Vielen Schweizern geht am Monatsende das Geld aus

Die Schweiz steht wirtschaftlich sehr gut da. Hohe Löhne und tiefe Arbeitslosigkeit lassen vermuten, dass alle genügend zum Leben haben. Doch das ist ein Irrtum.

Rund ein Drittel aller Europäer haben Schwierigkeiten über die Runden zu kommen. Das zeigt eine Studie von Intrum Justizia, einem europaweit tätigen Inkassobüro. Vor allem die Bewohner im Süden und Osten müssen den Gürtel besonders eng schnallen.

Aber auch in der vermeintlich reichen Schweiz, stösst eine stattliche Anzahl Leute Monat für Monat an ihre Grenzen. Ein Viertel der Befragten hat am Ende des Monats grösste Schwierigkeiten die Rechnungen zu bezahlen. Dabei gebe es deutliche Unterschiede zwischen Stadt und Land, aber auch zwischen Westen, Mittelland und Tessin, sagt Studienleiter Thomas Hutter.

Hälfte der Konsumenten kann sparen

Kleider und Ausgang sind die ersten Ausgabeposten, die zusammengestrichen werden, wenn sich das Konto leert. Als Grund wieso der Kontostand gar ins Minus rutschen kann, geben die 10'000 Befragten besonders häufig den Verlust des Jobs an.

Quer über den europäischen Kontinent wird Arbeitslosigkeit als wichtige Ursache von finanziellen Schwierigkeiten eingestuft. «Bei den Schweizern ist neben der Angst um den Jobverlust aber auch die Sorge vor steigenden Gesundheitskosten besonders stark ausgeprägt», weiss Thomas Hutter.

Im Vergleich mit Europa stehe die Schweiz aber noch sehr gut da. «Immerhin kann über die Hälfte der Konsumenten hierzulande monatlich Geld auf die Seite legen», so Hutter. Da könne sonst nur noch Norwegen mithalten.