVP-Hinterfrager)
    Diejenigen, welche nun am lautesten jammern wollten ja auf Teufel komm raus ein rechtes Parlament. Man hat die «linken Idioten» verschrien. Doch die sind es wohl, welche für die amen Rentner wieder der Karren aus dem Dreck ziehen müssen. Selber schuld, wenn sie «Rechts» wählen! Lösung: Nicht jammern, vielleicht auch mal wieder einen Linken wählen...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Rolf Bolliger (robo)
      Sie verstehen es, alles und jedes Thema mit Ihrem "Schuldigen für alles" zu verbinden! Herr Bächler, als Nichtgeschäftsmann, gelang es mir und meiner Frau trotzdem (dank einfachem und sparsamen Lebens-Stil), die wichtige 3. Säule fürs Alter zu schaffen. Das war auch der Grund, für mein klares NEIN bei der AHVplus-Abstimmung! Ueber die 3. Säule sprach übrigens im Abstimmungskampf niemand! Da haben Sie Recht, viele Büezer sparten nie und heute leben sie in Südspanien oder jammern dauernd!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Niklaus Bächler (SVP-Hinterfrager)
      Werter R. Bolliger, sie waren doch auch mal ein ehrenwerter Loki-Führer& haben von den sozialen Errungenschaften profitieren können. Ich analysiere wie sie die Folgen einer verfehlten Politik.Nun haben wir eben die absurde Situation, dass genau die Politiker mit ihrem Gedankengut sie als Rentner im Regen stehen lassen.Dann schreien alle nach sozialer Gerechtigkeit.Doch lieber schimpft man auf Flüchtlinge,statt etwas für das eigene Volk zu tun.Das ist nun die Quittung, ob sie wollen oder nicht.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Marc Hofer (M. Hofer)
    Denn betroffenen Rentner/Innen empfehle ich sich zu informieren welche von Ihnen gewählten sogenannten Volksvertreter/Innen sich für Anliegen einsetzten! Tja..... dann wird wohl das böse Erwachen kommen, denn genau diese Vertreter/Innen die immer vom Volk reden, haben sich gegen diese Initiative ausgesprochen. Diese Herren und Damen schmeissen lieber Milliarden für Strassenbau (Gotthardröhre) und Militär aus dem Fenster. Da bleibt nichts mehr für die AHV!!!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen